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Velten Die alte Kachelpresse läuft auf Hochtouren
Lokales Oberhavel Velten Die alte Kachelpresse läuft auf Hochtouren
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00:18 11.07.2018
Helmut Waltz führte den Besuchern die alte Kachelpressmaschine vor. Er hatte sie vorher wieder flottgemacht. Quelle: Foto: Robert Roeske
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Velten

Oben im zweiten Stock ratterte sie im Akkord, die alte Kachelpressmaschine. „Die war jetzt 25 Jahre eingemottet, läuft aber immer noch gut“, sagt Helmut Waltz. Er muss es wissen. Mehr als 50 Jahre lang war der Rentner Mitarbeiter in der Ofenfabrik, zum 113. Jubiläum des Ofen- und Keramikmuseums hatte er die Presse flottgemacht. „Ein bisschen Öl und einen Anschluss für den Motor, mehr brauchte ich nicht“, so der Veltener.

Mit seinem Maschinchen war er die Attraktion beim 113. Geburtstag, den das Museum am Sonnabend mit Sonderführungen beging. In der Tat hat die Kachelpressmaschine das Handwerk revolutioniert, erklärt Florian Vogt, Volontär im Museum. Um 1903 wurden die Maschinen eingeführt. Davor mussten Kacheln von Töpfern gemacht werden, rund 500 Stück schaffte einer in der Woche. „Mit der Maschine konnte ein Ungelernter rund 700 Kacheln pressen, und zwar am Tag“, so Vogt. Das habe den Weg zur Industrialisierung geebnet, immerhin mussten in Velten rund 100000 Kachelöfen – vorrangig für Berlin – produziert werden.

Die Besucher waren zahlreich gekommen und schlenderten über das Gelände, durchs Museum und im Rahmen der Sonderführung auch durch die ehemalige Fabrik, die bis 2016 noch in Betrieb war. „Ich mag das hier, weil ich damit aufgewachsen bin“, erklärt Sabine Neumann, die in Marwitz großgeworden ist. Heute ist sie Mitglied des Fördervereins des Museums und wollte sich am Sonnabend mal informieren, wohin ihr Geld so fließt. „Das ist richtig gut investiert“, sagt sie und lacht.

Es gibt auch demnächst eine Menge zu sehen im Museum. Zwei Sonderausstellungen werden vorbereitet. Die Erste trägt den Titel „Von Velten in die Welt und Retoure“ und beschäftigt sich mit Kachelöfen, die aus der Ofenstadt unter anderem nach Persien (heute Iran) oder Russland gingen. Sie soll im Oktober eröffnet werden. Die zweite Ausstellung im November ist Hedwig Bollhagen gewidmet, zu sehen sind Fotos aus dem Marwitzer Werkstattalltag 1993/94.

Von Marco Paetzel

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