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Verbindung Schwante-Germendorf erst 2030?

Radweg an der L170 Verbindung Schwante-Germendorf erst 2030?

Bisher konnten Radfahrer davon ausgehen, dass etwa 2021 ein Radweg an der Landesstraße 170 zwischen Germendorf und Schwante gebaut wird. Nun gibt es eine neue Bedarfsliste des Verkehrsministeriums in Potsdam. Nun könnte es erst nach 2030 so weit sein. Wenn überhaupt.

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Die L170 zwischen Schwante und Germendorf. Weiterhin ohne Radweg.

Quelle: Sebastian Morgner

Germendorf/Schwante. Der Bau des Radweges zwischen Germendorf und Schwante entlang der L 170 ist in weite Ferne gerückt. Laut der aktuellen Bedarfsliste des Verkehrsministeriums in Potsdam wird der Bau nun nicht vor 2030 beginnen.

Schwantes Ortsvorsteher Dirk Jöhling (BfO) hat in der vergangenen Woche fast schon zufällig davon erfahren. Erst am vergangenen Mittwoch sprach er mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Björn Lüttmann, da sei weiterhin von einem Baubeginn in den nächsten vier bis fünf Jahren die Rede gewesen. Daraufhin ließ sich Jöhling die Liste aus der Oberkrämer-Verwaltung schicken. „Da bin ich fast vom Stuhl gefallen“, so der Ortsvorsteher. „Aus meiner Sicht ist das eine Frechheit.“

Am Germendorfer Ortsausgang fehlt der Radweg noch komplett

Am Germendorfer Ortsausgang fehlt der Radweg noch komplett.

Quelle: Morgner

Germendorfs Ortschef Olaf Bendin wusste am Dienstag noch nichts von dem verschobenen Termin. „Aber das würde mich nicht wundern.“ Er fühlt sich auf den Arm genommen. Ein Jahr auf das andere werde der Radweg verschoben. „Jeder erzählt uns was anderes.“ Die Stadt schiebe es immer auf das Land. „Aber das interessiert die Leute hier nicht.“ Außer dem Lärm und dem Verkehr habe Germendorf gar nichts. Wie naiv müsse man sein, eine Bundesstraße zu übernehmen, ohne dass die Radwege fertig sind. „Ich bin sehr, sehr enttäuscht, besonders von unseren Landtagsabgeordneten“, sagte Bendin. Zumal sie aus seiner Partei kommen. Er müsse sich überlegen, wie er seinen politischen Weg weitergeht. Die SPD solle sich auch in Brandenburg nicht so sicher sein. „Im Moment reibt sich die CDU doch das Fäustchen.“ Bendin hat ziemlich die Nase voll, gegen Windmühlen anzukämpfen. „Germendorf passt eben in keine Schublade und in kein Raster.“

In der Oranienburger Stadtverwaltung herrscht auch „absolutes Unverständnis“, so Baustadtrat Frank Oltersdorf. „Zumal der Radweg schon mal bis 2021 auf der Tagesordnung stand.“ Die Stadt wird eine Stellungnahme abgeben. „Und wir fordern natürlich eine zeitnähere Realisierung als 2030.“

Der Radweg auf der rechten Seite der L170 reicht vom Ortsausgang Schwante noch bis zum Gemeinschaftsweg

Der Radweg auf der rechten Seite der L170 reicht vom Ortsausgang Schwante noch bis zum Gemeinschaftsweg.

Quelle: Sebastian Morgner

Dirk Jöhling brachte im Schwantener Ortsbeirat am Montagabend eine andere Möglichkeit ins Spiel. Die Gemeinde Oberkrämer könnte stattdessen den Weg durch den Wald befestigen. Die Rede ist vom verlängerten Germendorfer Weg in Schwante. Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO) sagte am Dienstag, dass diese Variante möglich sei. Voraussetzung dafür sei der Abschluss der Flurneuordnung in Oberkrämer. Dann könnte vom Oranienburger Weg in Vehlefanz aus eine Fahrradstraße durch den Wald führen. Der Germendorfer Weg in Schwante würde dann auch an diese Strecke ranführen. „Dazu müsste man sich mit Oranienburg verständigen“, so Leys.

Die Stadt Oranienburg würde ihren Anteil zur Realisierung des Weges aufbringen, so Baustadtrat Frank Oltersdorf. Schließlich machen die Germendorfer seit vielen Jahren immer wieder mobil, um überörtliche Radwegeanbindungen zu bekommen.

Germendorfer Demo für den Radwegbau im September 2016

Germendorfer Demo für den Radwegbau im September 2016.

Quelle: Robert Roeske

Mehrere Demonstrationen fanden bereits auf der Hauptkreuzung in Germendorf statt. Zuletzt hatte sich die Radgruppe der Volkssolidarität stark gemacht und zu einer Demo aufgerufen. Gerade wenn es darum geht, dass Radfahrer auf sicheren Wegen in den Germendorfer Tierpark gelangen sollen, hat die Trasse eine besondere Bedeutung.

In Schwante geht es nun noch darum, wenigstens das fehlende Radweg-Teilstück zwischen dem Gemeinschaftsweg und dem Sommerswalder Dreieck an der L 170 fertigzustellen. Ortsvorsteher Dirk Jöhling will sich dafür stark machen. Aber selbst für dieses Projekt, das die Gemeinde Oberkrämer auch selbst zahlen müsste, sieht es nicht gut aus. „Der fehlende Abschnitt würde sehr viel Geld kosten“, sagte gestern Bürgermeister Peter Leys. Wegen der Hort-Neubauten lägen die finanziellen Prioritäten aber momentan eher dort.

Von Robert Tiesler und Andrea Kathert

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