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Velten Der Bahnhof bleibt eine Baustelle
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17:58 08.08.2018
Die bisherige Personenüberführung soll nun noch so lange genutzt werden, bis die neue fertig ist. Doch wann das der Fall sein wird, kann bei der Bahntochter DB-Netze derzeit noch niemand seriös sagen. Quelle: Enrico Kugler
Velten

Der mittlere Bahnsteig ist noch immer aufgerissen, Arbeiter ackern in der sengenden Hitze. Der neue Steig wird in der Höhe angepasst, um den Fahrgästen den Einstieg in die Züge zu erleichtern. Gleichzeitig lässt die Bahn zwei Gleise neu verlegen und andere abschleifen.„Mit dem Bahnsteig wollen wir in der zweiten Augusthälfte fertig werden, dann können wir wieder in Betrieb gehen“, sagt Mathias Gebauer. Der Gebietsleiter Baumanagement der Bahntochter DB Netze ist an diesem Mittwoch zum Vor-Ort-Termin auf den Veltener Bahnhof gekommen, um Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) und Pressevertretern den Stand der Arbeiten zu erläutern.

Der „Galgen“ bleibt vorerst stehen. Quelle: Enrico Kugler

Die Bahn lässt den maroden Bahnhof seit Januar sanieren. Nötig ist das: Im Jahr 2015 wurde der Bahnhof Velten in einer MAZ-Umfrage zum „hässlichsten Bahnhof der Mark“ gekürt. Mehr als fünf Millionen Euro kosten die Arbeiten, 1,3 Millionen Euro übernimmt die Stadt Velten. Auch die Option auf die S-Bahn wird beim Umbau des Bahnhofs berücksichtigt.

Ein Problem gibt es aber: Der Bahnhof wird nicht wie geplant im Herbst fertiggestellt, denn die neue Personenüberführung kann nicht in den Sommerferien fertiggestellt werden. Lieferengpässe bei Stahlprofilen sorgen für Verzögerungen in der Vorfertigung der Überführung. „Bestimmte Stahlprofile sind nicht in der Zeit zu bekommen, wie wir sie bräuchten. Das liegt daran, dass die Konjunktur so ist, dass die Stahlwerke weltweit mit der Produktion am Limit sind“, sagt Gebauer. Erschwerend komme hinzu, dass sich kleinere Verzögerungen im Bauablauf summiert hatten, so dass die rechtzeitige Fertigstellung der Überführung nicht zu halten sei.

„Für die Stadt Velten ist das eine ganz bittere Pille. Für den September hatte uns die Firma zugesichert, fertig zu sein“, sagt Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner. Sie ist sauer über die Verzögerung, im Internet machten sich einige schon über die Baustelle als zweiten BER lustig. Nun müsse man möglichst schnell eine neue Sperrpause finden, in der die Überführung fertiggestellt werden kann. Ursprünglich hätte das in den Sommerferien passieren sollen, wo der Bahnhof ohnehin sechs Wochen lang gesperrt war.

In der zweiten Augusthälfte soll der Bahnsteig freigegeben werden. Quelle: Enrico Kugler

Um die Überführung – 31 Meter lang, verglast und mit drei Fahrstühlen ausgestattet – fertig bauen zu können, muss der Verkehr nun erneut unterbrochen werden: Möglich wäre es, erst eine und dann die andere Seite des Bahnhofs für jeweils zehn Tage zu sperren. Dann könnten Züge zumindest auf einem Gleis verkehren. Die zweite Variante wäre eine Vollsperrung für zehn Tage. „Das könnte man in den Osterferien 2019 machen, da ist ja der eine oder andere Pendler nicht unterwegs“, so Gebauer. Schwierig sei dabei, dass im kommenden Jahr die Landesgartenschau in Wittstock sei. „Dafür sollte eigentlich der Verkehr auf der Strecke nicht beeinträchtigt werden.“ Für diesen Einwand hatte Bürgermeisterin Ines Hübner aber kein Verständnis, man könne auf die Laga keine Rücksicht nehmen. „Hier geht es um Berufsverkehr!“, so die Bürgermeisterin. Noch im August will die DB Netze prüfen, wie es weitergeht. Man tue alles dafür, dass der Bahnhof im Frühjahr 2019 fertig sei. Sonst drohe auch Vandalismus an den drei Treppentürmen für die Überführung, die bis Ende 2018 alle stehen sollen.

Die alte Überführung, im Volksmund Galgen genannt, soll dann im letzten Schritt abgerissen werden. Dafür seien Sperrungen an zwei Wochenenden geplant.

Mathias Gebauer von DB Netze mit Bürgermeisterin Ines Hübner. Quelle: Enrico Kugler

Von Marco Paetzel

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