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Tradition sollte bewahrt werden

Sachsenhausen Tradition sollte bewahrt werden

Am 73. Jahrestag der Ermordung von 27 Häftlingen des Konzentrationslagers Sachsenhausen wurde am Sonntag gedacht. Günter Morsch, Direktor der Stiftung der Brandenburgischen Gedenkstätten, machte deutlich, warum das Gedenken wichtiger denn je ist.

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Andreas Meyer, Vorsitzender des Sachsenhausen-Komitees sprach am Sonntag.

Quelle: Stefan Blumberg

Oranienburg. Dem 73. Jahrestag der Ermordung von 27 Häftlingen des Konzentrationslagers Sachsenhausen wurde am Sonntag gedacht. „Warum tun wir das?“, fragte Günter Morsch in die Runde. 27 Häftlinge seien doch im Vergleich zur Gesamtzahl der Ermordeten eher gering. „Es ist eine wichtige Tradition, die bewahrt werden sollte“, so der Direktor der Stiftung der Brandenburgischen Gedenkstätten. Dieser Akt sei ein Symbol dafür, dass die Menschen zueinander fänden. Heute gebe es Befürchtungen, dass sich das große Europa auflösen könne. In Österreich gebe es nationalsozialistisches Gedankengut. Um solchen Strömungen zu begegnen, „sind solche Veranstaltungen wichtig“. Sie hielten an dem Gedanken an ein offenes, demokratisches Europa fest.

Am 11. Oktober 1944 wurden die 27 Personen ermordet, 24 Deutsche und drei Franzosen. Auslöser: Die SS entdeckte im KZ Sachsenhausen am 27. März 1944 eine Rundfunk-Abhörstelle sowie im Lager hergestellte Flugblätter. Hierauf begann eine Sonderabteilung des Reichssicherheitshauptamtes mit ihren Untersuchungen, um die internationale Widerstandsorganisation im Lager zu zerschlagen. Nach Abschluss der Untersuchungen wurden am Abend des 11. Oktober 1944 in der „Station Z“ 24 deutsche und drei französische Häftlinge von der SS ermordet. 102 weitere Häftlinge überstellte die SS am 20. Oktober in das KZ Mauthausen. Der Vorsitzende des Sachsenhausen-Komitees, Andreas Meyer, sagte, dass es vermutlich ein Vorwand war. Vielmehr geht er davon aus, dass die (politischen) Aktivitäten der Ermordeten in der Weimarer Republik zu der Tat führten. Ursprünglich hieß es, dass alle Häftlinge in ein anderes Lager gebracht werden sollten. Stattdessen wurden sie ins Krematorium gebracht, erschossen und verbrannt.

Schülerinnen und Schüler des Oranienburger Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums wirkten bei der Gedenkveranstaltung mit. So sangen sie unter anderem das Lied „Einmal“, in dem es Textzeilen wie „Menschen müssen doch menschlich sein“ oder „Die Menschen sind alle gleich“ enthalten. Am Rande der Gedenkveranstaltung hat Christine Cavailles von der französischen Amicale den Häftlingsanzug mit der Nummer 66702 des französischen Überlebenden Alexandre Dumas auf Wunsch seiner Witwe an die Gedenkstätte Sachsenhausen übergeben.

Von Stefan Blumberg

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