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Velten Neue Kita, neues Leben
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00:24 14.10.2018
Nicole Schmidt mit ihrem Sohn Robin in seinem ZImmer. Ihr Sohn soll nicht erkannt werden, die Mutter fürchtet ein Stigma. Quelle: Marco Paetzel
Velten

Seinen vierten Geburtstag wird Robin wohl nie vergessen. In der vergangenen Woche feierte ihn der Junge mit seinen Freunden Luna, Lucas und Lina. Sie hatten Spaß, schlugen nach einer Piñata voller Süßigkeiten. Ein normaler Kindergeburtstag eigentlich. Doch für Robin etwas ganz Besonderes. Denn bis vor ein paar Wochen hatte der Junge keine Freunde, mit denen er feiern konnte. „Er hat sich deshalb so auf seine Party gefreut“, sagt Mutter Nicole Schmidt.

Die drei Kinder hat Robin in der Kita Kunterbunt kennengelernt, die er seit etwa einem Monat besucht. In der Kita Kinderland, die er vorher besucht hatte, war der Junge dagegen ein Außenseiter: der Vierjährige hat eine schwere Sprachentwicklungsstörung. Die Kinder hänselten ihn deshalb und mieden den Jungen. Zuletzt hatte Muter Nicole Schmidt ihren Sohn fünf Wochen zu Hause behalten (MAZ berichtete). Dass er nun in der Kita Kunterbunt ist, wo es kleine Gruppen und viel Förderung gibt, hat womöglich die Wende zum Guten gebracht. Nicole Schmidt hatte sich voller Verzweiflung im August an die MAZ gewandt, weil die Oberhaveler Kreisverwaltung, die den Wechsel auf die Integrationskita genehmigen musste, auf der Bremse stand.

Ende August durfte Robin doch seine Wunsch-Kita besuchen

Ein Gutachten des Sozialpädiatrischen Zentrums der Charité, in dem der Leitende Oberarzt und eine Sozialpädagogin Robin die schwere Sprachentwicklungsstörung attestierten, habe der Behörde nicht ausgereicht. Stattdessen sollte Familie Schmidt ihren Sohn amtsärztlich untersuchen lassen, der Termin hätte sich bis zu einem Jahr hinziehen können. Doch die Kreisverwaltung lenkte doch noch ein, so dass der Junge Ende August in seine Wunsch-Kita wechseln konnte.

Das sei schon eine Umgewöhnung gewesen, sagt Mutter Nicole Schmidt. Es gebe einen Rollifahrer in der Gruppe oder ein Kind mit Glasknochenkrankheit. Für einen Jungen wie Robin, der vorher mit Kindern ohne Handicaps in die Kita ging, eine völlig neue Erfahrung. „Robin ist vom Wesen her ganz anders, hat schon einen richtigen Sprung gemacht.“ Die Erzieherinnen Tanja und Biggi hätten sich um 13 Kinder zu kümmern – in der alten Kita waren es 45 Kinder für zwei Erzieherinnen.

Viel Zeit für die Kinder

Die Kinder gehen viel spazieren, machen Fingerspiele oder singen. „Wenn Robin nach hause kommt, dann summt er Melodien“, so Nicole Schmidt. Er sei viel offener geworden, viel positiver. Und das Wichtigste: Auch sprachlich macht der Vierjährige endlich Fortschritte. Bislang spuckte Robin nur ein paar Wortbrocken aus, jetzt sind es kurze Sätze. Kürzlich hat er seiner Oma sogar zu verstehen gegeben, dass er eine Radtour machen will.

Doch es bleibt ein weiter Weg. Mit sechs Jahren wird Robin wohl nicht eingeschult werden. Eine Untersuchung in der Charité in der vergangenen Woche ergab, dass das Sprachvermögen noch zu wünschen übrig lässt. Und so muss Robin sich weiter mit einer Logopädin zum Sprachtraining treffen. Mit seiner Mutter wird er in kommenden Sommer außerdem eine Sprachheilkur nahe Osnabrück machen. Samt reiten, schwimmen und ganz viel Sprachübungen.

Von Marco Paetzel

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