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Velten Bald fließt Milch im Businesspark
Lokales Oberhavel Velten Bald fließt Milch im Businesspark
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16:43 05.12.2018
Kirsten Böhmann in der Käserei. Hier beginnt in wenigen Tagen die Arbeit. Quelle: Enrico Kugler
Velten

Sie steht vor zwei riesigen Stahlkesseln, 3000 Liter und 1000 Liter Milch können hier verarbeitet werden. „Darin wird die Milch zum Käsebruch erwärmt“, sagt Kirsten Böhmann. Die milchige Masse – von der Konsistenz vergleichbar mit Hüttenkäse – geht dann weiter in eine Presse, ins Salzbad und in die Reiferäume ein paar Meter weiter. Bislang hämmern und schrauben auf der Baustelle noch überall Arbeiter, doch Ende des Jahres soll die Käserei allmählich ihren Betrieb aufnehmen. Hier wird dann Schnittkäse, Feta oder Frischkäse produziert. Auch die anderen Bereiche der künftigen Schaumolkerei „Luisenhof Milchmanufaktur“ nehmen allmählich Form an. Direkt neben der Käserei befindet sich die Milchverarbeitung. Hier wird noch überall geschweißt, die Anlagen stehen aber allesamt schon da. Vom Erhitzer über den Homogenisator bis zur Zentrifuge wird die Milch hier nach der Anlieferung bearbeitet. Auch hier soll Ende des Jahres die erste Milch fließen. „Wir wollen die Produktion langsam anfahren lassen“, sagt die Chefin der Berliner Milch- und Käsemanufaktur GmbH.

Noch wird überall im Haus gearbeitet. Quelle: ENRICO KUGLER

Am Mittwoch nahm sie die MAZ mit auf eine Führung durch die künftige Schaumolkerei mit dem Namen „Luisenhof Milchmanufaktur“ am Rande des Veltener Businessparks. Der heiße Sommer habe für ein paar Tage Verzögerung gesorgt, weil in der Hitze kein Beton gegossen werden durfte. „Aber im Wesentlichen liegen wir im Zeitplan“, so Böhmann. Im Februar oder März soll die Molkerei auch für Besucher öffnen, es werde natürlich ein großes Fest mit Prominenz geben. „Immerhin wird das Projekt ja auch vom Land Brandenburg gefördert“, so Kirsten Böhmann.

Butter, Milch, Käse und Joghurt aus eigener Produktion

Die Besucher finden dann einen Hofladen direkt im Eingangsbereich, hier wird es Butter, Milch, Käse und Joghurt aus Eigenproduktion und andere ausgewählte Bioprodukte geben. Über eine Treppe geht es zu einer Art Tribüne samt großen Fenstern, von denen aus die Besucher auf die Produktion – samt Lager misst sie rund 1800 Quadratmeter – schauen können. Begriffe wie „Gläserne Molkerei“ will Böhmann für die Milchmanufaktur aber nicht verwenden. Es werde ja für die Gäste nicht nur so getan, als ob hier Milchprodukte hergestellt würden. „Es wird ein richtiger Betrieb, bei dem die Leute sehen können, wie die Dinge produziert werden“, erklärt Kirsten Böhmann. Hier werde es auch Wissenswertes, wie Anschauungsmaterial oder Schautafeln zum Thema, für die Besucher geben.

Durch ein Fenster werden die Besucher auf die Produktionsfläche schauen können. Quelle: ENRICO KUGLER

Wenn der Betrieb die Produktion aufnimmt, soll es zunächst etwa zehn Mitarbeiter geben. In den Jahren 2019 und 2020 sollen aber sukzessive Arbeitskräfte eingestellt werden. Etwa 25 Leute sind das Ziel. „Wir sind auch noch auf der Suche nach Fachkräften“, sagt Kirsten Böhmann. Sie ist zwar Juristin, aber dennoch kein Neuling in der Branche. Sie entwickelte die Schau-Molkereien in Münchehofe (Landkreis Dahme-Spreewald) und Dechow (Mecklenburg-Vorpommern) mit ihrer Familie. Vor zwei Jahren verkaufte die Familie die Betriebe dann.

Fließen wird in der Veltener Manufaktur die Milch von Schafen, Ziegen und Kühen. Mittlerweile zehn Betriebe aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt hat Kirsten Böhmann als Lieferanten gewonnen. Dabei kommt es der Chefin vor allem darauf an, dass die Milch aus biologischer Herstellung stammt. Glyphosat und gentechnisch verändertes Saatgut sind tabu. Wichtig ist ihr auch, dass die Kühe auf der Weide statt im Stall stehen.

Noch ist die Anlage eine Baustelle. Quelle: ENRICO KUGLER

Ärger gab es zuletzt um die Adresse der Schaumolkerei. Denn bislang landen Besucher, wenn sie die Adresse des Hauses ins Navi eingeben, beim Veltener Hornbach-Markt. Fälschlicherweise hatte der auf seiner Homepage die Parkallee 1 angegeben – das ist aber die Adresse das Manufaktur. „Mittlerweile hat Hornbach das korrigiert“, sagt Kirsten Böhmann. Das Problem sei nur, dass etwa GoogleMaps noch nicht aktualisiert ist und den Nutzer noch immer zum Baumarkt führt. Kirsten Böhmann hofft nun, dass sich das Problem schnell erledigt. Denn ab Februar werden sich die ersten Besucher auf den Weg nach Velten machen.

Von Marco Paetzel

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