Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Unterstützer aus Hamm

Oranienburg Unterstützer aus Hamm

Werner Gudrian aus Oranienburgs Partnerstadt Hamm gibt dem parteilosen Kevin Blüthgen Tipps im Wahlkampf. Denn der einstige Personalratsvorsitzende der Stadt Hamm war 2014 auch als Einzelbewerber in die Wahl gestartet. OB ist er nicht geworden, „ich habe aber ein Zeichen gesetzt“.

Voriger Artikel
Wohnungen in ehemaliger Kaserne fertig
Nächster Artikel
Giftköder: Labrador überlebt nur knapp

Werner Gudrian (r.) ist oft in Oranienburg. Er hat viele Freunde hier und kann Kevin Blüthgen manchen Tipp geben.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Oberbürgermeister von Oranienburgs Partnerstadt Hamm ist Werner Gudrian damals nicht geworden, aber darum ging es ihm auch gar nicht in erster Linie. Der damalige stellvertretende Personalratsvorsitzende der Stadt fand aber, dass „ein breiteres Angebot als die Kandidaten der großen Parteien zur Demokratie gehören“. Und bewarb sich bei den Wahlen 2014 als parteiloser Einzelbewerber neben weiteren fünf Anwärtern auf das Amt des OB. So wie heute Kevin Blüthgen, der einer von acht potenziellen Nachfolgern von Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) ist. Seine Unterstützerunterschriften hat er zusammen. Er kann sich der Wahl stellen.

„Ich habe damals meinen Hut in den Ring geworfen. Ich wollte einfach ein Zeichen setzen“, erinnert sich Gudrian. Ihn habe damals zum Beispiel gestört, dass bei der Müllabfuhr von Hamm immer mehr Personal gespart wurde. „Es wird immer nur über Familienfreundlichkeit geredet, aber die Leute hatten stattdessen immer mehr zusätzliche Schichten.“ Er habe damals noch auf einem Formblatt selbst Unterstützerunterschriften gesammelt. 350 bekam er, 290 hätte er gebraucht. Und am Wahltag „habe ich dann mehr Stimmen bekommen als Pro Hamm“. Gudrian vereinte am Wahltag 2271 und damit drei Prozent der abgegebenen Stimmen.

Dass heute die Bürger ins Bürgeramt kommen müssen, um mit ihrer Unterschrift einem Parteilosen die Kandidatur zu ermöglichen, findet Werner Gudrian „undemokratisch, denn es erschwert Leuten, die etwas bewegen wollen, zu kandidieren.“

Geld für einen Wahlkampf hatte er damals nicht. Plakate hat er keine geklebt. 650 Euro umfasste sein Budget. Dafür hat er zum Beispiel Pins mit dem Aufdruck „www.wirwollenwerner“ anfertigen lassen, für den guten Zweck verkauft und 1000 Euro an ein Kinderhospiz gespendet. Werner Gudrian ist gern und oft in Oranienburg. Hat hier Freunde, man trifft sich zum Volleyball, gerade waren sie gemeinsam in Norwegen die Angeln auswerfen. Er findet die vielen Bewerber hier gut. Seit Juni kennt er Kevin Blütgen. Seit 2016 ist Gudrian im Ruhestand. „Aber ich konnte als Kandidat damals Anstöße geben, die etwas gebracht haben“, so seien Straßenzüge inzwischen erneuert worden, deren Zustand arg in der Kritik stand, ein Freibad gebe es in einem Teil von Hamm, in dem es keines gab. Blüthgen wünscht er im Wahlkampf viel Erfolg.

Der 35-Jährige ist gebürtiger Oranienburger und lebt mit seiner Partnerin und dem fünfjährigen Sohn gern in der Stadt. Der gelernte Industrieelektronikers arbeitet im Property Management in einer Gebäudeverwaltung in Berlin. Kevin Blüthgen ist „Wasserwachtler“ und als ehrenamtlicher Rettungsschwimmer am Lehnitzsee unterwegs. Er gehört zu den Mitbegründer der „Frostis Fun Crew“, dem Team der Oranienburger Eisbader. Er geht als Parteiloser ins Rennen ums Bürgermeisteramt, „weil ich mit den Parteien ein Problem habe. Mit allen“, sagt er. Er könne sich mit ihrer Politik nicht identifizieren. Er selbst hat von seinem Wahlrecht noch nie Gebrauch gemacht. Als 2015 bei der Wahl des neuen Landrates sehr viele den Wahlurnen fern blieben, „habe ich begonnen, mich damit auseinanderzusetzen.“ Seine Probleme mit den Parteien begründet er zum Beispiel damit: „Derzeit wollen alle Kandidaten wissen, was die Bürger wollen. Bürgernähe ist ihnen wichtig. Aber warum nur vor Wahlen? Probleme haben die Bürger nicht nur alle acht Jahre.“

Seine Unterstützerunterschriften haben Kevin Blüthgen Mut gemacht. Und so mancher habe ihm signalisiert, dass er einfach keine Partei mehr wählen wolle. Darauf setzt er.

Von Heike Bergt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg