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Umstrittene Hundehalterin Gisela Voß ist tot

Polizeieinsatz in Liebenwalde Umstrittene Hundehalterin Gisela Voß ist tot

Der Name Gisela Voß erweckt bei vielen Liebenwaldern und bei Tierschützern aus dem gesamten Kreis Oberhavel keine guten Erinnerungen. 2006 war Gertrudenhof an der Zehdenicker Chaussee in Liebenwalde geräumt worden. 300 verwahrloste Hunde, die unter unsäglichen Umständen lebten, wurden vom Hof geholt. Die Helfer sprachen damals von unfassbaren Bildern.

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Auf dem Gertrudenhof lebte Gisela Voß. Hinter den links zu erkennenden Absperrungen werden Ziegen und Schafe gehalten.

Quelle: Andrea Kathert

Liebenwalde. Die 71-jährige Gisela Voß wurde am Dienstagnachmittag auf dem Gertrudenhof in Liebenwalde tot aufgefunden. Viele Liebenwalder und vor allem Tierärzte und Tierschützer aus dem gesamten Landkreis werden mit dem Namen keine guten Erinnerungen verbinden. Im Mai 2006 war das abgelegene Gehöft an der Zehdenicker Chaussee zwangsgeräumt worden. Gisela Voß hatte damals mit einem riesigen Rudel von Huskys und Schäferhundmischlingen auf der abgelegenen Hofstelle gelebt. 231verwahrloste und zum Teil kranke und unterernährte Hunde, die unter unsäglichen Bedingungen gelebt hatten, wurden vom Hof geholt. Die Helfer sprachen damals von unfassbaren Bildern.

Nun ist die Frau offenbar tot. Am Dienstagnachmittag hatte sich die bestellte Betreuerin an die Stadt Liebenwalde gewandt. Sie hätte Frau Voß schon tagelang nicht mehr erreicht. „Wir sollten der Betreuerin helfen, auf das Grundstück zu kommen“, schildert die stellvertretende Bürgermeister Martina Schnur. „Aber die Mitarbeiter unseres Ordnungsamtes konnten nur noch den Notarzt rufen“, sagt Martina Schnur.

Auch die Polizei war zum Gertrudenhof gerufen worden. „Man hat die Frau leblos vorgefunden“, bestätigt Dörte Röhrs von der Pressestelle der Polizeidirektion Nord. „Sie muss schon längere Zeit dort gelegen haben“, so die Polizeisprecherin weiter. Bei den Temperaturen der letzten Tage sei eine zweifelsfreie Identifizierung nicht möglich gewesen. Der Notarzt hätte darum einen Totenschein mit ungeklärter Todesursache ausgestellt. Deshalb sei das übliche Prozedere für solche Fälle in Gang gekommen. „Es wurde ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet“, so die Polizeisprecherin. „Eine Fremdeinwirkung war aber nicht ersichtlich“, sagte Dörte Röhrs. Türen zum Haus oder Hof seien auch nicht aufgebrochen worden.

Gisela Voß hatte auf dem Gertrudenhof wieder etliche Tiere gehalten. Zwei Ponys, ein Schwein, vier Schafe, sieben Ziegen, zwei Hunde sowie Katzen, Gänse und Hühner. Ein Hund wurde tot aufgefunden.

Ponys, Schafe, Ziegen und zwei Hunde werden  auf dem Hof gehalten

Ponys, Schafe, Ziegen und zwei Hunde werden auf dem Hof gehalten. Das Ordnungsamt kontrolliert, dass der Bestand keine Überhand nimmt.

Quelle: Andrea Kathert

Nach der Zwangsräumung 2006 war der Frau vom Landkreis und der Stadt Liebenwalde untersagt worden, wieder Hunde und Wirbeltiere zu halten. Allerdings lebt inzwischen auf dem Gertrudenhof zeitweise ein Mann, der sich um die Tiere mit kümmert. „Deshalb haben wir die Auflagen etwas gelockert“, erklärt Martina Schnur. Die Hofstelle sei aber vom Ordnungsamt regelmäßig kontrolliert worden. „Damit es nicht wieder Überhand nimmt mit den Tieren.“ Die letzte Kontrolle war erst am 4. August. „Da war alles noch gut.“

Der Helfer von Gisela Voß war auch am Dienstagnachmittag erschienen und hatte die Tiere versorgt. Auch am Mittwoch war er auf dem Gertrudenhof zugange und kümmerte sich um Wasser und Futter. Deshalb können die Tiere vorerst auf dem Hof bleiben. „Ansonsten hätten wir sie ins Tierheim nach Ladeburg gebracht“, sagt Martina Schnur.

Übertriebene Tierliebe

Im Mai 2006 war es zu einem Großeinsatz auf dem Gertrudenhof gekommen. Hundemeuten hatten zum wiederholten Male Schafe gerissen. Es wurde vermutet, dass es sich um die Hunde von Gisela Voß handelt.

Mitarbeiter des Veterinäramtes, der Polizei, Feuerwehr und viele Helfer hatten über Stunden 231 Hunde aus Zwingern und Verschlägen geborgen. Die Tiere waren teilweise krank und unterernährt. Die Helfer fanden mehr als 30 Hundewelpen in Erdtunneln. Zwei Tiere mussten sofort eingeschläfert werden. Auf dem Hof wurden etliche Tierkadaver entdeckt.

Gisela Voß hatte bei der Zwangsräumung 2006 und bei einer überraschenden Kontrolle des Veterinäramtes 2013 angedroht, sich umzubringen, wenn man ihr die Hunde nimmt.

 

Von Andrea Kathert

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