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Tierparkchef Horst Eichholz ist tot

Germendorf Tierparkchef Horst Eichholz ist tot

Mit 84 Jahren verstarb am Mittwoch der Germendorfer Tierparkchef Horst Eichholz. Mit seinem Park, den 500.000 Menschen im Jahr besuchen, erfüllte er sich einen Traum. Er wurde 2010 zum Ehrenbürger Oranienburgs ernannt.

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Horst Eichholz im Januar bei der Eröffnung der Eisbahn im Park.

Quelle: Robert Roeske

Germendorf. Horst Eichholz ist tot. Am Mittwoch verstarb der Gründer und Eigentümer des Germendorfer Tierparks mit 84 Jahren. Germendorfs Ortsvorsteher Olaf Bendin (SPD) zeigte sich geschockt von der Nachricht. „Jeder hier kannte ihn als unverwüstlich.“ Der Tierpark zählt gut eine halbe Million Besucher im Jahr. Er sei eine „Hinterlassenschaft von überregionaler Bedeutung“, so Bendin.

Horst Eichholz hätte den Menschen im Oranienburger Ortsteil viel gegeben. Auch Bendin selbst, der als Kind Nachbar von Eichholz’ Familie war. Mit seinen Söhnen ist er groß geworden. „Von Horst Eichholz, der ein sozialer Mensch war, habe ich viel gelernt, er hat mir das Rüstzeug für meine eigene Arbeit mit auf den Weg gegeben. Er hat immer versucht, gerecht zu sein.“

Der Saurierpark zählt zu den Besuchermagneten des Parks

Der Saurierpark zählt zu den Besuchermagneten des Parks.

Quelle: Enrico Kugler

2000 wurde Horst Eichholz zum Ehrenbürger von Germendorf ernannt. Zu DDR-Zeiten war er fast 20 Jahre Bürgermeister und später nach der Wende Ortsbürgermeister. 2010 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde Oranienburgs verliehen.

„Oranienburg hat einen außergewöhnlichen Mitbürger verloren. Horst Eichholz ist ein herausragendes Beispiel dafür, was ein Mensch mit Mut, Entschlossenheit und Tatkraft schaffen kann“, so Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke. „Er war nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer und großzügiger Gönner des Germendorfer Vereinslebens.“ Wie kein anderer habe er den Ortsteil geprägt.

Horst Eichholz war ein Macher. Mit privaten Mitteln setzte er einen der touristischen Höhepunkte in Oberhavel um: den Tier-, Freizeit- und Saurierpark Germendorf. Der Start: zwölf Hektar Fläche, drei Angestellte, Lamas, Ziegen, Kaninchen – ein kleiner Streichelzoo.

Mit der Eisbahn, die auch im Sommer befahrbar ist, landete er Anfang 2017 einen weiteren Coup

Mit der Eisbahn, die auch im Sommer befahrbar ist, landete er Anfang 2017 einen weiteren Coup.

Quelle: Robert Roeske

Heute sind es mehr als 650 Tiere auf fast 70 Hektar. Es kann gebadet und geangelt werden. Die Waldseen entstanden aus einer Kiesgrube. Gedacht war sie eigentlich den Autobahnbau Berlin-Rostock. Mit dem Abbau von Kies und Sand verdiente er nach der Wende sein Geld. Bis heute flossen einige Millionen davon in den Tierpark, mit dem sich Horst Eichholz einen Traum erfüllte.

Erster aktiver Vulkan Brandenburgs

Schon 1992 begann er mit den Vorbereitungen. Zehn Jahre später erhielt Eichholz die Zoogenehmigung. 2009 kam ein Saurierpark hinzu. Der paläontologischer Schaugarten wird ständig erweitert. Höhepunkt: der erste „aktive“ Vulkan Brandenburgs. Für einen Obolus spuckt der 25 Meter hohe Riese Rauch.

Ab 2015 ergänzt eine beheizte Indoor-Spielhalle für Kinder das Angebot. Seit Anfang des Jahres gibt es eine Eisbahn aus Plastikplatten. „Es sind die Unfälle auf dem Eis mit Kindern und Erwachsenen“, nannte er in einem MAZ-Gespräch seine Motivation für die sichere Variante der eisfreien Eisbahn.

Von Marco Winkler

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