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1327 Menschen wollen Tessas Leben retten

Typisierungsaktion in Birkenwerder 1327 Menschen wollen Tessas Leben retten

Riesenandrang am Samstag bei der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule in Birkenwerder (Oberhavel). Bei einer Typisierungsaktion für die krebskranke Tessa (21) haben sich mehr als 1000 Menschen registriert und Blut abnehmen lassen. Tessa, die selbst vorbei kam, war überwältigt, ergriffen und sprachlos angesichts der Hilfsbereitschaft.

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Tessa am Samstag in Birkenwerder. Im Hintergrund die lange Schlange der Freiwilligen.

Quelle: Robert Roeske

Birkenwerder. „Beeindruckend!“, sagte ein Mann am Sonnabendvormittag, als er um die Ecke bog und die Riesenschlange vor dem Eingang der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule sah. Im Foyer hatten Schüler und Lehrer eine Registrierungsaktion für Stammzellenspender organisiert: Für ihre kranke Mitschülerin Tessa Szereiks. Die 21-Jährige aus Birkenwerder erkrankte 2015 kurz vor ihren Abiturprüfungen an Leukämie. Nach allen Behandlungen ist klar, dass ihr nur noch mit einer Stammzellenspende geholfen werden kann. Bei der weltweiten Suche konnte bisher kein Spender gefunden werden. Die Zeit rennt.

Beeindruckend ist deshalb auch die Anzahl der Menschen, die der jungen Frau aus Oberhavel helfen wollen: 1327 Spender wurden am Sonnabend aufgenommen. Das ist mehr als erwartet. Im Vorfeld sprachen die Organisatoren von mindestens 500 Spendern, die gesammelt werden sollten. „Der Andrang war so groß, dass wir die Abgabezeiten verlängerten“, so Maria Matuschak von der DKMS (einst Deutschen Knochenmarkspenderdatei).

Den Freiwilligen wurde eine geringe Menge Blut abgenommen (5 ml)

Den Freiwilligen wurde eine geringe Menge Blut abgenommen (5 ml).

Quelle: Robert Roeske

Tessa überwältigt von der Hilfsbereitschaft

Und sie kamen aus allen Himmelsrichtungen Oberhavels – und über die Grenzen hinaus. Aus unzähligen Vereinen waren Menschen nach Birkenwerder gekommen, um sich eine geringe Menge Blut abnehmen zu lassen (5 ml). „Es ist bewegend“, so Birkenwerders Bürgermeister Stephan Zimniok, der selbst bei der DKMS registriert ist und der Schirmherr war. „Ich bin stolz, dass so viele Menschen gekommen sind. Aus ganz Oberhavel habe ich welche gesehen. Ich bin hier gerade in Hennigsdorf bei einem Fußballturnier. Da hängt auch das Plakat. Es ist der Wahnsinn“, so der 42-Jährige gestern. 30 bis 60 Minuten dauerte die Wartezeit. Mit Musik und Getränken wurde sie verkürzt.

Tessa, der es nicht gut geht, kam selbst vorbei, um sich persönlich zu bedanken: „Dieses große Echo macht mich glücklich. Ich hoffe, die Typisierung hilft anderen Leukämie-Kranken und natürlich auch mir.“ Es sei schön gewesen, dass Tessa da war. „Sie hat gesehen, wer alles wegen ihr gekommen ist. Wir können jetzt nur hoffen, dass der geeignete Spender dabei ist“, so Zimniok. Zwei bis drei Wochen werde die Auswertung dauern. „Dann wissen wir mehr.“

Schlange stehen für den guten Zweck

Schlange stehen für den guten Zweck.

Quelle: Robert Roeske

Nun heißt es also Daumendrücken, dass der genetische Zwilling unter den Spendern ist. Wenn ja, stehen die Chancen gut, dass Tessa wieder einigermaßen gesund wird. Wie auch im Fall von Max-Hilmar Borchert. 2008 gab es für den damals 17-Jährigen aus Menz eine Spendenkampagne. Dem erfolgreichen Springreiter konnte im September 2009 mit einer Stammzellentransplantation geholfen werden. Heute geht es dem 26-Jährigen „gut“, wie er sagt. „Ich muss alle drei Monate zur Kontrolle. Ich wünsche Tessa Kraft und hoffe, dass ein Spender gefunden wird. Ich möchte ihr sagen, dass sie niemals aufgeben darf und immer an sich glauben muss.“ Beeindruckende Worte, die Tessa Mut machen sollten.

Von MAZonline/Ulrike Gawande

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