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Velten Kein Wirt für den Ratskeller in Sicht
Lokales Oberhavel Velten Kein Wirt für den Ratskeller in Sicht
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00:20 29.07.2018
Hausmeister Stephan Abs erinnert sich an viele Abende mit seinen Fußballteams im Ratskeller. Zum Bier gab es ein Schnitzel. Quelle: Marco Paetzel
Velten

Hunderte CDs hatte Michael Hornburg in seinen Kisten. Und so konnte er fast jeden Song spielen, den sich die Gäste wünschten. Das kam an bei den Veltenern. „Es war manchmal so voll, dass man kaum noch zu mir zum Tresen durchgekommen ist“, sagt der Wirt. „Horni“, wie man ihn in der Ofenstadt nennt, war von 1991 bis 2002 der Betreiber des Veltener Ratskellers. 1968 hatte seine Mutter die Gastwirtschaft im Keller des Veltener Rathauses übernommen, Hornburg stand seit 1978 dort in der Küche und übernahm den Laden nach der Wende. Und kochte im Akkord rustikale deutsche Küche, vom Schnitzel bis zur Roulade. Vier Mitarbeiter hatte er. „Wir hatten immer viel zu tun, auch nach dem Wechsel zur D-Mark lief es weiter gut“, sagt der gelernte Koch.

Der Ratskeller wird auch 2019 wieder als Ausweich-Mensa genutzt. Quelle: Paetzel

Sportvereine, Feuerwehr oder Stadtverordnete trafen sich hier regelmäßig. Doch nach Querelen mit der Veltener Stadtverwaltung schloss „Horni“ seinen Ratskeller anno 2002 für immer zu. Zwei Nachfolger konnten den Laden nicht lange offenhalten, seit Mitte der 2000er-Jahre steht der Ratskeller schon leer. Und es wurde still um die Gaststätte. „Heute wird sie ja leider nur noch als Lager genutzt“, sagt Michael Hornburg.

Die Zapfanlage ist noch intakt. Quelle: Paetzel

Tatsächlich liegt auf einem Tisch im Ratskeller ein Stapel alter Akten, ein paar Meter weiter liegen Plakate der Stadtverwaltung neben aufgestapelten Stühlen und Tischen. Der hintere Teil des Kellers wird von der Verwaltung als Archiv genutzt. Ein Wirt, der den Ratskeller übernehmen könnte, ist derzeit aber nicht in Sicht. „Das ist schade, hier war früher immer viel los“, sagt Stephan Abs, Hausmeister und einst Stammgast im Veltener Rathaus. Er hat den Ratskeller für die MAZ aufgeschlossen. Die Einrichtung, die Mitte der 1990er komplett erneuert wurde, ist noch erstaunlich gut in Schuss, die leerstehende Kneipe wird auch regelmäßig gereinigt. Den Rasen draußen im Biergarten mäht Stephan Abs sowieso regelmäßig. „Manchmal treffen sich hier unten Mitarbeiter der Stadtverwaltung“, sagt der Ur-Veltener.

Die Treppe vom Sitzungssaal führt direkt in den Ratskeller. Quelle: Paetzel

Auch der Ratskeller war zuletzt in Benutzung: Während das Kommunikationszentrum gebaut wurde, aßen die Kinder der Lindengrundschule hier. Auch im nächsten Jahr wird der Ratskeller für die Mittagessenversorgung genutzt, wenn die Mensa der Kita „Villa Regenbogen“ umgebaut wird. Doch die weitere Zukunft des Keller ist unklar. „Derzeit besteht kein konkretes Nachnutzungskonzept für den Ratskeller. Eine private gastronomische Nutzung wäre mit hohen Investitionskosten verbunden“, antwortete die Stadtverwaltung auf eine Nachfrage von Pro Velten zum Ratskeller. Unter anderem ist der Keller nicht barrierefrei und gleichzeitig unter Denkmalschutz. Aufgrund der anstehenden Investitionsmaßnahmen in den Betreuungseinrichtungen werden die Räume freigehalten, wenn Platz für die Kinder gebraucht werde.

Der Garten wird weiterhin gepflegt. Quelle: Paetzel

Pro Veltens Chef Marcel Siegert sieht den Ratskeller auf Sicht allerdings als Gasthaus. „Sicherlich würde es Sinn machen, den traditionsreichen Ratskeller wieder zu vermieten.“ Seltene Einigkeit herrscht da mit dem SPD-Stadtverordneten Andreas Noack, der sich an etliche Besuche im Ratskeller samt Bierchen nach den Stadtverordnetenversammlungen erinnern kann. Auch Fraktionssitzungen der SPD gab es in der Weinstube hinter dem Tresen oft. Der Keller sei eine Gewerbefläche im Besitz der Stadt und sollte irgendwann wieder ausgeschrieben werden. Und zwar zur Nutzung einer Gaststätte. „Der Bedarf in Velten ist da, nach der Wende sind hier etliche Kneipen kaputtgegangen.“

Auch Wirt Michael Hornburg glaubt an eine Zukunft des Ratskellers. „Ein Grieche oder Italiener“, sagt er, „könnte hier funktionieren.“

Von Marco Paetzel

Janina Gumprecht aus Velten ist Fotografin. Mit Leidenschaft. Denn für die 37-Jährige ist die Fotografie kein Beruf, sondern Berufung.

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