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Tempo 30 für die Innenstadt

Verkehr in Oranienburg Tempo 30 für die Innenstadt

In Oranienburg fahren zu viele Autos. Die Innenstadt ist oft verstopft, Autofahrer kommen gar nicht voran. Die neuesten Überlegungen sind deshalb, die Hauptverkehrsstraßen auf 30 Km/h zu begrenzen und stattdessen das Bus- und Radfahrnetz auszubauen. Kraftfahrer sollen künftig umdenken und sagen: Ich lasse mein Auto zu Hause.

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Tempo 30 auf allen wichtigen Straßen in Oranienburg _ das könnte die Zukunft sein.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. Berufsverkehr in Oranienburg _ das ist kein Vergnügen für Autofahrer. Besonders auf der Schlossbrücke reißt die Autoschlange nicht ab. Die neue B 96 als Umgehungsstraße sollte die Sache eigentlich entschärfen. Aber inzwischen ist das Verkehrsaufkommen so groß, dass die erwünschte Entlastung nicht eintritt.

Auf der Schlossbrücke herrscht meistens dichter Verkehr, besonders zum Feierabend

Auf der Schlossbrücke herrscht meistens dichter Verkehr, besonders zum Feierabend

Quelle: Robert Roeske

Seit zwei Jahren wird über einem neuen Konzept gebrütet, wie die Verkehrssituation in Oranienburg in den Griff zu bekommen ist und wie Unfallschwerpunkte in der Bernauer und Berliner Straße entschärft werden können. Weil die beiden Havelarme nur über zwei Brücken zu überwinden sind und außerdem die anstehende Sanierung der Dropebrücke noch mehr Probleme schafft, wurde über neue Brücken nachgedacht. Doch in drei Workshops kristallisierte sich eine andere Vorzugsvariante heraus.

Die Dropebrücke (Saarlandstraße) muss dringend saniert werden

Die Dropebrücke (Saarlandstraße) muss dringend saniert werden. Dann wird sich die Situation in der Innenstadt noch mehr verschärfen.

Quelle: Robert Roeske

Danach ist die Brückenidee gestorben. Weder in Verlängerung der Walther-Bothe-Straße noch der Adolf-Mertens-Straße würden neue Brücken eine Verkehrsentlastung in der Innenstadt bringen. Stattdessen würden mehr Fahrzeuge auf die zu den Brücken führenden Straßen gezogen.

Die Vorzugsvariante setzt darauf, den Autofahrern eine Fahrt durch die Innenstadt zu vermiesen, indem auf den Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 gelten soll. Wer denkt, mit dem Auto sei er am schnellsten, der soll sich irren. Die Folge könnte allerdings sein, dass Autofahrer Ausweichstrecken favorisieren und zum Beispiel den Weg über die Friedrich-Wolf-Straße in Lehnitz suchen. Aus diesem Grund wurde der Fall einer Umgehungsstraße für Lehnitz durchgespielt. Allerdings stellte sich heraus: Die Kosten sind nicht vertretbar. Circa 4,2 Millionen Euro Baukosten und jährlich 32 000 Euro für den Betrieb stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Für Lehnitz könnte deshalb nur gleichermaßen Tempo 30 gelten.

Schneller kommen in der Innenstadt die Radfahrer voran. Deshalb setzen die Experten aus den Workshops auf den Ausbau der Radwege. Und damit vielleicht die Kraftfahrer auch in den Ortsteilen ihr Auto stehen lassen, wird der Schwerpunkt auf den Bau von Radwegen in den Ortsdurchfahrten Germendorf und Schmachtenhagen sowie außerorts zwischen Wensickendorf und Zehlendorf gelegt. Vorgeschlagen wird ebenso, einen Radweg entlang der Straße am Globus Baumarkt und der Annahofer Straße zu bauen.

Umsteigen auf den Bus, das soll den Oranienburgern schmackhaft gemacht werden

Umsteigen auf den Bus, das soll den Oranienburgern schmackhaft gemacht werden. Eine Stadtbus-Ringlinie könnte ausgebaut werden.

Quelle: Robert Roeske

Auch der Umstieg auf den Bus soll sich lohnen. Ein Stadtbussystem könnte aufgebaut werden. Die Buslinie 821 würde dann eine Ringlinie werden, die tagsüber im Stundentakt und nachts im Zweistundentakt bedient wird. Vom Bahnhof Oranienburg wird eine neue Route zur Birkenallee angelegt, die über die Stralsunder Straße, Dr.-Heinrich-Byk-Straße, die Lehnitz und die Saarlandstraße führt. Auf der bisher genutzten Route könnte dafür der Takt der Linie 804 verdichtet werden. Zusätzlich sollen Lehnitz und die Tiergartensiedlung als Stichlinie im Zweistundentakt angefahren werden.

Auch die Fußgänger in Oranienburg wurden nicht vergessen. Neue Querungshilfen sollen entstehen. Am Friedenthaler Weg, an der Friedrich-Wolf-Straße und an der Thaerstraße werden zudem neue Gehwege empfohlen.

Mit den Ergebnissen der drei Workshops und dem Vorschlag einer Vorzugsvariante soll den Stadtverordneten eine Entscheidungshilfe gegeben werde, wie der Verkehrsentwicklungsplan bis 2025 fortgeschrieben werden soll. Dass eine Entscheidung gar nicht so einfach ist, wurde bereits im Bauausschuss deutlich. Die Abgeordneten hatten es nicht geschafft, bis zur Sitzung den umfangreichen Entwicklungsplan durchzuarbeiten. Aus diesem Grund gibt es am Dienstag, 24. Mai, ab 18 Uhr in der Orangerie eine öffentliche Sondersitzung des Bauausschusses nur zu diesem Thema.

Die Oranienburger können ihre Meinungen gern auf der Facebookseite der „MAZ Oberhavel“ oder unter oranienburg@maz-online.de kundtun.

Die Kosten für die Vorzugsvariante

Die Kosten für die Umsetzung der Vorzugsvariante des Verkehrsentwicklungsplanes bis 2025 lägen bei 2,8 bis 3,7 Millionen Euro Baukosten plus Betriebskosten für die Buslinien von jährlich 853 000 Euro. Im Einzelnen sehen die Kosten so aus:

Einrichtung einer Stadtbuslinie 821: 400 000 Euro für zwei neue Busse plus 453 000 Euro Betriebskosten.

Taktverdichtung der Linie 804: jährlich 312 000 Euro werktags und 88 000 Euro am Wochenende.

Neubau von barrierefreien Haltestellen: circa 352 000 Euro.

Ausbau des Radwegenetzes: 6 bis 6,5 Millionen Euro, davon müsste die Stadt 2 bis 2,8 Millionen Euro tragen.

Ausbau von Gehwegen: 274 000 Euro bei einseitigem oder 394 000 Euro bei beidseitigen Ausbau.

Von Andrea Kathert

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