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Oberhavel Tragödie auf der A2 weckt böse Erinnerungen
Lokales Oberhavel Tragödie auf der A2 weckt böse Erinnerungen
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20:07 10.09.2017
Fassungslosigkeit unter den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kloster Lehnin. Quelle: Foto: Pudwell
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Liebenwalde

Auch Tage nach der Tragödie auf der A 2 unweit von Netzen (Potsdam-Mittelmark), bei der am frühen Dienstagmorgen zwei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Lehnin ums Leben kamen, sind Trauer und Bestürzung gerade unter den Feuerwehrleuten nach wie vor groß. Die beiden Getöteten, die 23 beziehungsweise 38 Jahre alt waren, hatten nach einem Unfall auf der Autobahn einen Verletzten bergen wollen, als ein Lastwagen in die gesicherte Unfallstelle raste. Der Lkw rammte ein Feuerwehrauto, das umkippte und die beiden Kameraden unter sich begrub.

Auch Lutz Müller ist über dieses tragische Unglück immer noch schockiert. Er war selbst einmal Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Liebenwalde und fühlt sich an einen Vorfall aus dem Jahr 1997 erinnert. Vor etwas mehr als 20 Jahren, am 27. Juni, waren Liebenwaldes Feuerwehrleute gerade dabei, ihr 115-jähriges Bestehen zu feiern. Justament an diesem Tag sollte zudem das neue Feuerwehrgerätehaus der Liebenwalder in der Thälmannstraße eingeweiht werden. Doch noch ehe die Fete richtig begonnen hatte, kam der große Schock. Der Feuerwehrmann Ernst Tesch, damals 54 Jahre alt, starb bei einem Einsatz.

Die Feier am Freitagabend war noch nicht lange im Gange, als die Auszeichnung verdienter Kameraden unterbrochen wurde. Alarm! Liebenwaldes Kameraden wurden gegen 21.20 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 167 gerufen. Landwirt Ernst Tesch saß am Steuer eines Feuerwehrfahrzeugs vom Typ W 50. Kurz vor dem Unfallort kommt das TLF 16 plötzlich von der Fahrbahn ab und prallt auf Höhe des Lidl-Marktes, unmittelbar auf Höhe des Ortsausganges Liebenwalde, gegen einen Baum. Der Fahrer wird dabei schwer verletzt und verstirbt später im Krankenhaus. Die drei Kameraden, die mit Ernst Tesch im Wagen saßen, blieben unverletzt.

Zwei Feuerwehrmänner bei Einsatz auf der A 2 tödlich verunglückt: Am 5. September 2017 erkannte ein Lkw-Fahrer eine Unfallstelle zu spät, erfasste ein Polizeiauto, geriet ins Schleudern und prallte gegen ein Feuerwehrauto. Dieses kippte und fiel auf die Einsatzkräfte vor Ort.

Ernst Tesch war seit 1963 Mitglied der freiwilligen Feuerwehr und mit Leib und Seele Feuerwehrmann. Es heißt, er habe hinter dem Lenkrad des Einsatzfahrzeuges plötzlich gesundheitliche Probleme bekommen, zumal er vorher eine Herzoperation hatte über sich ergehen lassen müssen. Am Tag nach dem Unglück zog ein langer Trauerzug durch Liebenwalde, an der Spitze die Kameraden von Ernst Tesch.

Einen ähnlichen Schicksalsschlag hatten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Sonnenberg zu verkraften. Sie mussten 2008 Abschied von Löschmeister Rüdiger Bertling nehmen. Dieser verstarb am 12. Februar im Alter von 47 Jahren bei einem Einsatz in Sonnenberg. Beim Schwelbrand einer Doppelhaushälfte hatte er gemeinsam mit einem weiteren Kameraden die Lage erkunden sollen. Doch obwohl er ein Atemschutz-Gerät trug, verlor er bei den Löscharbeiten plötzlich das Bewusstsein, starb wenig später im Krankenhaus.

So wie in den geschilderten Fällen aus Liebenwalde und Sonnenberg trauern Oberhavels Kameraden nunmehr auch um die beiden Kameraden aus Koster Lehnin. Ihre Anteilnahme gilt den Familien und Freunden der Feuerwehrleute.

Von Bert Wittke

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