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Vermieter tötet unliebsame Mieterin

Rentner aus Glienicke vor Gericht Vermieter tötet unliebsame Mieterin

Weil er seine Mieterin partout nicht los wurde und seit langem im Streit mit ihr lag, hat ein 82-jähriger Rentner aus Glienicke/Nordbahn die 75-jährige Frau mit fünf Messerstichen getötet. Für ihn war das wohl eine Möglichkeit, „Gerechtigkeit herzustellen“, nachdem die Räumungsklage gescheitert war.

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Kriminalisten am Tatort.

Quelle: Helge Treichel

Glienicke/Nordbahn. Die Emotionslosigkeit des Rentners Jürgen F. hatte den Einsatzbeamten Hannes S. damals aus der Fassung gebracht – und nachhaltig beeindruckt. „Ja, ich habe sie umgebracht“, soll Jürgen F. gesagt haben, ohne jegliche Regung. Sie, das war die 75-jährige Hannelore K. , seine Mieterin, mit der Jürgen F. im Dauerstreit lag.

Seit Dienstag muss sich der 82-Jährige wegen Mordes vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Er soll am 11. Juli vorigen Jahres Hannelore K. auf dem Hof seines Mehrfamilienhauses an der Koebisstraße in Glienicke/Nordbahn mit fünf Messerstichen getötet haben.

Bei der Polizei alles zugegeben

Zu dem Vorwurf wollte sich der große, weißhaarige Mann mit Ohrring vor Gericht nicht äußern. Bei der Polizei war er redseliger gewesen. Der Vernehmungsbeamtin Kerstin K. gegenüber hatte er spontan gesagt, dass er die Frau getötet habe. Aus seiner Aussage schlussfolgerte sie, dass er mit der Tötung „Gerechtigkeit herstellen“ wollte.

Jürgen F. hatte zuvor vergeblich versucht, Hannelore K. und deren Mann als Mieter loszuwerden. Er war aber selbst mit der Räumungsklage gescheitert. „Er kam nicht zu dem Recht, das ihm seiner Meinung nach zustand“, so Kerstin K..

Jürgen F. hatte einst von dem Ehepaar K. das Haus gekauft; das Paar hatte sich aber das Mietrecht samt günstiger Miete für ein kleines Hinterhaus gesichert.

Ehemann des Opfers stand unter Schock

Bei der Polizei hatte der Angeklagte von einer spontanen Tat gesprochen. Demnach hatte er im Keller gearbeitet und durch das Fenster gesehen, dass Hannelore K. kam. Da sei bei ihm „der ganze Ärger hochgekommen.“ Die Staatsanwaltschaft dagegen geht davon aus, dass F. den Mord genau plante.

Der Ehemann des Opfers war unmittelbar nach der Tat vor Ort. Er stand unter Schock, wie der Beamte Hannes S. berichtete. „Er hat uns angefleht, seiner Frau zu helfen.“ Doch jede Hilfe kam zu spät . Er hätte es kommen sehen müssen, hatte sich der Ehemann gegenüber der Polizei geäußert. Die Streitigkeiten zwischen Angeklagtem und seinen Mietern bestanden offensichtlich seit längerem. Dass mit Hannelore K. nicht gut Kirschen essen war, berichteten auch andere Nachbarn vor Gericht, die ebenfalls Ärger mit ihr hatten und den Kontakt mieden.

Jürgen F. sitzt seit der Tat in Untersuchungshaft. „Ich habe in jeder Beziehung ein fantastisches Leben gehabt, eine tolle Frau, super Kinder. Der Familienzusammenhalt ist bombig.“ Der Angeklagte wirkte kein bisschen reuig.

Am 21. Februar wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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