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Thomas Günther bereitet sich auf sein Amt vor

Hennigsdorf Thomas Günther bereitet sich auf sein Amt vor

Über 60 Prozent der Hennigsdorfer hatten am Sonntag für Thomas Günther als neuen Bürgermeister gestimmt, in den kommenden Tagen trifft er sich nun mit Amtsinhaber Andreas Schulz, um einen reibungslosen Übergang zu besprechen. Schulz indes war froh über Günthers Wahlsieg, aber entsetzt über den Erfolg AfD, die er „Nazis“ nannte.

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Thomas Günther war überglücklich.

Quelle: Foto: Marco Paetzel

Hennigsdorf. Am späten Abend gönnte er sich auf der Couch noch ein Glas Rotwein, ließ diesen völlig verrückten Sonntag Revue passieren. „Ich habe mir noch mal in Ruhe alle Wahlergebnisse in der Region angeschaut. Umso glücklicher bin ich über mein Ergebnis“, sagt Thomas Günther. In der Tat, der 50-Jährige war der einzige Lichtblick der Genossen in Oberhavel. Während SPD-Kandidat Benjamin Grimm den Einzug in den Bundestag verpasst hatte, SPD-Frau Jennifer Collin in Oranienburg verloren und auch Veltens SPD-Bürgermeisterin Ines Hübner es nur in die Stichwahl geschafft hatte, war der Sonntag für Thomas Günther ein voller Erfolg. Über 60 Prozent der Hennigsdorfer hatten für ihn als neuen Bürgermeister gestimmt, ein eindrucksvolles Ergebnis in diesen Tagen. Sein Telefon brummte im Akkord, so viele Glückwünsche gab es. „Es ist schon seltsam, wenn man froh und erleichtert ist und andere Genossen mit hängendem Kopf herumlaufen. Besonders Ines Hübner drücke ich jetzt die Daumen!“

Am 5. Februar 2018 wird Thomas Günther nun das Bürgermeisterzimmer im Hennigsdorfer Rathaus beziehen. Doch bis dahin gibt es noch eine Menge zu tun, immerhin hat Günther keine Erfahrung als Bürgermeister. In den kommenden Tagen will er sich mit Amtsinhaber Andreas Schulz zusammensetzen. „Ich werde in den nächsten Monaten nicht die ganze Zeit neben ihm stehen, aber wir finden eine Möglichkeit für einen nahtlosen Übergang“, verspricht Günther. Bis dahin wird er auch sein Mandat als SPD-Landtagsabgeordneter weiterführen, auch heute fuhr der Bürgermeister in spe wieder nach Potsdam. „Es wird ein normaler Arbeitstag, aber natürlich steht auch die Auswertung der Wahl auf dem Programm.“

Thomas Günthers Konkurrent Dietmar Buchberger (AfD), der bei der Wahl am Sonntag auf dem zweiten Platz gelandet war, beglückwünschte den Wahlsieger schon persönlich. „Als erfahrener Kommunalpolitiker wird er das hinkriegen, aber ich hätte es natürlich besser gemacht“, so der Mediziner und Ex-Genosse. Über sein eigenes Abschneiden mit 21,7 Prozent ist Buchberger nicht unglücklich, es sei ja besser als das Ergebnis der AfD im Bund. Günther habe einen Standortvorteil gehabt, denn die Hennigsdorfer seien 27 Jahre lang mit SPD-Mann Andreas Schulz zufrieden gewesen. „Da war es für mich natürlich schwer.“ Buchberger will sich nun weiter engagieren und hofft auf den Einzug in die Stadtverordnetenversammlung nach der nächsten Kommunalwahl. Er könnte sich sogar vorstellen, in einer möglichen AfD-Fraktion den Vorsitz zu übernehmen – wie Anfang des Jahrtausends in der SPD.

Die dritte Kandidatin Ursel Degner (Linke), die mit 17,47 Prozent auf dem dritten Platz gelandet war, hat Thomas Günther schon zum Wahlsieg gratuliert. „Ich hätte nicht erwartet, dass er so klar gewinnt. Er wird den Job schon machen, da verzweifele ich nicht“, so Degner. Sie glaubt aber auch, dass Bürgermeister Andreas Schulz einen großen Anteil am Erfolg seines Genossen hatte. Schockiert war Ursel Degner indes über das gute Abschneiden von AfD-Mann Dietmar Buchberger und den Einzug seiner Partei in den Bundestag. „Mit diesem Thema müssen wir uns auch in der SVV ausein­andersetzen.“

Bürgermeister Andreas Schulz freute sich über den Sieg seines Genossen, da gehe es sich für ihn leichter in den Ruhestand. „Ich bin sehr froh, dass wenigstens Hennigsdorf für einen Lichtblick gut ist.“ Schlimm finde Schulz aber, dass nun „Nazis“ in den Bundestag eingezogen seien, sagte er mit Anspielung auf das gute Ergebnis der AfD.

Von Marco Paetzel

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