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Uff de Weide abgerockt

Rockmusik Uff de Weide abgerockt

Ein dreitägiges Rockfestival fand jetzt am Wochenende auf dem Oberhavel-Bauernmarkt in Schmachtenhagen statt. Auf dem großen Gelände konnte auch gezeltet werden. Viele Musikfans nahmen das Angebot dankend an.

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Sänger und Gitarrist Lutz Neumann von der Band „Shawue“ wird von seiner Frau Heike auf der Violine begleitet.

Quelle: Fotos: Fritz Hermann Köser

Oranienburg . Der Sänger hat eine Bitte, und zwar an die „liebe, gute“ Zeit. Bleib‘ doch ein bisschen stehen, intoniert Lutz Neumann. „Shawue“ nennt sich die Band, die den Augenblick beschwört, jenen Moment, der viel zu schnell vorüber geht. Und wenn es nur ein kleines Lächeln ist.

Die Violine von Heike Neumann, des Sängers Ehefrau, erdet das laute Schlagzeug samt Gitarren und verleiht dem Sound eine besinnlich-folkige Note. Einige Besucher tanzen, nur die großen Kunststoff-Kühe rechts und links von der Bühne wirken noch phlegmatischer als ihre lebenden Artgenossen.

Die Musiker aus Luckau waren wohl einer der Höhepunkte des Musik-Festivals im Oranienburger Ortsteil Schmachtenhagen. „Rock uff de Weide“ fand am vergangenen Freitag und Sonnabend nun zum dritten Mal auf dem Oberhavel- Bauernmarkt statt.

Es ist Sonnabendnachmittag, noch sind nur wenige Besucher da. Gegen Abend geht es erst richtig los, sagt Bauernmarkt-Mitarbeiterin Diana Badtke. Mit dem Festival wolle man eine neue Zielgruppe ansprechen, nämlich jüngere Leute. Man vertreibe regionale Produkte, so die Assistentin im Eventmanagement, warum also nicht auch etwas mit Bands aus der Umgebung aufziehen?

Veranstalter sind der Oberhavel-Bauernmarkt sowie die Band Lee-Rock, einige Musiker seien mit Mitarbeitern des Bauernmarkts befreundet. Das „Line-Up“, die diversen Auftritte der Bands, wurde von Lee Rock organisiert. Viele Musiker haben sich bei uns beworben, so Lee-Rock-Bassist Thomas Joachim. Schwerpunkte seien neben Rock auch Punk und Alternative. Man wolle eben nicht zu sehr Mainstream sein, so Diana Badtke.

In diesem Jahr gebe es für die Camper sogar Gartenduschen, sagt sie stolz. Ökologisch korrekt, ohne Duschgel, aber mit warmen Wasser. Dank den Kanistern, die durch die Sonnenstrahlen geheizt würden. Nötig sei dies nicht unbedingt. „Knallharte Rocker sind schließlich keine Warmduscher“, sagt sie lachend. Sie selbst habe auch gezeltet, aber nur wenige Stunden geschlafen, schon wegen des Lärms. Die Arbeit sei dennoch kein Problem, eher positiver Stress, schon wegen der guten Stimmung.

Daran können auch die Wespen nichts ändern. Gerade hat sie eine verscheucht. Fast alle Mitarbeiter seien bereits gestochen worden, sagt sie. Eiswürfel und rohen Zwiebeln lindern den Schmerz, „haben wir extra bereitgelegt“.

Eröffnet wurde das Konzert von dem Schmachtenhagener Männerchor. Unter anderem mit Songs von Santiano. Sänger Roland Scheel liebt diese Musik, die er als „Nordmännerlieder“ bezeichnet. Rügen ist seine ursprüngliche Heimat, der Kahlkopf mit dem Zopfbart am Kinn liebt die See. Man glaubt es ihm, auf seinem Rücken ist unübersehbar ein Steuerrad tätowiert. Der Männerchor entspreche der berühmten Feuerwehr-Kapelle beim legendären Wacken-Festival, sagt er. So viele Besucher würde er sich auch für den Bauernmarkt wünschen. „Die Weide müsste schwarz vor Menschen sein“, so Roland Scheel.

Dafür läuft alles sehr friedlich ab. Nur ein Betrunkener habe in der Nacht zu Sonnabend randaliert, so Diana Badtke. „Lass mich raus“, habe der Mann immer wieder gebrüllt. Dabei stand er längst vor dem Eingang.

Von Fritz Hermann Köser

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