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Oberhavel Ton Steine Scherben spielt in der Provinz
Lokales Oberhavel Ton Steine Scherben spielt in der Provinz
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11:04 07.03.2018
Das Theater in Kremmen war schon lange ausverkauft: Ton Steine Scherben auf der Bühne. Quelle: Robert Roeske
Kremmen

Mit der Band „Ton Steine Scherben“ sind viele Erinnerungen verbunden. Nicht wenige, die am Sonnabendabend ins Kremmener Theater „Tiefste Provinz“ gekommen waren, hatten irgendeine gemeinsame Geschichte mit der Gruppe zu erzählen, die einst durch den 1996 verstorbenen Frontmann Rio Reiser berühmt worden ist.

Mit Gymmick am Mikrofon kam „Ton Steine Scherben“ zu einem fast zweistündigen Akustikkonzert ins das kleine Kulturhaus im Scheunenviertel – es war seit langem ausverkauft.

Erinnerungen ans alte West-Berlin

„Ich verbinde mit der Band meinen Umzug nach Berlin“, erzählte Reiner Oldenburg vor dem Konzert. „Das war 1980.“ Es sei die Zeit der politischen Bewegungen gewesen, und der Hausbesetzungen im damaligen West-Berlin. „Die Scherben gehörten damals einfach dazu“, sagte Reiner Oldenburg, der aus Salzgitter nach Berlin gekommen war. „Keine Macht für niemand“ gehört zu seinen Lieblingssongs – oder auch „Der Turm stürzt ein“.

„Rio Reiser war der beste deutschsprachige Liedermacher, den ich kannte“, sagte Theaterchef Andreas Dalibor. „Ich bin mit den Scherben groß geworden.“ Vor zweieinhalb Jahren war die Band schon einmal im Scheunentheater gewesen. „Ich kann mich erinnern, dass damals erstaunlich viele Anzugträger hier waren“, erinnerte er sich. „Die sind dann für zwei Stunden wieder Revoluzzer gewesen. Das hat Spaß gemacht.“ Als es dann am Sonnabend losging, sagte Andreas Dalibor: „Ich freue mich, dass ich eine Band hier habe, die ich verehre.“ Er sei erst skeptisch gewesen, dass die Musik auch ohne den Originalsänger Rio Reiser funktioniere. „Aber es klappt hervorragend.“

Die Ur-Scherben mit Gymmick

Und in der Tat: Die Ur-Scherben Kai Sichtermann am Bass und Funky K. Götzner am Schlagzeug haben mit dem Nürnberger Liedermacher Gymmick offenbar einen guten Fang gemacht. „Ich bin sehr heiser, aber wir kommen durch“, sagte er zu Beginn des Konzertes in Kremmen. Gymmicks Stimme war tatsächlich durch eine Erkältung ziemlich lädiert – dennoch war deutlich zu hören, dass er den Ton, den Rio Reiser einst angeschlagen hatte, gut trifft. Die leichte Rotzigkeit, die kehligen Töne. Mit ein bisschen Fantasie hätte man meinen können, einen Rio Reiser vor sich stehen zu haben, dessen Stimme ein bisschen älter geworden ist.

Schon 2001 kreuzten sich im gewissen Sinne die Wege von Gymmick und Rio Reiser. Er gewinn den nach dem Sänger benannten Songpreis als bester Solist. Schon seit mehreren Jahren hat er inzwischen gemeinsame Auftritte mit den Scherben. Im vergangenen Jahr erschien eine neue Doppel-CD mit alten, aber auch mit einigen neuen Liedern von „Ton Steine Scherben“.

Gelungener Abend in Kremmen

Das Publikum in der „Tiefsten Provinz“ erlebte einen gelungenen musikalischen Abend – die Stimme von Gymmick hielt bis zum Ende durch. Bei bekannten Hits wie „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ sangen viele Besucher mit. Oder auch bei „Halt mich an diener Liebe fest“ und „Lass uns ein Wunder sein“. Das letzte Lied in der Zugabe war zwar kein echter Scherben-Song, sondern ein Hit des Solokünstlers Rio Reiser – aber er passte. So ziemlich alle im Kremmener Theater sangen mit: „Es ist vorbei. Bye bye, Junimond.“ In Erinnerung an einen großen Künstler.

Von Robert Tiesler

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