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Velten Liebesfrüchte aus der Ofenstadt
Lokales Oberhavel Velten Liebesfrüchte aus der Ofenstadt
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00:21 05.08.2018
Attila Puszti mit einer 16-Kilogramm-Melone. Ausgesät hat er die Samen Anfang Mai, unter einer Folie wuchsen die Früchte heran und liegen nun auf dem Feld, das mit 120 Tonnen Pferdmist gedüngt ist. Quelle: Marco Paetzel
Velten

Es ist Mittwochabend, das Quecksilber steht noch immer bei 30 Grad. Attila Puszti wischt sich den Schweiß von der Stirn, lässt den Blick schweifen. Vor ihm liegt sein 20 000 Quadratmeter großes Feld am Rande der Pinnower Chaussee. Seine Zukunft, sagt er. „Und dieser Sommer ist wirklich ein Segen.“ Denn die tropischen Temperaturen lassen die unzähligen Tonnen an Wassermelonen gedeihen, die auf dem Feld liegen. Sie seien saftiger und früher reif als in den Vorjahren. Das Feld sei in Deutschland einzigartig, sagt der 48-Jährige. „Es gibt sonst keine Plantage mit Melonen über 10 Kilogramm in Bio-Qualität.“ In dieser Woche hat die Ernte begonnen, mit einem Auto fahren Attila Puszti und ein Kumpel ins Feld hinein, schneiden die Melonen ab und legen sie in Kisten auf der Ladefläche. Im nächsten Jahr, sagt Puszti, will er für die Ernte einen Pferdewagen benutzen. „Ganz ursprünglich, so wie früher.“

Rentner Peter Joneleit schmeckt es. Quelle: Marco Paetzel

An Früher hat sich Attila Puszti auch erinnert, als er vor vier Jahren das Feld in der Ofenstadt kaufte. Damals arbeitete er noch als Konditor, fühlte sich ausgebrannt. „Ich wollte einen Neustart.“ Und da fielen ihm die zuckersüßen Melonen ein, die sein Opa Ferenc in Ungarn immer in seinem Gemüsegarten zog und seinem Enkel gab. „Den Geschmack habe ich nie vergessen.“ Also entschloss er sich, auf dem Feld Melonen anzubauen. Doch der Boden in der Ofenstadt ist ein anderer als in Ungarn, auch das Klima ist nicht so melonenfreundlich. Und so bat Attila Puszti einen serbischen Freund, der seine Diplomarbeit über den Melonen-Anbau geschrieben hat, ihm die perfekten Samen für den Veltener Boden zu ziehen. Tatsächlich wachsen heute drei Sorten von Melonen auf dem Feld: Runde, längliche und solche mit einer dunkelgrünen Färbung. Eines, sagt der Melonenmann, haben sie gemeinsam: „Sie sind gut für die Potenz, da braucht man keine blauen Pillen mehr.“

Die Ernte läuft auch Hochtouren. Quelle: privat

Aber auch geschmacklich sind die Melonen weit vorne. Sagt zumindest Rentner Peter Joneleit, der mit dem Rad jeden Tag vorbeikommt. „Sie sind schön süß und schmecken ganz anders als aus dem Supermarkt“, so der 75-Jährige. Der Rentner hilft Attila Puszti, indem er immer mal nach dem Rechten schaut. Schließlich gab es in den vergangenen Jahren Probleme mit Vandalismus und Diebstahl. Jung und alt bedienten sich auf dem Feld. 70 bis 80 Melonen verschwanden so vergangenes Jahr. Puszti zog einen Elektrozaun, um seine Früchte zu schützen. In diesem Jahr ist es bislang ruhig geblieben, nur ein paar Krähen picken die eine oder andere Melone kaputt. Doch damit kann der Geschäftsmann leben.

Das soll einmal Attila Pusztis Logo werden. Quelle: Marco Paetzel

Ab Freitag wird er gegenüber dem Feld an der Pinnower Chaussee/ Ecke Waldstraße seinen Stand aufbauen. Von 10 bis 18 Uhr bietet Puszti seine Früchte dann an. Ein Euro soll das Kilogramm kosten. Der Melonenmann will sein Geschäft weiter ausbauen, künftig auch mit Flyern und Aufklebern für seine Früchte werben. Das Logo hat er schon: Ein Melonenstück, in das er das Wort „Love“ (Englisch für „Liebe“) geschnitzt hat. Eine Anspielung auf die positiven Nebenwirkungen für die Herren der Schöpfung, die in die Frucht beißen.

Von Marco Paetzel

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