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Oberhavel Verein rettet Hennen vor dem Schlachthof
Lokales Oberhavel Verein rettet Hennen vor dem Schlachthof
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13:41 12.08.2016
Hühnerretterin Bianca Girlich (53) mit Legehenne Hera Quelle: Nadim Baker
Oberhavel

Seit 2012 setzt sich Bianca Girlich mit dem Verein “Rettet das Huhn“ in Oberhavel für aussortierte Legehennen ein, die an Massenbetrieben nicht mehr die gewünschte Leistung erbringen. In Kooperation mit Betreibern in ganz Deutschland holen die ehrenamtlichen Hühnerfreunde die Tiere vor ihrer Schlachtung ab und vermitteln sie an neue Besitzer. Die in Wensickendorf und Zehlendorf geplanten Großbetriebe für Legehennen verurteilt der Verein: „Ob da Bio drauf steht, oder nicht – 6000 Hennen pro Stall sind für die Tiere ein Horror. Auch das ist keine artgerechte Haltung“, so Stefanie Laab, Sprecherin des Vereins.

Mit Wasser und Traubenzucker gesund gepflegt

Wie die meisten Ehrenamtler von „Rettet das Huhn“ hat auch Bianca Girlich mehreren ehemaligen Brut- und Masthennen bei sich ein neues Zuhause geschaffen. Eines von ihnen heißt Hera und wurde erst vor kurzem gerettet. Bis auf eine kahle Stelle im Halsbereich wirkt die Henne zufrieden. „Bisher hat sie sich sehr gut entwickelt“, sagt Girlich und streicht dem Huhn über das Gefieder. „Als ich sie vor drei Wochen zum ersten Mal gesehen habe lag sie halb tot auf dem Boden und die anderen Tiere sind über sie getrampelt. Ich dachte sie schafft es nicht mehr.“ Dennoch nahm sie die verletzte Henne bei sich auf und pflegte sie mit Hilfe von Wasser und Traubenzucker wieder gesund

Als eines von rund 150 Millionen Hühnern, die in Deutschland jährlich zur Fleischgewinnung und der Erzeugung von Eiern gehalten werden, hat Hera Glück gehabt. Im Normalfall werden Legehennen innerhalb von einem Jahr an Schlachthöfe verkauft und weiterverarbeitet. Seit der Gründung des Vereins haben Girlich und ihr Team insgesamt 38.157 der Tiere vor dem Tod bewahrt. Mit Zeitungsannoncen und Aufrufen in sozialen Netzwerken machen sie auf ihre „Rettungsaktionen“ aufmerksam und vergeben die Hennen gegen eine freiwillige Spende an neue Besitzer.

Bewusstsein und Umdenken in der Produktion

Natürlich werden die Tierfreunde nicht jede Henne in Deutschland vor der Massentierhaltung bewahren können. Doch als sozial engagierte Tierschützer werben sie für ein größeres Bewusstsein der Gesellschaft und ein Umdenken in der Produktion. „Wenn ich dazu beitragen kann, dass manche Verbraucher beim nächsten Einkauf nicht bedenkenlos zum billigsten Produkt greifen, dann hat sich die Arbeit für mich gelohnt“, sagt Girlich und tätschelt die Henne in ihrem Schoß.

Am 11. September steht die nächste Rettungsaktion an und Girlich wird etwa 250 Hennen nach Brandenburg bringen. Dafür ist sie noch auf der Suche nach tierfreundlichen Besitzern. Für Interessierte lohnt sich ein Besuch der Website www.rettetdashuhn.de oder ein persönlicher Anruf bei Bianca Girlich unter der Rufnummer 0176 /3 49 05 00.

Von Nadim Baker

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