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Unterwegs mit einer GPS-Schatzsucherin

Velten Unterwegs mit einer GPS-Schatzsucherin

Was ist eigentlich Geocaching? Wir waren unterwegs mit Aliona Budach (17) aus Velten. Sie geht regelmäßig auf Schatzsuche und nutzt dafür im Internet bereitgestellte geografische Daten. Um ans Ziel zu kommen, stellen Geocacher die verrücktesten Sachen an und selbst der unsportlichste Computerfreak wird plötzlich aktiv.

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Die kleinen Boxen mit den Schätzen, können überall versteckt sein. Mitten im Wald oder irgendwo in der Stadt.

Quelle: Lasse Hendriks/Fotolia

Velten. Das Handy blinkt. Gleich ist es so weit. Nur noch wenige Meter fehlen, bis das Ziel erreicht ist. Alina Budach bückt sich, tastet Gegenstände ab und kriecht auf dem Boden – auf der Suche nach einer kleinen Dose.

Alina Budach ist quer durch Velten unterwegs. Bereits seit drei Jahren ist sie aktive Geocacherin und regelmäßig auf der Suche nach neuen „Schätzen“. „Angefangen hat alles während eines Spazierganges mit meinem Hund, danach konnte ich nicht mehr aufhören“, erzählt die 17-jährige Gymnasiastin. Um ans Ziel zu kommen, stellen Geocacher die verrücktesten Sachen an und selbst der unsportlichste Computerfreak wird plötzlich aktiv.

Aber wie funktioniert diese moderne Schatzsuche überhaupt und wieso macht sie so süchtig? Sobald man sich in der offiziellen Geocaching-App angemeldet hat, kann die Suche losgehen. Auf einer Karte werden einem Geocaches aus der Umgebung angezeigt. Jeder Cache ist mit Koordinaten versehen, welche die Navigation zum Ziel ermöglichen. „Der Weg dorthin ist unglaublich aufregend. Die Spannung steigt, während die Meter zum Cache immer weniger werden.“, schildert Alina begeistert.

Wo ist der Schatz=

Wo ist der Schatz=

Quelle: WoGi/Fotolia

In der Nähe des Ziels angekommen geht die detaillierte Suche los. Meist gibt der Cacheowner, der Besitzer des Schatzes, zwar Hinweise wo der Cache versteckt sein könnte. jedoch verraten diese meistens nur grob, wo man ihn finden kann.

Am Ziel angekommen, begibt Alina sich mit dem Geocache-Hinweis „Wegweiser“, auf die genaue Suche. In der Nähe befinden sich etliche Straßenschilder und eine stillgelegte Bahnlinie. Bevor sie die Suche jedoch beginnt, sagt sie, dass die Suche des Schatzes möglichst unauffällig ablaufen muss. „Beim Geocaching ist nicht nur die Suche eine Herausforderung, sondern auch das Versteckspiel mit sogenannten Muggles“, erklärt Alina.

Alina Budach mit einem Schatz

Alina Budach mit einem Schatz.

Quelle: Véronique Bauer

Dabei ist hier natürlich nicht von Zauberei-Unkundigen – wie in den Harry-Potter-Romanen – die Rede, sondern von Menschen, welche unwissend in Bezug auf das Geocaching sind. So ist es Bestandteil der Suche, den Geocache möglichst unbeobachtet und unauffällig zu suchen und zu loggen, was sich besonders an öffentlichen Orten als schwierig erweist.

Nachdem alle Schilder vergeblich abgelaufen sind, schaut Alina sich noch einmal um. Ihr fällt auf, dass die Bahnstrecke durch eine Weiche in zwei Richtungen geteilt wird. Möglicherweise befindet sich dort der Schatz. Dort angekommen, braucht sie nicht lange, bis sie die Geocaching-Dose in der Hand hält. Mit einem breitem Lächeln im Gesicht öffnet sie diese und holt einen bereits ziemlich vollgeschrieben Zettel hervor. Dieser ist das Logbuch und ist somit der wichtigste Bestandteil des Schatzes.

Darin trägt sie sich mit ihrem Geocaching-Nutzernamen, dem Datum und der Uhrzeit in das Logbuch ein und legt die Dose danach samt Inhalt wieder an ihren Platz zurück. „Ich freue mich jedes Mal riesig, wenn ich den Cache in der Hand halte. Je öfter man geocachen geht, desto größer werden die Freude und der Suchtfaktor“, sagt Alina.

Geocaches lassen sich so gut wie überall und an den verschiedensten Orten finden. Ganz egal, ob Dorf oder Großstadt, unter einem Stein oder auf einem Baum, die Schätze können nahezu überall versteckt sein. Somit kann sich die Suche teilweise als noch viel schwieriger erweisen. Manchmal findet man die Caches sogar an Orten, an welchen man täglich vorbei läuft, ohne es zuvor geahnt zu haben.

Nicht nur die Verstecke, sondern auch die Geocaches selbst sind sehr individuell ausgewählt und gestaltet. Von einer einfachen Filmrolle bis zur echten Schatztruhe ist, selbst in unserer Region, alles zu finden.

Es kann manchmal aber auch zu Misserfolgen kommen, zum Beispiel wenn man einen Cache nicht finden kann, da dieser einfach zu gut versteckt ist. Aber auch dies stellt kein Problem dar. Per App kann jeder Kontakt zum Geocacheowner, dem Besitzer des Schatzes, herstellen und nach Hinweisen fragen. „Als Geocacher braucht man viel Durchhaltevermögen und muss auch Misserfolge akzeptieren“, so Alina Budach.

Manche Suchen dauern länger als andere und manche können auch leer ausgehen. Findet man den Schatz jedoch, ist die Freude groß. Außerdem hat diese originelle Art der Schatzsuche definitiv einen Suchtfaktor. Je mehr Caches man findet, desto motivierter geht man die nächsten Suchen an. Mit der Devise: „Der Weg ist das Ziel!“ hat man bereits nach ein paar Caches nicht nur ein Schrittziel von 10 000 Schritten erreicht, sondern war für mehrere Stunden doch tatsächlich im wundervollen „Real Life“ und an Plätzen, die man vorher vielleicht noch nicht kannte.

Von Véronique Bauer

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