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Wasser stopp!?

Entscheidende Phase beim Planfeststellungsverfahren für die Tonstichregion Wasser stopp!?

Hochwasseralarm in der Zehdenicker Tonstichlandschaft. Dieses Szenario könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Lange haben die Vorbereitungen für den Bau der Freigefälleleitung gedauert. Nun könnte alles ganz schnell gehen. Dafür müssten aber die restlichen Planungsschritte reibungslos verlaufen, um weiteren Zeitverzug zu verhindern.

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Tonstichlandschaft: Bei Hochwasser ist Land unter.

Quelle: Archiv

Zehdenick. Auf den letzten Planungsmetern beginnen jedoch die Unwägbarkeiten, die niemand abschätzen kann. Nicht mal Diplom-Ingenieur Volker Südmeier, der das Projekt betreut.

Seit 2006 versucht die Stadt Zehdenick unter Federführung des Granseer Ingenieurbüros Weiland, die Hochwasserprobleme in der Tonstichlandschaft in den Griff zu bekommen. Dabei geht es nicht in erster Linie um geflutete Keller in Einfamilienhäusern, sondern vielmehr um die anliegenden Straßen, die in Hochwasserphasen an Standfestigkeit verlieren oder gar zerstört werden. Mit der Freigefälleleitung will die Stadt den Wasserpegel in der Tonstichlandschaft dauerhaft absenken. Unklar ist jedoch, ob bei extremer Witterung auch die Keller trocken bleiben. Das wird erst in der Praxis zu beobachten sein. Die Kosten für das Projekt sind mit einer Million Euro beziffert. Im Gegenzug können die Pumpen abgestellt werden, mit deren Einsatz höhere Pegelstände verhindert werden.

Derzeit sind die Einwände im Planfeststellungsverfahren zu bearbeitet und abzuwägen. Das erledigt das Ingenieurbüro Weiland. Im Anschluss gehen die Stellungnahmen ans Landesumweltamt, das ein Erörterungstermin mit all jene anberaumt, die Einwände hatten. Danach wird ein Planfeststellungsbeschluss gefasst. Vielleicht sogar noch in diesem Jahr.

„Wir sind in einer spannenden Phase, in der geklärt wird, ob das Projekt umsetzbar ist“, sagt Südmeier. Das Ende sei offen. Das Spannende ist laut Südmeier nicht die technische Realisierung. Die sei relativ einfach. Vielmehr geht es um Baukosten und so rechtliche Fragen. So ist für das Freigefälle ein Otterdurchlass unter der B109 zu bauen und eine Röhre durch die nahe Bahntrasse zu ziehen. Hierbei bleibt zu fragen, ob die Stadt Zehdenick die Kosten allein tragen muss. Sollte etwa der Otterdurchlass abgelehnt werden, würde das Projekt aus Umweltschutzgründen scheitern. Das gleiche gilt für die Bahntrasse zu.

Federführend bei den Planungen: Volker Südmeier vom Ingenieurbüro Weiland.

Quelle: Andreas Röhl

Für die Entwässerung der Tonstichlandschaft hat das Ingenieurbüro laut Südmeier -zig Varianten untersucht. Eine davon war der Notgraben vom Bröselstich zur Havel, wie er als Zwischenlösung gebaut wurde. Doch das Problem hierbei ist, dass die Havel unter Umständen einen erheblich höheren Wasserstand haben kann als die Stiche. Dann würde Wasser von der Havel abfließen, was die Stichregion nicht verkraftet. Sollte das in den nächsten Monaten mal passieren, bevor die Freigefälleleitung fertig ist, würde der Notgraben einfach zugeschüttet.

Die Freigefälleleitung ist als Entlastung der Tonstichregion gedacht. Für die nahen Einfamilienhäuser ist mit dem Bau aber längst nicht gesichert, ob dann immer alles in trockenen Tüchern ist. „Dafür hätten wir noch ganz andere Dinge großflächig prüfen müssen“, sagt Volker Südmeier.“ Zumindest wird es nicht mehr die extremen Pegelschwankungen von bis zu 70 Zentimetern geben. Angedacht ist eine Pegelabsenkung von zehn Zentimetern.

Und so soll der Bau ablaufen: Im Süden wird am Poyenstich begonnen und eine Rohrleitung zu den Parkgewässer gelegt. Die werden ins Freigefälle einbezogen. Weiter geht es dann zum Mieten-, Wald-, Neuhofer-, Brösel, Schmiede-, Eichler- und Neitzelstich. Während die Wasserqualität im Brösel-, Eichler- und Neuhofer Stich sehr gut ist, gehört der Waldstich zu den schlechteren Gewässern. Laut Gutachter werde sich die Wasserqualität insgesamt verbessern, weil mit dem Freigefälle alles im Fluss ist. Positiver Nebeneffekt für die Stadt. Die genannten Stiche werden Gewässer zweiten Grades. Die Unterhaltung und Pflege obliegt dann dem Wasser- und Bodenverband.

Von Andreas Röhl

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