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Velten: Rechte Kameraden dürfen bleiben

Feuerwehr sieht von Suspendierung ab Velten: Rechte Kameraden dürfen bleiben

Auf Facebook hatten sie geschrieben, an das Fortbestehen des 3. Reichs zu glauben und die Bundesregierung bezeichneten sie als „Marionetten“. Diese rechtsradikalen Äußerungen hatten für Unruhe in der Feuerwehr Velten (Oberhavel) gesorgt. Jetzt die Entscheidung: Die drei beschuldigten Kameraden dürfen bleiben.

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Drei Brandbekämpfer der Veltener Wehr stellte der Stadtbrandmeister zur Rede.

Quelle: Verwaltung

Velten. Drei Feuerwehrleute mit rechter Gesinnung soll es innerhalb der Veltener Feuerwehr geben. Veltens Stadtbrandmeister Heiko Nägel hatte auf entsprechende MAZ-Recherchen reagiert und nun das Gespräch mit den Männern geführt. Alle drei dürfen ihren Freiwilligen Dienst bei der Feuerwehr fortführen. „Alle Kameraden haben versichert, bei jedem Einsatz unverzüglich und uneingeschränkt zu helfen“, erklärte Ivonne Pelz, Sprecherin der Stadtverwaltung. Auch Stadtbrandmeister Heiko Nägel hatte kürzlich betont, er sei überzeugt, dass jeder in jedem Einsatz alles gebe – unabhängig davon, ob es sich um Hilfe für Deutsche oder Flüchtlinge handele. Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner steht hinter der Entscheidung: „Die Bürgermeisterin vertraut ihrer Wehrleitung und den freiwilligen Einsatzkräften voll und ganz“, so Sprecherin Pelz.

Rechtsradikale Äußerungen auf Facebook

Einer der betroffenen Brandbekämpfer hatte zuletzt in einem Facebook-Eintrag offenbart, dass er nicht an die rechtmäßige Existenz der Bundesrepublik glaube, sondern an das Fortbestehen des Deutschen Reiches. So hatte er in einem Beitrag von der Regierung als „Marionetten“ und der „BRD GmbH“ geschrieben. Dieser Begriff fußt auf der Verschwörungstheorie, dass Deutschland kein souveräner Staat sei, sondern eine Firma. In der rechtsextremen Szene ist die Theorie verbreitet. Dem Mann gefielen auf Facebook zudem zahlreiche rechte und rechtsextreme Gruppen.

Feuerwehrchef wurde von der NPD für Toleranzaktion angegangen

Im Internet hatte der MAZ-Bericht über die Männer vor allem für Entrüstung gesorgt. Marcel Siegert, Vorsitzender von Pro Velten, schrieb auf seiner Seite, dass jeder selbst entscheiden müssen, was er in seiner Freizeit tue. „Solange er nicht dem Ansehen der Feuerwehr schadet, sollte diese sich auch nicht anmaßen zu entscheiden, welche politische Einstellung ,die richtige’ ist.“ Auch die Kreis-NPD sprang auf ihrer Internetseite der Wehr zur Seite. Unter den Feuerwehrkameraden gebe es auch „Bürger mit offener Heimatliebe und politischen Interesse“, fern der politischen Korrektheit, heißt es dort. Die NPD kritisiert zudem, dass sich Stadtbrandmeister Heiko Nägel in Uniform an der Toleranzaktion „Velten zeigt Herz“ für Flüchtlinge beteiligt habe. Während er das getan habe, hätten einige der Feuerwehrleute – in zivil – an den Abendspaziergängen teilgenommen.

Stadtbrandmeister Heiko Nägel zeigte kürzlich sein „Herz“ für Flüchtlinge

Stadtbrandmeister Heiko Nägel zeigte kürzlich sein „Herz“ für Flüchtlinge. Die NPD ging den Feuerwehrmann dafür auf Facebook an.

Quelle: Stadt Velten

Von Marco Paetzel

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