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Unikate aus Leegebruch

Leegebruch Unikate aus Leegebruch

Olaf Scholz ist gelernter Fliesenleger. Als die Meisterpflicht 2002 aufgehoben wurde, entschied er sich eine Fliesen-; Baustoff- und Sanitärhandel in Leegebruch aufzumachen, wo er Anfang der 90er Jahre auch mal als Gemeindevertreter und Vorsitzender des Sportvereins aktiv war. Ihm liegt sein Wohnort am Herzen.

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In der Badausstellung bei „Fliesen Scholz“ kann probegebadet werden. Olaf Scholz gefallen die ästethischen Möglichkeiten seines Berufs.

Quelle: Fotos: Gawande

Leegebruch. Zur Zeit ist Olaf Scholz, Inhaber des Leegebrucher Fliesen-, Baustoff- und Sanitärhandels „Fliesen Scholz“ im Ort ein gefragter Mann. Ständig werde er im Ort nach dem Jahrhundertregen Ende Juni um Hilfe gebeten. „Jeden Tag liegen Gutachtenaufträge zur Schadensermittlung auf meinem Tisch“, erzählt der 56-jährige Unternehmer. „Ich erfahre alle Geschichten.“

Es sei nicht in Worte zu fassen, was er in den letzten Wochen an Auswirkungen des Hochwassers zu sehen bekommen habe. Aber Scholz, der sein Unternehmen 1990 gegründet hat, hilft gern. Egal ob beim Benefizkonzert für die Hochwassergeschädigten in Kremmen, wo er Lose sponserte, oder beim Konzert in Leegebruch. „Engagement ist mir wichtig, ich fühle mich hier im Ort heimisch.“ Für die vom Hochwasser betroffenen Kunden bietet er noch bis Monatsende Sonderpreise für Sanierungsputz und Schnellzement an. Das kommt an.

Dabei beeinträchtigen die Folgen des Starkregens auch sein Geschäft. Denn durch die Sperrung der Birkenallee, an deren hinterstem Ende sich sein Geschäft befindet, fehle ihm die Laufkundschaft, so Scholz. „Das ist am Umsatz deutlich zu spüren. Die Situation in Leegebruch ist eine Katastrophe“, erklärt der gelernte Fliesenleger, der selbst Anfang der 90er-Jahre als Gemeindevertreter aktiv war. Gleichzeitig war er zu der Zeit Vorsitzender des Sportvereins Blau-Weiß Leegebruch, der damals 350 Mitglieder hatte. „Das war eine große Verantwortung“, erinnert sich Scholz an die Zeit, als zum Verein noch die Bereiche Fußball, Volleyball, Tischtennis, Gymnastik und Schach gehörten. „Heute sind alle eigenständig“, sinniert der zweifache Vater, der selbst aktiv Volleyball bei Stahl Hennigsdorf spielt.

„In der ersten Männermannschaft“, ergänzt Scholz nicht ohne Stolz. „Ich mache viel Sport, das ist ein guter Ausgleich zum Job.“ Als er Ende der 70er-Jahre von Oranienburg nach Leegebruch kam, absolvierte er in der Eichstädter Außenstelle des ZBE-Landbau Nasssenheide seine Ausbildung zum Fliesenleger. Es wurde sein Traumberuf. Sein Vater habe ihm den Tipp auf den Weg gegeben: „Mach deinen Beruf zum Hobby.“ Diesen weisen Satz habe er immer befolgt, verrät Olaf Scholz.

Er hätte gerne weiter als Fliesenlegermeister sein Geld verdient, was jedoch nach dem Wegfall der Meisterpflicht 2002 nahezu unmöglich wurde. „Die Preise gingen in den Keller, es war schwer zu überleben. Wir waren mal 30 Fliesenlegerfirmen in der Region, viele sind pleite gegangen.“ Und so entschied sich Scholz 2003 sein Fachgeschäft aufzumachen. Heute bietet er acht Angestellten Arbeit und bildet zwei Azubis zu Kaufleuten im Groß- und Außenhandel aus. „Wir vermitteln auch Handwerkerleistungen, aber im Fokus stehen die Bereiche Beratung, Planung und Verkauf.“

So können sich Kunden Gestaltungsmöglichkeiten in der 2015 eröffneten Badausstellung ansehen, in der man sogar probebaden kann. Aber auch Küchen, Innenbereiche oder Außenanlagen plant Olaf Scholz. Beliebt seien derzeit Fliesen in Holzoptik, erzählt der Fachmann. Auch für das Wohnzimmer, wegen der Fußbodenheizungen. Am liebsten in hellen, warmen Brauntönen oder für modernes Design in Grau, schlamm- und erdfarben.

„Wir bieten das Komplettpaket. Jeder bekommt ein Unikat. Es gibt so viele Gestaltungsmöglichkeiten, da ist nichts von der Stange.“ Man hebe sich damit von anderen Händlern oder Baumärkten ab. Besonders durch die intensive Beratung. So stammt die Fliesenplanung der Mehrzweckhalle in Eichstädt ebenso von Olaf Scholz wie die historischen Fliesen in der Bäckerei Plentz im Bahnhof Velten oder ein Fischtresen für die Firma Dr. Oetker.

Von Ulrike Gawande

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