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Oberhavel Urgestein des Glienicker Frauenturnens
Lokales Oberhavel Urgestein des Glienicker Frauenturnens
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17:21 21.02.2018
So kennt man Rosemarie Haeseiin Glienicke: Mit dem Käppi vom SV Glienicke und dem Fahrrad auf Tour. Quelle: Enrico Kugler
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Glienicke

Als der Sportverein Glienicke 1999 sein 50-jähriges Bestehen feierte, hatte der 1949 noch als Sportgemeinschaft Glienicke gegründete Verein mit Kegeln, Frauenturnen, Volleyball und Fußball gerade einmal vier Abteilungen. Fast zwanzig Jahre später gibt es nun neun Abteilungen, fast 900 Mitglieder und der Verein steuert auf seinen 70. Geburtstag zu.

Jeden Dienstag trainieren die Frauen in der Dreifeldhalle in Glienicke. Quelle: privat

Ein Mitglied, dass dem Verein schon mehr als 60 Jahre treu ist, ist Rosemarie Haese, die seit 1955 zur Abteilung Frauenturnen/Gymnastik unter dem Motto „Beweglich und fit!“ gehört. Doch erst 1968 wurde sie auch offiziell Mitglied im Verein, der damals Betriebssportgemeinschaft (BSG) Einheit Glienicke hieß, so dass sie in diesem Jahr auf ein halbes Jahrhundert Vereinszugehörigkeit zurückblicken kann. Zur Jahreshauptversammlung im Herbst wird es für sie daher eine Ehrenurkunde und ein Geschenk geben.

Gymnastik für Senioren gibt es jeden Montag. Dann ist auch Rosemarie Haese natürlich mit von der Partie. Quelle: Enrico Kugler

Rosemarie Haese ist ein Urgestein – auch wenn sie dieses Wort nicht besonders mag – des Vereins, dessen Geschichte sie im Jubiläumsjahr 1999 zusammen mit Vera Steirat für eine 64-seitige Chronik zusammengetragen hat. Damals noch in „Handarbeit“, wie sich die 78-jährige Glienickerin erinnert. „Wir hatten kein Internet, kein Handy, aber immerhin einen PC und einen Drucker.“ In der Orts-Chronik von Glienicke wurde zur Erstellung der Broschüre ebenso recherchiert wie alte oder ehemalige Glienicker befragt.

Das Logo für die Abteilung hat Wolfgang Würfel entworfen. Quelle: Enrico Kugler

An ihre Anfänge im SV Glienicke kann sich Rosemarie Haese, die in Berlin-Hermsdorf geboren wurde, jedoch in Glienicke aufgewachsen ist, noch gut erinnern. Erst 1954 wurde die erste Turnhalle – die heutige Alte Halle – im Ort gebaut. Bis dahin wurde auf Plätzen oder in anderen öffentlichen Räumen Sport getrieben. Wie beispielsweise im Lokal „Schwarz“. „Wir haben nicht vor dem Fernseher gesessen, sondern auf der Straße gespielt, Handstand und Radschlagen geübt oder im Garten geholfen.“ Im Verein stand im Winter Geräteturnen auf dem Plan, im Sommer wurde auch Leichtathletik trainiert. Schon Rosemarie Haeses Vater und Bruder waren Turner. „Ich bin da so reingewachsen.“

Vereinsjubiläen werden stets große gefeiert. 2019 wird der Verein 70 Jahre alt. Quelle: privat

Schließlich habe es damals auch nicht viel Auswahl gegeben. Bis heute geht sie jeden Dienstag zum Training. Wenn nicht gerade Englisch- oder Stenografiekurs war, schmunzelt die Seniorin, die 1968 erstmals an einer Sport-Kreisdelegiertenkonferenz teilnahm. Sie engagierte sich als Sportwartin und wurde 1971 zur Schriftführerin der 1950 gegründeten Abteilung Frauenturnen gewählt. Diesen Posten hat sie bis heute inne. „Nur heißt es jetzt Öffentlichkeitsarbeit“, lacht sie. Von allen wird sie liebevoll Rosi genannt. An der Schule für Handel und Verwaltung absolvierte Haese eine Ausbildung zur Sekretärin. Erst war sie „Tippse“ im Haus der Ministerien, arbeitete dann 18 Jahre lang beim Motorsportverband und zuletzt im Außenhandel. „Ich war gerne arbeiten.“

Auch zum Faschingsturnen treffen sich die Frauen des SV Glienicke. Quelle: privat

1972 ließ sich die Mutter eines Sohnes zur Übungsleiterin ausbilden und 1986 ging sie mit vier weiteren Frauen zum einwöchigen Lehrgang „Popgymnastik“. Bis heute denke sie gerne an diesen Kurs zurück, schmunzelt Haese. „Vor allem an den Muskelkater.“ Zugute kam Rosemarie Haese bei der Gestaltung ihrer Übungsprogramme aber auch ihre Liebe zur Musik. Als junges Mädchen erlernte sie das Klavierspiel. „Ich hatte zwei gleichwertige Hobbys: Sport und Musik. Doch durfte der Klavierlehrer nichts vom Geräteturnen wissen und den Sportlern erzählte man nichts von Bach und Beethoven.“ Doch eine Sehnenscheidenentzündung habe eine musikalische Laufbahn verhindert.

Sportverein Glienicke Nordbahn e.V.

Der Sportverein Glienicke Nordbahn e.V. wurde 1949, damals als Sportgemeinschaft, gegründet. Heute hat der Verein neun Abteilungen und fast 900 Mitglieder. Die Abteilung Frauenturnen/ Gymnastik gibt es seit 1950. Sie umfasst heute die Bereiche Gymnastik, Walking und Eltern-Kind-Turnen. Das Logo wurde von Wolfgang Würfel entworfen. Die Gymnastikgruppe ist offen für Frauen in allen Altersklassen. Jeden Dienstag von 20 bis 21 Uhr treffen sich die Frauen in der Dreifeldhalle in Glienicke unter dem Motto „Beweglich und fit!“. Das Programm reicht von Stretching über Pilates bis Power-Yoga. Als wechselnde Zusatzprogramme werden ab 21 Uhr Entspannung, Drums Alive oder Pezziball-Übungen angeboten. Vier kostenlose Probestunden sind möglich. Großen Wert wird in der Gymnastikgruppe auf ein geselliges Vereinsleben mit Faschingsturnen, Winterwanderung, Radtour, Grillfest und Weihnachtsfeier gelegt. Seit 1979 unterstützen Übungsleiterinnen vom SV Glienicke die Senioren-Gymnastik beim Senioren-Club. Dort treiben Mitglieder vom Frauenturnen und des Senioren-Clubs gemeinsam Sport. Info:
www.sv-glienicke.de

Mit der Familiengründung habe ihr dann die Zeit fürs Klavierspiel gefehlt – die Sportstundenteilnahme wurde jedoch konsequent eingehalten. Erst als Rentnerin begann die engagierte, aber stets bescheidene Frau wieder mit dem Klavierspiel. Auch, um die Finger wieder öfter zu bewegen. „Ich freute mich, dass es im Glienicker Bürgerhaus einen Flügel gibt.“ Doch dann der Schock: Das Instrument sollte vor einigen Jahren verkauft werden. Sie sei froh, dass man sich letztlich anders entschieden habe, so Haese. Doch brauche der Flügel Pflege und müsse regelmäßig gespielt werden. Das übernahm nun die 78-Jährige, die gerne Orchesterkonzerte im Konzerthaus oder Klavierabende im Ernst-Reuter-Saal in Berlin besucht.

Drums Alive ergänzen das Angebot der Gymnastikgruppe Quelle: privat

Sie selbst untermalt Bilderausstellungen oder den „Tag des offenen Ateliers“ im Glienicker Bürgerhaus auf dem Flügel musikalisch. Sehr zur Freude des Publikums. Auch die seit 2015 mit Genehmigung von Bürgermeister Oberlack durchgeführten „Bürger-Haus-Musiken“ locken viele Interessierte an. Bei Rosemarie Haese darf es gern klassisch-romantisch sein, egal ob Grieg, Schumann oder Mendelssohn. Einen Walzer von Beethoven, den sie einst gelernt hat, kann sie noch heute auswendig spielen. Für Auftritte übt sie zuhause, begleitet auch kleine Geigenschüler einer Bekannten bei Eltern-Vorspielen. „Ich schüttele das aber nicht aus dem Ärmel.“ Umso mehr würde sie sich freuen, wenn mehr Glienicker den Bürgerhaus-Flügel nutzen könnten.

Zusätzlich zum Frauenturnen fungiert Rosemarie Haese seit ihrem Renteneintritt auch als Übungsleiterin beim Seniorenclub in Glienicke. Leitet dort eine Gymnastik- und eine Sitzgymnastikgruppe. Und sie bringt sich in der evangelischen Kirche ein, wo sie für das „Orgel-Café“ gern einen Kuchen backt.

Von Ulrike Gawande

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