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Oberhavel Trommeln und Lametta
Lokales Oberhavel Trommeln und Lametta
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00:24 23.12.2015
Das kleine syrische Mädchen freut sich über das Geschenk vom Weihnachtsmann. Quelle: Köser
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Lehnitz

Das Lied des Kinderchors bleibt nur ein frommer Wunsch, auch bei dieser Weihnachtsfeier. Denn Schnee rieselt keiner, und schon gar nicht leise. Vielmehr ertönt lautes Trommeln auf der Bühne, begleitet von rhythmischem Klatschen und Gesängen. Eine recht erfrischende Antwort auf das übliche vorgetragene Weihnachtsliedgut, mit der sich einige Flüchtlinge für die gelungene Familien-Feier bedanken.

Zu der hatte die Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Oranienburg“ eingeladen. Eine Vielzahl an Sprachen, darunter Tigrinya aus Eritrea, waren auf dem Flyer zu lesen, mit dem die ehrenamtlichen Helfer auf das Event aufmerksam machten. Entsprechend multikulturell ging es vergangenen Sonnabend im vollen Saal des Kulturhauses „Friedrich-Wolf“ in Lehnitz zu. Menschen aus Syrien, Albanien, Kamerun oder Eritrea feierten mit Einheimischen. „Flüchtlinge und Deutsche können sich hier begegnen und Kontakte knüpfen“, sagte Arne Probandt, Mitglied der Initiative.

Lametta glitzert an einer gewaltigen Tanne. Auf den Tischen brennen Kerzen, bunte Teller locken, bewacht von Schoko-Weihnachtsmännern. Ein lebendiges Exemplar verteilt fleißig Geschenke - Spenden örtlicher Schulen. Bald strömen auch die Kinder zu dem komischen Kerl mit dem roten Mantel und dem langen weißen Bart.

Karl-Heinz Sadewasser aus Lehnitz, Pfarrer im Ruhestand, erläutert den Brauch samt Weihnachtsgeschichte. Sie sei aktueller denn je, findet er, schließlich waren ja auch Jesus und seine Eltern Flüchtlinge. Die Ausführungen werden ins Englische und Arabische übersetzt. Vor allem aber gibt es Lieder, Lieder, Lieder. Die Anwesenden lauschen geduldig Gesang oder Flöte, diverse Musikschulen sowie das Jugendkammerorchester Oranienburg leisten ganze Arbeit.

Die kleine Rojbin knabbert zufrieden an einem Spekulatius. Das zehn Monate alte Kind lebt mit seinen Eltern Ismail Nabi (29) und Fehria Yusef (22) seit September in Deutschland. Inzwischen haben die syrischen Kurden aus Aleppo eine Wohnung in Hennigsdorf. Der Asylantrag sei auch schon genehmigt worden, sagt ihre Betreuerin, die ihren Namen nicht nennen möchte. Nun stehe ein Deutsch-Kurs an, bisher habe man sich „mit Händen und Füßen“ verständigt. „Mama“ nennt das junge muslimische Paar liebevoll die ältere Dame. „In Syrien erfahren die Älteren, anders als hier, noch Wertschätzung. Es macht so glücklich, zu helfen“, fährt die Betreuerin fort. Mag sein, dass Kultur, Sprache, Essen anders sind - wir haben alle die gleichen Ängste, die gleichen Sehnsüchte, die gleichen Hoffnungen, findet sie: „Wir sind doch alles Menschen.“

Von Fritz Hermann Köser

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