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Verein für Kampfkunst und Mentaltraining

Die Ninjas von Glienicke Verein für Kampfkunst und Mentaltraining

Ein Verein für Kampfkunst und Mentaltraining hat seit Jahren eine Trainingsgruppe in Glienicke. Es geht um Selbstverteidigung für Frauen, Strategien gegen Mobbing und Aggressionskontrolle von verhaltensauffälligen Kindern.

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Denise (17) und Benedikt (16) zeigen, wie Angriffe abgewehrt werden können – zum Beispiel mit der „Todesrolle“.

Quelle: Helge Treichel

Glienicke. „Das hat mir wahrscheinlich das Leben gerettet“, sagt Dietrich Walter. Als im Sommer 2015 ein Ballon bei Sommerfeld eine Bruchlandung hatte, „blieb ich als einziger von acht Personen unverletzt“. Andere erlitten Brüche, seine Frau sogar eine Rückenwirbel- und Sprunggelenkfraktur. Der 62-jährige Rentner führt seine Unversehrtheit auf seinen Sport zurück, den er seit 18 Jahren in Glienicke betreibt: Ninjutsu und Budo Taijutsu. Zweimal pro Woche steht er in der Dreifeldhalle. Er trainiert das Fallen, Rollen, Atmen, Stehen, Ausweichen, Parieren – und wie man einen Angreifer außer Gefecht setzt. Hinzu kommt Qi Gong – ein ganzheitliches Mentaltraining.

Im Training lässt sich auch Dietrich Walter außer Gefecht setzen

Im Training lässt sich auch Dietrich Walter außer Gefecht setzen. Hier setzt Denise den Hebel an...

Quelle: Helge Treichel

Ihm sei es wichtig, ein Training für alle Lebenslagen zu ermöglichen, sagt Gründer und Vereinsvorsitzender Tilman Werz vom Institut für Kampfkunst und Mentaltraining. Das beinhalte Selbstverteidigung für Frauen, Strategien gegen Mobbing und sogar Aggressionskontrolle von verhaltensauffälligen Kindern.

Vereinsgründer Tilman Werz

Vereinsgründer Tilman Werz.

Quelle: Helge Treichel

Bei den Techniken mit asiatischen Wurzeln gehe es um positive Grenzerfahrungen, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. „Das kann man durch körperliches Training sehr gut vermitteln“, sagt Werz, der früher unter anderem als Personenschützer tätig war. Die Besonderheit sei, dass sich die Kampfkunst an realistischer Selbstverteidigung orientiert und es keine Wettkämpfe gibt. Und: „Jeder kann es lernen.“ Ein Leitspruch sei es, dass nicht der Mensch ins System gepresst werde, sondern das System dem Menschen angepasst wird, so der 50-Jährige.

Bei dem Training lernen die Gruppenmitglieder auch, wie man sich gegen Attacken zum Beispiel mit einem abgebrochenen Flaschenhals wehrt

Bei dem Training lernen die Gruppenmitglieder auch, wie man sich gegen Attacken zum Beispiel mit einem abgebrochenen Flaschenhals wehrt.

Quelle: Helge Treichel

Zum Beispiel laufe ja heute niemand mit einem Samuraischwert herum. Deshalb würden auch Alltagsgegenstände in das Selbstverteidigungstraining mit eingebunden, beispielsweise ein Regenschirm. Der Name Intelligence Close Combat steht für eine moderne Anwendungsform. Den Schwerpunkt bilde jeweils die mentale Basis, „sodass jeder in die Lage versetzt wird, selbstständig an sich zu arbeiten.“ An dieser Stelle erzählt Werz gern von einem seiner Schüler: einem Schulabbrecher und Legastheniker, der letztlich in Cambridge studierte und heute als Wirtschaftsingenieur in Cottbus tätig ist.

Budo Taijutsu steht für den positiven Weg des Kriegers, als Möglichkeit zur Persönlichkeitsentwicklung. „Es geht um das Gute, das wollen wir transportieren“, sagt Werz. Deshalb biete der Verein auch die Action-Akademy. Im Januar hatte daran beispielsweise eine achte Klasse der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Mühlenbeck teilgenommen.

Henri (7) von den Ninja Kids beim Training mit Trainerin Rebekka Werz

Henri (7) von den Ninja Kids beim Training mit Trainerin Rebekka Werz.

Quelle: Helge Treichel

Denise Quinting aus Glienicke mischt seit ihrem vierten Lebensjahr im Verein mit. „Meine Eltern wollten, dass ich mich verteidigen kann“, begründet sie ihr Training. Seit zehn Jahren ist Benedikt Feit beim Training dabei. Ihm macht diese Art der sportlichen Aktivität einfach Spaß.

Mit den Minis trainiert an diesem Abend Antje Schröder. Die 49-jährige Bergfelderin ist seit mehr als 20 Jahren Mitglied im Verein. Ihnen möchte sie vor allem Selbstbewusstsein vermitteln und die Fähigkeit, auch mal Nein zu sagen. Wenn die lernen, sich gegen Größere oder Schwerere zu behaupten, sei das oft ein Aha-Erlebnis. „Auch für die Mütter“, sagt Antje Schröder.

Die Trainerinnen in

Die Trainerinnen in

Quelle: Helge Treichel

Ihr Kinder- und Jugendkurs läuft dienstags und donnerstags ab 18 Uhr in der Glienicker Dreifeldhalle (Hauptstraße 64a) – für Kinder ab vier Jahren. Ein Spaß für die Knirpse ist es dort zum Beispiel, speziell präparierte Bretter mit einem Schlag zu zerteilen. In der Action-Akademy müssen dann unter anderem schon mal dicke Steinplatten herhalten.

Info: www.ipd-gruppe.de

Verteidigung mit Alltagsgegenständen

Verteidigung mit Alltagsgegenständen.

Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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