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Velten: Wieder Zoff ums Zentrum

Entwicklung der Innenstadt Velten: Wieder Zoff ums Zentrum

Ein Bund-Länderprogramm könnte dabei helfen, das triste Veltener Zentrum aufzuwerten und endlich den Leerstand zu beseitigen. Im Stadtentwicklungsausschuss am Dienstag wurde das zugehörige Konzept diskutiert, Stefan Gansel (Pro Velten) kritisierte einige Punkte scharf und stieß auf Unverständnis.

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Der Bahnhof wurde mit Fördermitteln Ende 2015 bereits saniert. Der Rest der Innenstadt soll folgen.

Quelle: Foto:Hüller

Velten. Das triste Zentrum der Ofenstadt soll mit Fördermillionen aufgehübscht werden. Mit einem Entwicklungskonzept mit 36 Maßnahmen sollen die Innenstadtbereiche weiterentwickelt werden. Unter anderem soll es ein Citymanagement geben, der Marktplatz soll attraktiver werden, Spielplätze sollen in die Innenstadt kommen und schließlich auch ein fehlendes Grundstück für den Vollsortimenter-Supermarkt angekauft werden. 7,8 Millionen Euro an Förderung könnte die Stadt für diese und weitere Projekte erhalten. Die Bedingung ist aber, dass die Stadtverordneten demnächst das Entwicklungskonzept beschließen.

Von Einigkeit war dabei am Dienstag im Stadtentwicklungsausschuss keine Spur. Andreas Noack (SPD) wies darauf hin, dass nicht alle der Maßnahmen schnell umgesetzt werden könnten, aber alles in die richtige Richtung gehe. Wichtig seien Spielplätze, die Aufwertung des Marktplatzes und der Bau des Vollsortimenters. „Eine Verdichtung der Innenstadt heißt Leben im Zentrum.“ Am Ende seines Redebeitrags deckelte ihn der Ausschussvorsitzende Stefan Gansel (Pro Velten), weil Noack seine Redezeit von fünf Minuten leicht überschritten hatte. Dann begann Gansels Redezeit, für die er sich – zur Verwunderung vieler im Saal – fast 25 Minuten gönnte.

Einige Punkte: Gansel merkte an, dass es der Innenstadt nicht mehr so schlecht gehe. „Die Entwicklung in der Viktoriastraße ist positiv.“ Es gebe nur noch vier leere Geschäfte, unter anderem seien Imageberatung, Friseurgeschäft, Kosmetikstudio und Physiotherapie eingezogen. „Das sind keine Ramschläden, sondern Läden, die der Straße ein gewisses Niveau geben.“ Diese Entwicklung sollte weiter forciert werden, statt das Zentrum in Richtung Süden zu verlagern, wie Stefan Gansel es aus dem Entwicklungskonzept las. Damit spielte er auf die Tatsache an, dass eine der Maßnahmen die Aufwertung der Poststraße zwischen Am Markt und dem Katersteig sein soll. Zudem sei Gansel nicht sicher, ob der Vollsortimenter mit 1800 Quadratmetern überhaupt genehmigungsfähig sei.

Bürgermeisterin Ines Hübner hatte genug gehört. Sie wurde so laut, dass Petra Künzel (Pro Velten) am Ende unkte: „Wer brüllt, hat Unrecht!“ Natürlich, so Hübner, sei der Vollsortimenter genehmigungsfähig, Velten nehme es da sogar genauer als andere Städte im Umland. Und: Nur ein Vollsortimenter sorge für die Belebung des Zentrums, nicht die von Gansel genannten Geschäfte. Da sei nicht mal ein Rossmann groß genug. „Wir müssen dem Land deutlich machen, dass wir ein aktives Stadtzentrum wollen, um in der Förderkulisse zu bleiben“, so Hübner mit Blick auf den Vollsortimenter. Velten habe mit den Maßnahmen eine Chance, sein Zentrum zu entwickeln, so die Bürgermeisterin.

Mit Blick auf die von Gansel kritisierten Maßnahmen für die Poststraße wollte eigentlich noch der anwesende verantwortliche Planer Siegfried Reibetanz etwas sagen. Gansel ließ ihn aber am Ende einer langen Diskussion nicht mehr zu Wort kommen: „Wir müssen das jetzt auch nicht weiter ausdiskutieren“, sagte er. Reibetanz fand das gar nicht witzig. Der MAZ sagte er, dass die Entwicklung der Poststraße quasi eine Bedingung des Ministeriums sei und die Entwicklung des Zentrums dadurch nicht gefährdet sei. Vielmehr sei die Poststraße der Bereich, der zum Zentrum hin leiten solle. Zu Gansels Vortrag sagte der Fachmann, das seien keine Argumente, sondern Aspekte, die Pro Velten seit Jahren wiederhole. Am Ende wurde das Konzept – entgegen der Stimmen Pro Veltens – empfohlen.

Von Marco Paetzel

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