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Marienthal hat Angst vor dem Sondermüll

Umweltskandal in der Trottheide Marienthal hat Angst vor dem Sondermüll

Noch immer ist unklar, wie die in der Trottheide verklappten Schadstoffe wirken. Die für 2014 zugesagte Tiefenanalyse musste abgesagt werden. Das Landesbergamt will im Herbst einen neuen Anlauf nehmen. Die Bürger sind ungeduldig.

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2016 jährt sich der Trottheide-Skandal.

Quelle: Cindy Lüderitz

Marienthal. Die bereits für 2014 zugesagte Tiefenanalyse der mit Schadstoffen verunreinigten Marienthaler Trottheide soll in diesem Herbst beginnen. Das bestätigte Hans-Georg Thiem vom Landesbergamt am Dienstag auf MAZ-Nachfrage.

Das Projekt habe sich verzögert, weil der Spezialist des Helmholtz-Instituts, für den sich Bürgerinitiative und Behörde nach Gesprächen im vergangenen Jahr als Partner entschieden hatten, nicht mehr zur Verfügung steht. Die im Landeshaushalt eingeplanten Mittel in Höhe von 140 000 Euro wurden deshalb nicht abgerufen, erklärte Thiem. Im Etat 2015 sind sie aber wieder drin. Mitglieder des Vereins hatten dennoch Sorge, dass sie ein weiteres Mal vertröstet würden und diese Chance verstreicht.

Bürgerinitiative will Sicherheit

In einem Schreiben forderte die Initiative das Bergamt respektive das zuständige Ministerium jetzt zum Handeln auf. „Wenn wir jetzt nichts unternehmen, war die Mühe der vergangenen Jahre umsonst“, sagte Christian Albroscheit am Dienstag. „Wir wollen endlich Sicherheit“, betonte der Pfarrer und Vereinsvorstand. Allein durch die Untersuchung würde die Trottheide noch kein Stück saniert – die Ergebnisse seien aber Voraussetzung dafür, zu erfahren, inwieweit die in der Trottheide verklappten Schadstoffe „aktiv“ seien.

Sondermüll im Loch

2016 ist es genau zehn Jahre her, dass Marienthaler Bürger den Umweltskandal aufdeckten. Mehr als 9000 Kubikmeter Sondermüll hatte ein Recyclingbetrieb in dem Restloch verbuddelt. Unter anderem medizinischen Abfall aus Krankenhäusern. Die Verantwortlichen wurden zur Rechenschaft gezogen, ein Teil des Materials wurde geborgen und fachgerecht entsorgt. „Ganz viel ist aber noch drin und wir wissen bis heute nicht, wie die dort gelösten Stoffe reagieren oder wie mobil sie sind“, so Albroscheit. Diese Unwissenheit treibt die Bürger der Gemeinden seit Jahren um.

Unter Beobachtung

Die Trottheide steht seit 2007 unter Beobachtung. Das Landesbergamt hat Messpunkte eingerichtet und analysiert im Rahmen der Gefahrenabwehr zweimal im Jahr Proben. Das Monitoring gebe bislang keinen Anlass zur Sorge.

„Grenzwerte werden nicht überschritten“, bestätigte Hans-Georg Thiem. „Unser Fokus liegt auf einer möglichen Ausbreitung. Priorität hat der Schutz des Trinkwassers.“ Bis zum Spätsommer will das Bergamt nunmehr das Auswahl- und Vergabeverfahren abgeschlossen haben. Im Herbst soll die Tiefenanalyse beginnen.

Die Trottheide hat sich über die Jahre verändert. Aus dem vormals kahlen Restloch ist ein rundum dicht bewachsenen Biotop geworden. „Es sieht schön aus. Aber die Unruhe ist trotzdem ein ständiger Begleiter“, so Albroscheit.

Von Cindy Lüderitz

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