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Überrascht und enttäuscht über Trump-Sieg

US-Wahl – Reaktionen in Oberhavel Überrascht und enttäuscht über Trump-Sieg

Donald Trump wird im Januar 2017 neuer Präsident der USA. Er setzte sich am Mittwochmorgen gegen Hillary Clinton durch. Wir haben uns im ganzen Landkreis Oberhavel umgehört und die Bürgermeister der Region gefragt, was sie von diesem Ergebnis halten.

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Donald Trump

Quelle: AFP

Oberhavel. Nach der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten haben wir uns in Oberhavel umgehört.

Hans-Joachim Laesicke, Bürgermeister von Oranienburg: ach der Wiederwahl von George W. Bush konnte ich mir so ziemlich alles vorstellen. Deshalb hatte ich die Wahl von Trump durchaus als ernsthafte Möglichkeit gesehen. Man muss seinen Sieg in einer demokratischen Wahl akzeptieren. Er hat die Mehrheit der Wähler erreicht und kann unter parlamentarischer Kontrolle nicht den Diktator spielen. Die großen Erwartungen, die er geweckt hat, wird er nicht erfüllen können. Dazu hat er zu viele Probleme zu lösen. Das wird bald zu seiner Entzauberung führen. Der Finanzadel in den USA wird dafür sorgen, dass sich die USA nicht von der Welt isoliert. Auch Trump unterliegt diversen Zwängen.“

Ines Hübner, Bürgermeisterin von Velten: „Das Wahlergebnis hat mich überrascht. Umso wichtiger ist es nun, dass Europa zu einer starken Wertegemeinschaft zurückfindet. Darüber hinaus hoffe ich, dass die künftige Arbeit des Präsidenten von anderen Parametern geprägt sein wird als der öffentliche Wahlkampf.“

Peter Leys, Bürgermeister von Oberkrämer: „Es gab nicht die allerstärksten Kandidaten, für die Amerikaner war es eine schwierige Geschichte. Ich halte den Trump für ganz schön schlimm, da wird uns einiges auf die Füße fallen, zum Beispiel das Ausgrenzen von Russland. Es hat sich ja angedeutet, dass sich Trump und Putin näherkommen werden. Ich denke, da wird es für uns ökonomische Nachteile geben.“

Bernd-Christian Schneck, Bürgermeister Löwenberger Land: „Ich bin enttäuscht und hatte gehofft, dass Clinton sich durchsetzt. Ich habe Befürchtungen, dass sich dieser Wahlsieg auf die Weltpolitik auswirkt. Trump hatte ja angekündigt, das Klimaschutzabkommen und Handelsabkommen zu kündigen. Doch das war Wahlkampf, die Realpolitik sieht hoffentlich anders aus. Mich persönlich hat die Verrohung der Sprache in diesem Wahlkampf entsetzt. Ich habe Sorge, dass das auf den Wahlkampf in Europa, zum Beispiel in die Niederlande und nach Frankreich, ausstrahlt.“

Egmont Hamelow, stellvertretender Landrat: „Damit hatten wohl nicht viele gerechnet. Donald Trump wird sich jetzt der Verantwortung stellen müssen. Er kann sich in den nächsten Jahren der restlichen Welt gegenüber nicht verschließen. Viele US-Amerikaner wollten Trump wahrscheinlich gar nicht, aber sie wollten die Wahl von Hillary Clinton verhindern.“

Filippo Smaldino-Stattaus, ­Bürgermeister im Mühlenbecker Land: „Das Wahlergebnis ist in der Tat ein anderes, als ich es mir gewünscht habe. Als überzeugter Demokrat habe ich das Ergebnis zu res­pektieren. Daher gebührt es dem Gewinner, erst mal zu gratulieren. Eine der größten Herausforderungen für den neuen Präsidenten Trump wird sicherlich sein, das emotional jetzt gespaltene Volk wieder zusammen zu führen und den enormen Erwartungsdruck, den er mit seinen Versprechungen geweckt hat, gerecht zu werden. Persönlich sollte uns Demokraten in Europa das Ergebnis auch eine deutliche Warnung sein, wie können wir in Zukunft unsere erfolgreiche Sacharbeit so darstellen, dass uns die Populisten nicht das Wasser abgraben?“

Stephan Zimniok, Bürgermeister in Birkenwerder: „Ich bin der Meinung, dass die Mehrheit der amerikanischen Wähler eine Entscheidung getroffen hat. Dies müssen wir ­akzeptieren. Ebenso die Tatsache, dass nun ein Populist die Weltmacht Amerika führt. Ich hoffe, dass eine umfassende Analyse den demokratischen Kräften in Amerika die Richtung weist, die eine Wiederwahl ausschließt. Bis dahin hoffe ich weiterhin auf nicht allzugroße Schäden für Amerika und den Rest der Welt. Ich denke ebenfalls, dass die Wahl mit Bernie Sanders anders ausgegangen wäre. Seine ­sozialpolitischen Ansätze wären eine echte Richtungsänderung ­gewesen, die die Ängste der breiten Bevölkerung angesprochen hätte.“

Hans G. Oberlack, Bürgermeister in Glienicke: „Das Wahlergebnis kam für mich überraschend. Meine Erwartungen sind generell, dass sich die Politik in den Vereinigten Staaten und in Europa in Zukunft an den Fakten orientiert und nicht an Tagesstimmungen.“

Martin Rother, amtierender Bür­germeister der Gemeinde Leegebruch: „Ich kann die Weltuntergangsstimmung nicht verstehen. Es war eine demokratische Wahl, deren Ergebnis man zu akzeptieren hat, auch wenn ich Donald Trump als sehr unsympathische Person empfinde. Wichtiger ist es, sich in Deutschland um die eigenen Probleme zu kümmern und nicht den Amerikanern zu sagen, was gut oder schlecht ist. Vielleicht sollte man aber einmal hinhören, was die Menschen zu dieser Entscheidung bewogen hat.“

Von MAZonline

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