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Oberhavel Vermieter eine Tötung nicht zugetraut
Lokales Oberhavel Vermieter eine Tötung nicht zugetraut
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17:10 21.02.2017
Quelle: dpa
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Neuruppin

Hausbesitzer Jürgen F. wollte seine Mieter – das Ehepaar K. – loswerden. Mit allen Mitteln. „Er hat sich immer etwas Neues gesucht, um uns rauszuekeln“, sagte Klaus Otto K. Doch weder mit Drohungen, Beschimpfungen oder Gerichtsverfahren erreichte der Vermieter sein Ziel. Am 11. Juli vorigen Jahres griff der 82-jährige Jürgen F. zum Messer und erstach die 75-jährige Hannelore K. auf dem Hof seines Hauses in Glienicke/Nordbahn. Wegen Mordes muss er sich seit dem 14. Februar vor dem Landgericht Neuruppin verantworten.

Streit begann kurz nach Verkauf

Hintergrund dieser Tat sind Streitigkeiten, die sich zwischen dem Angeklagten und dem späteren Opfer hochgeschaukelt haben. Das Ehepaar K. hatte das Haus an der Koebisstraße im Jahr 2011 an Jürgen F. verkauft. In das Hinterhaus zog das Paar 2009. Es war, wie Klaus Otto K. sagte, ein günstiger Mietzins vereinbart, weil der Schwiegersohn der Eheleute dort viel Geld investiert hatte, um es auf den neuesten Stand zu bringen, mit Fußbodenheizung, Parkett- und Granitböden. „Der Streit ging etwa drei Monate nach dem Verkauf los, weil F. wollte, dass wir ausziehen“, sagte Klaus Otto K. Daran hätten sie aber nicht gedacht, trotz aller Schikanen. F.s Zorn habe sich in erster Linie gegen seine Frau gerichtet. „Er hat wohl gedacht, er könne sie weich kochen.“ F. habe seine Frau ständig bedroht, ihn dagegen nicht. „Er ist so ein feiger Hund.“ Jürgen F. sei immer dann ins Büro der Tochter des Ehepaares gekommen, wenn er nicht da war, seine Frau hingegen schon.. Seine Frau habe Angst vor dem Angeklagten gehabt, sie sei ihm aus dem Wege gegangen. Körperlich hätte die 1,52 Meter große, zierliche Frau keine Chance gegen den Angeklagten gehabt, „aber „mit Worten hätte sie ihn tot gemacht“, meinte ihr Mann. Doch die Gelegenheit bekam sie an jenem Julitag gar nicht.

Nicht damit gerechnet, dass Vermieter seine Drohung Ernst macht

„Ich hätte nicht gedacht, dass er ihr etwas antut“, sagte Klaus Otto K. Jürgen F. hat Hannelore K. mehrfach angezeigt – und umgekehrt. „Sie hat sich an viele Stellen gewandt. Geholfen hat ihr keiner.“ Vermieter F. hatte seine Mieter unter anderem des Strom- und Wasserdiebstahls bezichtigt sowie des Waffenbesitzes. Doch er habe auf juristischem Wege immer wieder den Kürzeren gezogen, so K.

Eine ganze Mappe fassten die Schreiben des Angeklagten, die die Eheleute K. gesammelt hatten, darunter eines von Februar 2013. Darin kündigte der Angeklagte an, „mit nackter Gewalt“ gegen Hannelore K. vorzugehen, wenn das Mietobjekt nicht bis April geräumt werde. In einem anderen Brief hieß es, dass er mit der „Jagd auf Frau K.“ beginne, wenn das Gericht nicht bis Januar 2015 ein Urteil fälle. Er wolle das Grundstück nicht mit Betrügern und Dieben übergeben. Beim Haftrichter hatte er gesagt, er habe seiner Enkelin keine Mietbetrüger vererben wollen. Um den Vorwurf unkorrekten Verhaltens seitens der Eheleute K. zu untermauern, fragte sein Verteidiger Klaus Otto K. und dessen Tochter nach ihren geschäftlichen Aktivitäten aus.

Unter Hitler gelernt, zu töten

Inwieweit das eine Rolle für das Verfahren spielt, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass Hannelore K. tot ist. Getötet von Jürgen F. Das hatte er beim Haftrichter auch unumwunden eingeräumt. „Ich war einfach sauer auf diese Frau und habe mehrfach gedroht, sie umzubringen.“ Er habe bereits als Elfjähriger unter Hitler gelernt zu töten, auch mit einem Messer. Auf die Polizeibeamten machte Jürgen F. nach seiner Festnahme einen ruhigen Eindruck. „Er wirkte erleichtert“, sagte ein Beamter. Eine Beamtin erinnerte sich, dass F., angesprochen auf Schürfungen am Knie, meinte, das sei wohl passiert, als „ich die Alte abstach“.

Für die Tochter der Getöteten stand von Anfang an fest, dass nur Jürgen F. der Täter gewesen sein konnte. „Immer, wenn wir eine ruhige Familienzeit hatten, kam wieder etwas Böses.“ Doch an dieses Ende hätte sie in ihren schlimmsten Träumen nicht gedacht, sagte die 57-Jährige, die noch deutlich unter dem Eindruck des Erlebten stand.

Morgen werden die Plädoyers erwartet.

Von Dagmar Simons

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