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Ursel Degner will Bürgermeisterin werden

Hennigsdorf Ursel Degner will Bürgermeisterin werden

Ursel Degner, die Fraktionschefin der Hennigsdorfer Linken, will bei der Bürgermeisterwahl im September kandidieren. Wichtigstes Ziel sei es, bezahlbaren Wohnraum auch für Senioren zu schaffen, so die Pädagogin. Zudem wolle sie nicht, dass Unzufriedene den AfD-Kandidaten Dietmar Buchberger wählen müssten.

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Ursel Degner kandidierte 2001 bereits als Bürgermeisterin und holte damals 12,12 Prozent der Stimmen.

Quelle: Foto: Paetzel

Hennigsdorf. Wochenlang hatte Ursel Degner gezögert, ob sie bei der Bürgermeisterwahl im September antreten sollte. Sie hätte sich auch gut vorstellen können, mit ihrem Mann um die Welt zu jetten. Bis die AfD Anfang Mai Dietmar Buchberger ins Rennen schickte. „Ich wollte nicht, dass alle, die nicht mit der Politik der SPD einverstanden sind, der AfD ihre Stimme geben“, so die 63-Jährige. Gestern stellte sie sich im Fraktionsraum der Linken im Rathaus als Bürgermeisterkandidatin vor, an ihrer Seite saß Steffi Rose, Kreisvorsitzende der Partei. Ursel Degner, seit 1993 Stadtverordnete, ist damit nach Thomas Günther (SPD) und Dietmar Buchberger (AfD) dritte Kandidatin für die Wahl am 24. September. Für sie ist die Kandidatur ohne berufliches Risiko, immerhin scheidet die Lehrerin für Deutsch und Geschichte an der Oranienburger Torhorstschule zum Ende des Schuljahres ohnehin aus dem Dienst aus. „Ganz oder gar nicht, jetzt will ich auch gewinnen“, sagt Degner, die seit 1977 in Hennigsdorf lebt.

Ihr wichtigstes Thema sei bezahlbarer Wohnraum, Degner schwebt der Bau von 200 bis 250 Wohnungen vor, die auch für Senioren mit kleiner Rente geeignet wären. Mehr als fünf Euro pro Quadratmeter sollten sie nicht kosten. Weil es in der Stadt aber kaum noch bebaubare Wohnflächen gibt, schwebt der Linken vor, brachliegende Industriegebiete zu bebauen - etwa die Fläche zwischen Bombardier und dem Trendmöbel-Markt. „Die könnte die Verwaltung Bombardier abkaufen und dort Wohnraum schaffen.“ Wichtig sei ihr, dass mit dem Bau der Wohnungen keine neuen sozialen Brennpunkte entstehen, sie sollten deshalb gut durchmischt sein. Zudem wolle sie mehr Kitaplätze in der Stadt schaffen und neue Erzieher einstellen. „Derzeit haben wir 25 unbesetzte Stellen in Hennigsdorf.“ Unter Degner als Bürgermeisterin würde es auch eine städtische Küche geben, die für Schulen, Kitas, und Verwaltung kocht. Dabei kommt es ihr darauf an, dass die Produkte frisch aus der Region seien.

Zudem schwebt ihr vor, aus der Diesterweg-Oberschule und der neuen vierten Grundschule, die in der bisherigen Schule an den Havelauen untergebracht ist, eine Gemeinschaftsschule zu machen. Gemeinsame Nutzung der Räume, kleinere Klassen bis zu 20 Kindern und ein sanfter Übergang nach der sechsten Klasse seien die Vorteile. Außerdem stehen die Reaktivierung des S-Bahnhofs in Hennigsdorf-Nord sowie ein einstündiger Takt des RB20 die ganze Woche lang auf Degners Plan.

Dass sie als Studentin von 1972 bis 1975 unter dem Decknamen Christiane IM bei der Stasi war, sei 43 Jahre her. Das Landesarbeitsgericht habe vor Jahren bestätigt, dass Degner damit niemandem geschadet habe.

Von Marco Paetzel

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