Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Velten 50 Jahre Städtepartnerschaft
Lokales Oberhavel Velten 50 Jahre Städtepartnerschaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:17 29.10.2018
In Frankreich wurde nicht nur gefeiert, sondern es standen auch Unternehmungen mit den Gastfamilien auf dem Programm. Quelle: Ulrike Gawande
Velten/Grand-Couronne

Als 1965 im französischen Grand-Couronne Jean Salen zum Bürgermeister gewählt wurde, hatte er eine Idee: In Anlehnung an den Élysée-Vertrag zur Deutsch-Französischen Freundschaft wollte er mit zwei deutschen Städten eine Städtepartnerschaft eingehen – eine im Westen Deutschlands und eine in der damaligen DDR. Keine einfache Idee. Doch Salen blieb hartnäckig, und 1967 gab es eine erste Kontaktaufnahme mit Velten. Ein Jahr später wurde der Städtepartnerschaftsvertrag unterschrieben. Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) bezeichnete den inzwischen Verstorbenen deshalb zurecht auch als „Architekten der Städtepartnerschaft“.

Am Wochenende reiste nun eine 35-köpfige Delegation aus der Ofenstadt, im Rahmen des seit 1996 stattfindenden Familienaustausches, in die Normandie, um das 50-jährige Bestehen dieser Städtefreundschaft feierlich zu begehen. Einer Partnerschaft, deren Dauer keineswegs selbstverständlich ist. „Der heutige Tag erfüllt mich mit Freude und Stolz“, betonte deshalb auch Grand-Couronnes Bürgermeister Patrice Dupray in seiner Festrede. In der Orangerie der Stadt war passend zum Anlass eine Fotoausstellung eröffnet worden, in der Einheimische und Gäste die vielfältige Entwicklung der Städtefreundschaft sehen konnten, die nun „goldene Hochzeit“ feierte. Auch das deutsche Gastgeschenk, eine von Lyanne Rößner zusammengestellte Chronik, erinnerte an nicht immer einfache Zeiten.

Eine Veltener Delegation reiste zum runden Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen der Ofenstadt und Grand-Couronne nach Frankreich. Bis zur Wende waren direkte Begegnungen kaum möglich.

Denn erst nach dem Fall der Mauer konnten Veltener in ihre französische Partnerstadt reisen. Lediglich einige Familien, wie Rößners, bei denen bis in die 70er-Jahre – wegen der Sprachkenntnisse von Gerd Rößner – Teile des französischen Besuches untergebracht war, gab es vorher erste deutsch-französische Begegnungen. Bis zum Mauerfall hielt man per Brief Kontakt. Hübner: „Jean Salen glaubte aber stets daran, dass die Veltener einmal die ´Rue de Velten´ in Grand-Couronne betreten würden. Er sollte Recht behalten.“ Glücklicherweise sei es nämlich einigen Familien gelungen, trotz der politischen Verhältnisse, Kontakt und die kleine Flamme der Freundschaft aufrecht zu erhalten, so Patrice Dupray.

Nach der Wende wurde der Kontakt ausgebaut

Seit den 1990er-Jahren wurde durch die Partnerschaftskomitees der Kontakt ausgebaut. Seit 1996 gibt es die Familientreffen im jährlichen Wechsel, seit 2008 den Schüleraustausch der Barbara-Zürner-Oberschule mit dem französischen College Renoir und seit 2011 den Jugendaustausch am Jugendclub Oase. Es gab Begegnungen zwischen den Rugbyvereinen, weitere sind zwischen den Boxclubs sowie den Chören im Aufbau. Doch auch zu Veranstaltungen wie der Ostermeile, dem Hafenfest oder dem Fest der Vereine in Grand Couronne wird die Städtepartnerschaft, die 2013 urkundlich in Velten erneuert wurde, regelmäßig mit Leben gefüllt. „Die Städtepartnerschaft ist eine wichtige Chance für aufgeschlossenes Denken, Handeln und Frieden und lebt von den Menschen, sie sind die Botschafter der Gastlichkeit, der Verständigung und der Toleranz“, betonte Ines Hübner.

Doch in Frankreich wurde nicht nur gefeiert, sondern es standen auch Unternehmungen mit den Gastfamilien auf dem Programm, ebenso ein Besuch im Textilmuseum in Bolbec und im Museum über den Fluss Seine in Caudebec-en-Caux. Mit beim Familientreffen waren auch Kinder und Jugendliche, die ebenso wie die Teilnehmer beim Schüler- und Jugendaustausch schon die nächste Generation und damit die Zukunft der Städtepartnerschaft zwischen Velten und Grand-Couronne bilden. Daran erinnert zukünftig auch eine Blutpflaume, die Ines Hübner als weiteres Gastgeschenk überreichte und die im Stadtpark in Grand-Couronne als Zeichen der Freundschaft und des Friedens gedeihen soll. Grand-Couronnes Bürgermeister dankte und betonte: „Die Städtepartnerschaft ist ein kleiner, wichtiger Baustein für ein befriedetes Europa.“

Von Ulrike Gawande

In der Ofenstadthalle in Velten versammelten sich am Sonnabend die Schlagerstars der DDR für ein gemeinsames Konzert. Auch Die besucher hatten eine schöne Überraschung für ihre Idole.

01.11.2018

Anlässlich des Aktionstages „Feuer und Flamme für unsere Museen“ war der Hof des Veltener Ofenmuseums am Sonnabend geöffnet und gut besucht. Unter anderem konnten Besucher sehen, wie Japaner vor Jahrhunderten Ton gebrannt haben.

31.10.2018

Am 1. November tritt Friederike Siegmund die Nachfolge von Regionalkantorin Sylvia Ohse an. Die 23-Jährige hat an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden ihr Diplom abgelegt und freut sich nun auf die neuen Aufgaben in Oberhavel.

30.10.2018