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Oberhavel Verdächtig viele Brände am Wochenende
Lokales Oberhavel Verdächtig viele Brände am Wochenende
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19:36 11.05.2018
Löschfahrzeug in einem Waldstück in Borgsdorf. Quelle: Julian Stähle
Oberhavel

Ein schweißtreibendes Wochenende liegt hinter zahlreichen Feuerwehrleuten, Polizisten und Mitarbeitern der Forst im Kreis Oberhavel. Von Freitag- bis Sonntagabend mussten überdurchschnittliche viele Feuer gelöscht werden.

Hubschrauber hilft bei der Feuersuche

Allein fünf Brandherde wurden Sonntagvormittag im Wald bei Neuendorf entdeckt (Schaden: rund 15 000 Euro). Ein Hubschrauber der Bundespolizei half den Einsatzkräften beim Aufspüren der Unglücksorte und kontrollierte das Waldgebiet aus der Luft. Die freiwilligen Feuerwehren aus Teschendorf, Nassenheide, Falkenthal, Kremmen, Beetz/Sommerfeld, Staffelde/Groß-Ziethen, Sachsenhausen, Germendorf und Liebenwalde sowie die Löschzüge 1 und 2 der Stadt Oranienburg kamen bei den Löscharbeiten zum Einsatz.

Kreisbrandmeister appelliert an die Bevölkerung

Kreisbrandmeister Steffen Malucha verwies Montag darauf, dass in Oberhavel derzeit die Waldbrandgefahrenstufe III gilt. Die Wälder seien aufgrund fehlenden Regens, hoher Temperaturen und teilweise auch kräftigen Windes sehr ausgetrocknet. „Ich appelliere dringend an alle Bürger, im Wald und in dessen Nähe nicht zu rauchen und keine Zigarettenkippen wegzuwerfen.“

Etliche Brandherde dicht beieinander

Für John Wehden aus Kremmen, der bei den Löscharbeiten bei Neuendorf dabei war, haben die Brandorte durchaus etwas Auffälliges. „Sie liegen dicht beieinander und unmittelbar an Waldwegen“, sagt der Hauptlöschmeister. Jemand, der sich mit den Örtlichkeiten auskenne und womöglich motorisiert sei, könne auf diesen Wegen schnell von einem Ort zum anderen gelangen und von dort auch zügig wieder verschwinden.

Keine Straßen und Hausnummern

Für die Feuerwehrleute sei es hingegen schwer, die Brandorte zu lokalisieren und schnell dorthin vorzudringen. Erst recht, wenn sie sich mit den lokalen Gegebenheiten nicht auskennen. Sehr hilfreich sei deshalb der Einsatz von Forstmitarbeitern und auch der Polizei gewesen, die das Einweisen der Einsatzkräfte der Feuerwehr unterstützt haben. „Im Wald gibt es keine Straßen und Hausnummern. Das erschwert das schnelle Vordringen zum Einsatzort“, bestätigt Oranienburgs stellvertretender Stadtbrandmeister Sven Marten. Als Anhaltspunkte kämen dort lediglich die Nummern der Jagen und die aufsteigenden Rauchsäulen in Betracht.

Wasserversorgung kompliziert

Zudem seien die Feuerwehrleute auf das Wasser, das die Tanklöschfahrzeuge mit sich führen, angewiesen. Oftmals müssten die Fahrzeuge bei Waldbränden zwischen dem Einsatzort und der nächsten Wasserentnahmestelle pendeln. Erschwerend komme hinzu, dass sich ein Feuer bei Trockenheit rasend schnell ausbreitet.

Frist für Belohnung soll verlängert werden

Die Polizei ermittelt bei den Wald- und Wiesenbränden des Wochenendes, zu denen auch ein Feuer zwischen Liebenberg und Neuholland am Sonnabend gehörte (Schaden: 1500 Euro), wegen des Verdachts der Brandstiftung. Die Zahl der Feuer, so hieß es aus der Polizeidirektion Nord, sei schon auffällig. Ermittlungsergebnisse gebe es gegenwärtig aber noch nicht. Auch werde geprüft, ob es zwischen einzelnen Bränden Zusammenhänge gibt. Die Gemeinde Löwenberger Land und die Stadt Liebenwalde hatten im vergangenen Jahr aufgrund zahlreicher Brände in ihren Gemarkungen eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Ergreifung und Verurteilung von Brandstiftern führen. Diese Festlegung ist Ende 2017 ausgelaufen. „Wir stellen derzeit ernsthafte Überlegungen an, die Frist für die Belohnung zu verlängern“, hatte Löwenbergs Bürgermeister Bernd-Christian Schneck erst vor wenigen Tagen auf MAZ-Anfrage mitgeteilt.

Sechs Kameras auf Oberhavel gerichtet

Wie Funktionsförster Frank Folgert aus der Waldbrandzentrale in Eberswalde sagte, seien die Kameras auf den sechs Brandschutztürmen, die den Kreis Oberhavel überwachen, täglich im Einsatz und würden, so lange es die Lichtverhältnisse zulassen, Bilder in die Waldbrandzentrale schicken. Diese sei bei der Waldbrandgefahrenstufe IIII von 10 bis 18 Uhr, bei der Stufe IV von 10 bis 19 Uhr und bei der höchsten Stufe V von 10 bis 20 Uhr besetzt. Die Kameras schwenken im Kreis und brauchen für eine Drehung um 360 Grad insgesamt sieben Minuten.

41-jähriger Mann mit Rauchgasvergiftung

Zum Glück blieb es bei den Waldbränden vom Wochenende bei Sachschäden. Personen wurden dabei nicht verletzt. Anders verlief am Freitagabend der Brand eines Sperrmüllcontainers gegen 20 Uhr im Germendorfer Heidesteg. Dabei erlitt ein 41-jähriger Mann, der die Flammen löschen wollte, eine Rauchgasvergiftung. Einen Tag später hatten die Kameraden in Germendorf gegen 18.50 Uhr ein Feuer auf dem Gewerbehof in der Veltener Straße löschen müssen (Sachschaden: rund 1000 Euro). Dort hatten auf einem umzäunten Betriebsgelände Holzschirme gebrannt.

Letzter Wochenendeinsatz in Borgsdorf

Das Einsatzwochenende klang am späten Sonntagabend mit einem Brand in der Verlängerten Bahnhofstraße in Borgsdorf aus. Dort stand nach Auskunft der Feuerwehr aus Birkenwerder nur eine sehr kleine Waldbodenfläche in Flammen.

Von Bert Wittke

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