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Urlaub auf dem Gutsgelände

Hammer Urlaub auf dem Gutsgelände

Catharina und Helmer Fischer haben sich viel vorgenommen. Sie wollen das alte Gutsgelände in Hammer in ein Urlaubsdomizil verwandeln. Das Hotel im alten Kornspeicher ist fast fertig. Menschen mit oder ohne Handycap sollen sich dort wohlfühlen.

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Der alte Kornspeicher ist jetzt das schönste Gebäude auf dem Gut. Zum Jahresende soll das Hotel mit zwölf Zimmern fertig sein.

Quelle: Andrea Kathert

Hammer. Das alte Gutsgelände in Hammer ist nicht zu übersehen. Eine riesige Fläche zwischen Kirche und Feuerwehr. „Genau 3,8 Hektar groß“, sagt Helmer Fischer. Er muss es wissen. Nicht nur weil er mit dem Rasentrecker das Anwesen regelmäßig beackern darf. Seiner Frau Catharina und ihm gehört das ganze Areal mit dem alten Gutshaus, dem Kornspeicher, der Schmiede, dem Pferdestall, einem Park mit uralten Bäumen und viel, viel Altlasten aus DDR-Zeiten. „Nur die Brennerei, die ist herausgelöst“, sagt Fischer. Wahrscheinlich besser so. Denn die Bausubstanz sieht auch nicht besser aus, als das, was seit 2006 den Fischers gehört. Obwohl, ein Gebäude gibt es, das ist der Anfang von dem, was sich Catharina und Helmer Fischer künftig auf dem Gut Hammer erträumen. Ein Urlaubsdomizil für Menschen mit und ohne Handycap, für Familien, Naturliebhaber und Sportbegeisterte. Und das Hotel im ehemaligen Kornspeicher ist bereits das schönste Haus auf den 3,8 Hektar.

Das Gutshaus von hinten

Das Gutshaus von hinten. Zum Park hin soll wieder eine Terrasse entstehen.

Quelle: Andrea Kathert

Geplant war die Sache allerdings ganz anders. Catharina Fischer betrieb in Berlin eine IT-Firma, 35 Mitarbeiter, sie war Wirtschafts-Informatikerin, er der Programmierer. „Wir wollten einfach aus Berlin raus und haben ein Grundstück gesucht als Firmensitz, für den Fuhrpark und für uns zum Wohnen“, erzählt Fischer. Doch in der Branche wurde die Arbeit immer stressiger. Catharina Fischer bearbeitete Aufträge für Botschaften aus der ganzen Welt. Die Firma hatte mit sensiblen Daten zu tun und viel Verantwortung. Irgendwann war es genug. Die beiden stiegen komplett aus der Branche aus. Fanden noch rechtzeitig den Absprung.

In der alten Schmiede könnten später einmal Ferienwohnungen entstehen

In der alten Schmiede könnten später einmal Ferienwohnungen entstehen.

Quelle: Andrea Kathert

Doch für das Gut in Hammer mussten nun neue Pläne her. Zuletzt hatte die LPG auf dem Gut gewirkt, der Kornspeicher war ein Lehrlingswohnheim. „Privat kann man das hier nicht bewirtschaften“, sagt Helmer Fischer. Die erste Idee war ein Drei-Generationen-Wohnen. Die ersten Entwürfe und Zeichnungen lagen schon auf dem Tisch. „Aber die Banken haben nicht mitgespielt“, sagt Fischer. „Mit Mietwohnungen verdienen Sie kein Geld“, hatte das Ehepaar zu hören bekommen. Auch die Ideen vom Seniorenwohnen oder der Parzellierung des Geländes wurden schnell wieder verworfen. Blieb der Gedanke an Tourismus, der in Hammer nicht abwegig ist. Ein idyllisches Dorf vor dem Tor zur Schorfheide, Natur pur, zwei Seen, Radwege, Pferdehöfe, was will man mehr? Aber es fehlte der letzte Pepp. Den Feinschliff für ihre Idee gab den Fischers ein Rollstuhlfahrer. Und so war das Konzept endlich geboren. „Wir bauen ein Hotel, komplett barrierefrei, nicht nur die Zimmer, auch das Außengelände“, sagt Fischer. „Hier soll jeder Urlaub machen können, ohne, dass er an seine Grenzen gerät.“

Als letztes Projekt möchte Helmer Fischer den alten Pferdestall umbauen

Als letztes Projekt möchte Helmer Fischer den alten Pferdestall umbauen. Vielleicht zu einem Komforthotel.

Quelle: Andrea Kathert

Ein kühner Plan nahm 2013 seinen Anfang. Schon damals entstand gleichzeitig die Idee, Segways anzubieten. Mit Rädern oder Trikes ist im märkischen Sand nicht viel anzufangen. Aber mit den Segways auf den großen Reifen, die genauso für Menschen mit Handycap umzubauen sind, lassen sich in der Schorfheide alle Wege befahren. Weil die Fischers erfahren mussten, dass Banken nicht so gerne in Brandenburg investieren, begannen sie schon mal, Touren mit Segways anzubieten. Die Sache mit dem Hotel dauert noch ein wenig. „Aber zum Jahresende soll es fertig sein.“ Zwölf Zimmer wird es haben. Im Rohbau sind alle fertig, einschließlich Fahrstuhl im Treppenhaus. Der Kornspeicher ist ein Schmuckstück geworden. Die Fassade ist mit Bossensteinen versehen, wie vor hundert Jahren. „Wir sind durch die ganze Gegend gefahren und haben die Fugen an den Gutshäusern ausgemessen.“ Nicht brennbare Materialien, auf dem Fußboden eine Lava-Steinplattenheizung, dreifachverglaste Fenster – das steckt jetzt im Kornspeicher, und viel Geld und Arbeit. Noch wohnen keine Urlauber auf dem Gutsgelände. Außer den Fischers können die Tagesgäste aber schon mal Bekanntschaft schließen mit Strolchi, dem Familienhund, den Füchsen, die grade Junge haben, mit den Falken, die vom Gutshaus ihre Flugversuche starten und mit der Dachsfamilie, die im Park unter dem Eiskeller wohnt.

Uralte Eichen, Buchen, Ahorne und Kastanien stehen im Park

Uralte Eichen, Buchen, Ahorne und Kastanien stehen im Park.

Quelle: Andrea Kathert

Viel Arbeit haben sich die Fischers noch vorgenommen. Das eigentliche Gutshaus soll mal ein Restaurant werden. In der alten Schmiede könnten Ferienwohnungen entstehen. Und der Pferdestall soll mal ein Hotel mit gehobenem Komfort werden.

Da lässt sich wohl am einfachsten noch s die Idee der Fischers verwirklichen, in der Kirche nebenan Trauungen zu organisieren und die Hochzeitsgesellschaft im Park unter den uralten Bäumen zu bewirten.

Von Andrea Kathert

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