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Velten Voller Hof im Ofenmuseum
Lokales Oberhavel Velten Voller Hof im Ofenmuseum
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00:21 31.10.2018
Andreas Neugebauer vom Museumsförderverein buk Brote, Kuchen und Pizza für die Gäste. Quelle: Marco Paetzel
Velten

Ganz langsam öffnet Töpfermeisterin Manuela Malenz den Deckel des Brennofens. Rund 1000 Grad heiß ist es da drin, mächtig Hitze steigt sofort im Hof des Ofenmuseums auf. Mit einer riesigen Zange zieht eine Mitarbeiterin eine glühende Kugel aus dem Ofen und schmeißt sie in einen Topf mit Sägespänen. „Rakubrand“ heißt das uralte Handwerk aus dem Japan des 16. Jahrhunderts. „Dadurch bekommt die Ware tolle Farben“, sagt Manuela Malenz. Und tatsächlich: als die Kugel abgekühlt ist, schimmert sie in Regenbogenfarben. Eine ganze Traube Besucher steht am Sonnabend ums Rakubrand-Team, es ist eines der Highlights am Aktionstag „Feuer und Flamme für unsere Museen“, zu dem die Veltener Museen geladen hatten.

Ein paar Meter weiter brutzelten Kinder Stockbrot über der Feuerschale, Mitglieder des Fördervereins des Ofenmuseums buken Brot, Kuchen und Pizza im Steinofen vor dem Museum. Fünf Stunden lang hatte Andreas Neugebauer den Ofen vorgeheizt, bis er etwa 250 Grad Celsius heiß war. „Das ist mächtig heiß. Da muss man aufpassen, dass das Brot nicht schwarz wird.“ Auch Sonderführungen durch das Ofen- und das Hedwig-Bollhagen-Museum gab es am Sonnabend natürlich.

1,4 Millionen Euro für den Standort

Für Nicole Seydewitz, Leiterin des Standortes, ist es selbstverständlich, dass die Museen in der Wilhelmstraße am Aktionstag, bei dem auch die Öfen im Mittelpunkt standen, geöffnet sind. In Süddeutschland und Österreich seien Kachelöfen populärer. „Wir wollen als Ofenstadt den Kachelofen als Kulturgut aber auch hier bei uns bewahren.“

Etwas bewahren will auch der Förderverein des Museums, und zwar den gesamten Standort, dessen Zukunft lange Jahre ungewiss war. Dafür will das Land Brandenburg den Museen der Ofenstadt 1,4 Millionen Euro für den Ankauf der ehemaligen Ofenfabrik zur Verfügung stellen. Die Gelder stammen aus der Liquidation des SED-Vermögens. Die Förderzusage habe man zwar noch nicht schriftlich, jedoch habe die zuständige Ministerin Martina Münch (SPD) mehrfach erklärt, dass sie erfolgen wird. „Sobald wir das schriftlich haben, werden wir eine Stiftung zum Erhalt des Standortes gründen“, erklärt Vereinschef Udo Arndt.

Die stillgelegte Ofenfabrik soll wiederbelebt werden

Dann gelte es, nach zu nach in den Standort zu investieren. Rund vier Millionen Euro – das hatte ein Architekt geschätzt – müssten insgesamt dafür ausgegeben werden. Geld, das die Stiftung erstmal heranschaffen müsste. „Wir werden uns vom ganz Nötigen zum Wünschenswerten vorarbeiten“, so Arndt. Elementar sei es unter anderem Dämmungsarbeiten am Dachgerüst oder ein moderner Brandschutz für das komplette Ofenmuseum. Dann könnten auch die Anlagen in der stillgelegten Ofenfabrik – wie eine alte Kachelpresse – wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und vorgeführt werden. „Das funktioniert ja alles noch“, so Udo Arndt. Er könnte sich auch vorstellen, dass in diesem Stockwerk einmal Flächen vermietet würden, unter anderem an eine Behindertenwerkstatt, deren Mitarbeiter hier Keramiken herstellen könnten. „Das würde der Stiftung dann Mieteinnahmen bescheren.“

Das nächste Highlight am Museumsstandort indes ist eine Fotoausstellung anlässlich des 111. Geburtstages, den Hedwig Bollhagen am 10. November gefeiert hätte.

Von Marco Paetzel

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