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00:23 02.03.2019
Isabelle Weihe näht in ihrem Arbeitszimmer im Veltener Haus Mode für Vierbeiner. Quelle: Enrico Kugler
Velten

Es hat sie verrückt gemacht, jedes Mal. Beim Gassigehen mit Hündin „Bagheera“ rutschte Isabelle Weihe immer die Rolle Tüten aus der Tasche und schleifte auf dem Boden. Heute passiert ihr das nicht mehr. „Kack-to-Go“ – so heißt ihre Erfindung, die das Gassigehen erleichtert. Es ist ein Schlüsselanhänger mit Reißverschluss, in den mehrere Tüten für Pfiffis Geschäft passen.

Das sei nicht nur praktisch, sondern auch geboten: „Wenn man die Tüten in Berlin nicht sichtbar trägt, kostet das heutzutage 35 Euro.“ Der ungewöhnliche Schlüsselanhänger ist einer der Bestseller in ihrem Sortiment. Gut gehen auch Halsbänder, Leinen und Anti-Zecken-Ketten. Isabelle Weihe hat sich 2016 selbstständig gemacht, mit einer Mitarbeiterin in Berlin-Pankow fertigt sie unter dem Label „Die Nähschwestern“ Mode und Gebrauchsgebenstände für Hunde an.

Isabelle Weihe mit Hündin „Bagheera“. Quelle: Enrico Kugler

Jede für sich zuhause an der Nähmaschine. Nur dreieinhalb Quadratmeter Platz hat Isabelle Weihe in ihrem Nähzimmerchen in Velten. „In der Hochsaison bin ich 15 bis 20 Stunden in der Woche mit dem Nähen beschäftigt“, sagt die junge Frau, die hauptberuflich als Immobilienmaklerin in Berlin arbeitet. Die Hundemode-Branche sei hart umkämpft, ähnlich wie jene für Menschen. Man müsse seinen eigenen Stil finden, so wie Karl Lagerfeld. „Man muss sich selbst treu bleiben, dann sticht man aus der Masse raus“.

Der Vertrieb läuft meistens über das Internet

Vom Halsband über Hundeloops, Spielzeug, Armbänder mit Hundeanhängern bis zu Ohrsteckern im Pfötchendesign können die Kunden eine breite Palette an Dingen bestellen. Wenn es sich um Maßanfertigungen handelt, fährt Isabelle Weihe direkt zum Kunden, um die Maße des Hundes zu nehmen. „Ich muss sehen, ob der Hund breite Knochen hat oder was er ungefähr wiegt“, sagt die 26-Jährige. Die meisten Produkte verkauft sie über ihre Homepage, ist aber auch auf Märkten in der Region Berlin und Brandenburg unterwegs. Und das mit Erfolg: 2017 hatte Weihe nur etwa 150 Kunden, vergangenes Jahr schon rund 400. „Und auch in diesem Jahr werden es wieder mehr, das ist abzusehen“, sagt die Veltenerin.

Einige der Produkte des Online-Shops. Quelle: Enrico Kugler

Die Idee für ihren Online-Shop kam ihr schon 2014. Damals hatte sie Dackel „Cookie“ vom Tierschutz in Treptow-Köpenick adoptiert, seine Familie hatte ihn misshandelt. Doch das Tier war etwas komisch gewachsen. „Ihm hat nie was gepasst, weder Tuch noch Mäntelchen“, sagt Isabelle Weihe. Also setzte sie sich selbst an die Nähmaschine. Zwei Jahre später machte sie sich mit ihrer Schwester Catherine (37) selbstständig, fortan waren sie die „Nähschwestern“.

Kleidung ist für manche Hunde wichtig

Aber Sachen für Hunde – brauchen die Tiere das überhaupt? Ja, sagt die Expertin. Klar, gebe es Dinge in ihrem Sortiment, die Frauchen und Herrchen nur niedlich fänden. Aber für Hunde, die kein Unterfell hätten und im Winter schnell frieren, hätte die Kleidung einen Nutzen. Zudem gebe es Hunde, die oft Zwingerhusten bekommen oder anfällig für Bronchitis seien. „Und wer will schon ständig zum Tierarzt gehen?“, sagt Isabelle Weihe. Zu diesen Rassen gehören Windhunde, Podencos oder etwa kleine Terrier-Mischlinge.

So sehen die „Kack-to-Go“-Schlüsselanhänger aus. Quelle: Enrico Kugler

Isabelle Weihe ist mit ihrem kleinen Geschäft auch bei der Spendenaktion für den Gnadenhof & Wildtierrettung in Wensickendorf dabei, die die Veltener Piercerin Vivian Sevecke organisiert. 20 Prozent des Umsatzes der beiden Geschäfte gehen noch bis Ende Februar für den guten Zweck nach Wensickendorf. Für Isabelle Weihe war sofort klar, dass sie mitmacht. Für Tiere hat die junge Frau ein großes Herz, speziell für Hunde. Deshalb, sagt die 26-Jährige, macht ihr das Nähen der Hundemode auch so großen Spaß.

Im Sommer zieht sie mit ihrem Mann von Velten nach Glienicke, wo das Paar gerade ein Haus saniert. Dort will sie auf etwa 15 Quadratmetern auch ihr „Nähschwestern“-Geschäft mit Schaufenster eröffnen. Immerhin würden immer mehr Leute fragen, ob sie mal vorbeikommen könnten. Die Hunde sind natürlich auch willkommen.

Von Marco Paetzel

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