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Oberhavel Unterbelichtet unterwegs
Lokales Oberhavel Unterbelichtet unterwegs
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02:17 04.09.2015
Radfahrer in der Dämmerung. Quelle: dpa
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Oberhavel

Erst im letzten Moment hat Cornelia Opara vom Fahrersitz ihres Autos aus den Radfahrer gesehen: „Dunkel bekleidet, ohne Licht und meine Scheiben beschlugen immer wieder durch den Tau auf den Scheiben“, schreibt sie entschuldigend auf der Facebook-Seite von MAZ Oberhavel. Die junge Frau bittet, das Thema aufzugreifen: Beinahe hätte sie den Radler übersehen...

Erst am Tag zuvor hatte sie beobachten können, wie ein Autofahrer rückwärts aus einer Einfahrt fuhr – „und fast eine Radfahrerin umgefahren hätte“. Die Dame sei ebenfalls ohne Licht und dunkel bekleidet unterwegs gewesen.

Für Radfahrer gelten die selben Pflichten wie für Kfz-Führer

„Grundsätzlich gelten für Radfahrer die gleichen Rechte und Pflichten wie für Pkw-Fahrer“, sagt Polizeisprecher Toralf Reinhardt – „natürlich auch die Pflicht, bei Dunkelheit mit angemessener Beleuchtung zu fahren“. Dämmerung sei ein spezielles Problem, ähnlich wie Regen oder Nebel. Grundsätzlich sollte jeder „angemessen“ zu sehen sein und selbst den Straßenraum derart beleuchten, dass er sein Fahrzeug sicher führen kann. Wenn Radfahrer gegen diese Regel verstoßen, „wird in der Regel auch polizeilich reagiert“, sagt Reinhardt: Das entsprechende Verwarngeld betrage zwischen 20 Euro für den Grundtatbestand und 35 Euro, wenn es zum Unfall kam. Kontrolliert werde das von der Polizei zu Beginn der „dunklen Jahreszeit“, also im Herbst. Der Polizeisprecher verweist zudem darauf, dass quasi „unterbelichtete“ Radfahrer schnell auch ihren Versicherungsschutz verlieren. Das heißt konkret: Selbst wenn sie zum Beispiel am Unfall keine Schuld tragen, müssten sie mit einem hohen Eigenanteil rechnen.

Wegen fehlender „Knautschzone“ helfen Helme

Die Polizei empfehle aufgrund der hohen Eigengefährdung der Radfahrer, der ja keine schützende „Knautschzone“ um sich habe, neben Fahrhelmen und der notwendigen aktiven Beleuchtung deshalb immer zusätzlich auch Reflektoren zu verwenden. Im Zuge der polizeiliche Fahrradprüfungen im Grundschulbereich werde dies nicht nur unterrichtet, so Toralf Reinhardt. Sondern mit Hilfe von Sponsoren wie etwa der Verkehrswacht würden den Kindern auch Klick-Reflektoren oder ähnliches ausgegeben.

Grundsätzlich seien die Unfallzahlen mit Radfahrer-Beteiligung im Bereich Oberhavel „auf hohem Niveau stabil“, sagt der Polizeisprecher. Das wiederum zeige, dass sich die meisten Radfahrer verantwortungsbewusst verhalten. Im Zusammenhang mit dem Schulbeginn in dieser Woche verweist Reinhardt zudem auf die Verantwortung und Vorbildfunktion der Erziehungsberechtigten im Speziellen und dem Älteren gegenüber den Jüngeren oder dem Stärkeren (Pkw) gegenüber dem Schwächeren (Radfahrer) im Allgemeinen.

Polizei rät: Nicht am falschen Verhalten anderer orientieren!

Fazit des Polizeisprechers: Autofahrern wie Cornelia Opara sei für ihr aufmerksames Verhalten zu danken. Sie sollten sich weiter richtig verhalten und nicht am falschen Verhalten anderer orientieren. Fahrer auf Rädern ohne Licht hält Cornelia Opara jedenfalls für „verantwortungslos“. Und ein bisschen auch für lebensmüde.

Die Radfahrer-Unfallstatitik der Polizei

Im Bereich der Polizeiinspektion Oberhavel ereigneten sich im ersten Halbjahr 2015 insgesamt 133 Verkehrsunfäll mit Beteiligung von Radfahrern, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 141 (-5,7 Prozent).

Die Zahl der Schwerverletzten sank im genannten Zeitraum von 20 (2014) auf 17 (-15 Prozent), die der Leichtverletzten von 92 auf 85 (-7,6 Prozent).

Während die Statistik für 2014 in Oberhavel zwei Tote ausweist, gab es in diesem Jahr im selben Zeitraum keine Toten.

In Oranienburg ereigneten sich 42 der genannten 133 Unfälle, im Vorjahr waren es dort 45 (-6,7 Prozent). Dabei wurden drei Personen schwer und 25 leicht verletzt, 2014 gab es im Stadtgebiet vier Schwer- (-25 Prozent) und 30 Leichtverletzte (-16,7 Prozent).

In Hennigsdorf registrierte die Polizei im ersten Halbjahr 24 Radler-Unfälle, sieben mehr als 2014 (+41,2 Prozent). Die Zahl der Schwerverletzten stieg dadurch von zwei auf sieben, die der Leichtverletzten von 11 auf 12.

Von Helge Treichel

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