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Uli-Hoeneß-Streifen aus Gransee

Filmaufnahmen in ehemaliger Fleischerei Uli-Hoeneß-Streifen aus Gransee

Gedreht wurde am Freitag in Gransee eine Szene für den Film „Uli Hoeneß – Der Patriarch“. Den ganzen Tag lang war es in der Rudolf-Breitscheid-Straße ein schwieriges Durchkommen, weil die viele Technik die Straße versperrte.

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Michael Schiller (l.)Sven Gielnik beim Dreh an der Fleischtheke..

Quelle: Uwe Halling

Gransee. „Nein, Uli Hoeneß war nicht selbst vor Ort. Aber es wehte gestern dennoch ein Hauch des einstigen Präsidenten des FC Bayern München durch Gransee. Den ganzen Freitag lang wurde für den ZDF-Film „Uli Hoeneß – Der Patriarch“ in der ehemaligen Fleischerei von Hans-Ulrich Jointza gedreht. „Es geht hier um eine Szene“, sagte Christian Slezak, Set-Aufnahmeleiter. „Es ist nur ein Teil des Films. In Gransee ist es der siebte von zehn Drehtagen.“

Bei „Wild und Geflügel“ in der Rudolf-Breitscheid-Straße 68 waren Sven Gielnik (21 Jahre) und Michael Schiller (51) die Hauptdarsteller. Gielnik, mit etwas längeren Haaren, mimt den jungen Uli Hoeneß, Schiller seinen Vater. Sein Vater war Metzgermeister, Hoeneß später Wurstfabrikant. Die Szene spielt in der Fleischerei, beide stehen hinterm Tresen, in Schürze beziehungsweise mit Kittel. „Für mich ist dieser Film deshalb besonders, weil man selten reale Personen spielt, selbst wenn der Vater von Uli Hoeneß nicht mehr lebt“, sagt Michael Schiller. „Die Herausforderung ist, die Glaubwürdigkeit rüberzubringen“, sagt Schiller, der zwei Tage zuvor in einem Berliner Etablissement noch „Homeland“ gedreht hat. Für ihn war es der einzige Auftritt in dem Streifen.

Interview mit Hans-Ulrich Jointza

Wie kam die Produktionsfirma auf Ihr Geschäft?

Hans-Ulrich Jointza: Da gibt es Leute, die nur solche Objekte suchen. Bei mir war es eine Frau, die den Landen gefunden hat. Sie meldete sich am 1. April. Ich dachte, es wäre ein Aprilscherz. Aber sie hat sich wenig später gemeldet.

Um was zu tun?

Jointza: Sie hat sich das Geschäft angesehen. Es war auch nicht gleich klar, dass sie wirklich in Gransee drehen. Aber es ergab sich dann so.

Musste viel verändert werden?

Jointza: Einige Dinge waren zu modern, die wurden ersetzt.

Hätten Sie sich das erträumen lassen, dass noch einmal Leben in Ihr Geschäft kommt?

Jointza: Überhaupt nicht. Es ist auch etwas komisch. Schließlich haben wir – meine Frau und ich – das Geschäft vor vier Jahren zugemacht. Insgesamt betrieben wir es 21 Jahre lang.

Der Aufwand, den die Fernseh-Produktionsfirma AVE betrieben hat, war – zumindest für Laien – sehr groß. Sechs große Transporter säumten die Breitscheid-Straße, die halbseitig gesperrt und in den Drehpausen völlig dichtgemacht wurde. „Wir sind mit 42 Leuten hier“, so Christian Slezak. Schauspieler, Tontechniker, Maskenbildner, Aufnahmeleitung, Beleuchter. Bis zum späten Nachmittag war das Team im Einsatz. Die vor vier Jahren geschlossene ehemalige Fleischerei erweckte den Anschein, als wäre sie nie geschlossen gewesen. Die Fliesen hingen eh noch an der Wand, einiges an Mobiliar brachte die Produktionsfirma mit. Auch frische Wurst befand sich in der Auslage, im Schaufenster lagen jedoch Requisiten, „Plastenachempfundene Wurst.

„Ich dachte, es ist ein Aprilscherz, als mich genau am 1. April eine Frau anrief und fragte, ob im Geschäft gedreht werden könnte“, sagte der frühere Ladenbesitzer Hans-Ulrich Jointza, der in dem Haus nach wie vor zu Hause ist, die Dreharbeiten genau verfolgte und sich mit den beiden Schauspielern ablichten ließ.

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Die Fleischerei in der Rudolf-Breitscheid-Straße 68 in Gransee steht seit einigen Jahren leer, doch am Freitag herrschte dort Trubel wie einst. Sogar echte Wurst lag wieder in der Auslage. Es wurden Szenen für ein Doku-Drama über Bayern-Patriarch Uli Hoeneß gedreht.

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Die Szenen in Gransee dienen dem fiktiven Teil des Dokudramas. In dem spielen ansonsten Thomas Thieme (Hoeneß) und Lisa Kreuzer (Ehefrau) die Hauptrollen. Gedreht wird in Berlin und Brandenburg. Der Streifen soll im Herbst ausgestrahlt werden. „Uli Hoeneß – Der Patriarch“ ist eine Geschichte von Aufstieg, Fall und Zockerei, Top-Management und Steuerbetrug – ein Lebenslauf mit Widersprüchen, an dem sich die Geister scheiden.

Michael Schiller war das erste Mal in Gransee. „Schade eigentlich, denn ich wohne in Berlin. Es ist doch ein sehr schöner Ort.“

Von Stefan Blumberg

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