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Oberhavel Verrückt muss man sein
Lokales Oberhavel Verrückt muss man sein
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00:20 14.09.2017
Das ist Kay Striegel, einer der Verrückten, die in ausgeschlachteten Schlitten über ein matschiges Feld rasen . Quelle: Andrea Kathert
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Teschendorf

Ja, man muss schon ganz schön verrückt sein, wenn man beim Stoppelrennen in Teschendorf mitfährt. Aber genau das ist es, was die Fahrer auf ihren selbst gebastelten fahrbaren Untersätzen und die Zuschauer gleichermaßen fasziniert. Bis auf das Nötigste ausgeschlachtete Autos, lustige Vehikel und waghalsige Männer und Frauen hinter den Lenkrädern – das zog auch beim 24. Stoppelrennen die Besucher in Scharen an.

Kay Striegel in seinem Subaru. Quelle: Andrea Kathert

Einer dieser „Verrückten“ ist Kay Striegel, der seinen Subaru Baujahr 1986 vor Jahren stoppelfeldtauglich machte. „Man braucht nur ’ne Flex und einen großen Hammer“, lacht er. Zwei Tage, dann war der Subaru „entkernt“. Der große Vorteil seines eher bescheidenen 80-PS-Gefährts: „Subaru hat Allrad, das macht natürlich ’ne Menge aus.“ Aber die PS-Zahl ist sowieso egal. Außer um jede Menge Spaß, geht es um nichts. „Das Tagesziel ist nur, dass das Auto am Ende noch fährt.“ Seit neun Jahren ist der Karosseriebauer aus Friedrichsthal dabei. Die Startnummer hat er von einem Kumpel übernommen. Denn die Teilnehmerzahl für das Rennen ist streng begrenzt. Sonst würde es zu lange dauern, bis jeder den Schlamm auf der Piste aufspritzen lassen darf. Und von außen betrachtet, sollte man es gar nicht glauben, „aber das ist schon anstrengend hier zu fahren“, sagt Hay Striegel. Am Sonnabend hatte er sich vorsichtshalber eine gummierte Jacke übergezogen. Seit seinem Subaru bei einem Überschlag im letzten Jahr die Frontscheibe fehlt, ist es clever, schlammfeste Kleidung zu tragen.

Wer als Autofreak mal beim Stoppelrennen zugeschaut hat, den juckt es in den Fingern. 1993 hatte der Motor-Sport-Verein Teschendorf die Stoppel-Rennen-Idee offiziell ins Leben gerufen. Und seither geht jedes Jahr auf einem abgemähten Feld am Rande von Teschendorf die Post ab.

Harald Viek mit seinem Käfer. der ist nur eines seiner abgefahrenen Vehikel. Quelle: Andrea Kathert

Der Vereinsvorsitzende Harald Viek immer vorneweg. Sein fahrbarer Untersatz ist am Sonnabend ein Käfer. Aber skurrile Gefährte hat der KFZ-Mechaniker-Meister noch viel mehr. Den hölzernen Trabi hat er wegen des Regens zu Hause gelassen. „Der sieht aus wie das Ding von Fred Feuerstein.“ Dem Einfallsreichtum der Fahrer sind keine Grenzen gesetzt. Das Vehikel mit der gemütlichen Couch als Sitzgelegenheit für alle Mitfahrer, findet schon seine Fans. Hoch im Kurs steht auch das amerikanische Polizeiauto. Und für viel Spaß im Publikum sorgen Florian Weyer und Chris Nehls, die ein Schlammbad auf der Piste nehmen. Sehr zur Freude der Zuschauer. Die amüsieren sich am Rande der Piste ganz für umsonst. „Wir nehmen ja keinen Eintritt“, sagt Harald Viek. „Wir begleichen unsere Aufwendungen nur über Spenden.“ Und deshalb liefen die beiden Schlammbader, die übrigens neckische Badeanzüge trugen, nach ihrer Show mit einer Sammelbüchse durchs Publikum. Schließlich muss das Geld für den Sprit der Radlader, die die Strecke immer wieder plan schieben müssen, und die Kosten für alle Genehmigungen wieder

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Viel Staub, viel Schlamm, wahnwitzige Fahrten, waghalsige Fahrer und ein begeistertes Publikum – das alles gab’s beim Stoppelrennen in Teschendorf.

reinkommen.

Harald Viek ist beim Thema Genehmigungen etwas „angesäuert“. „Das Ordnungsamt, das Umweltamt – jeder will noch einen Zettel mehr haben.“ Und Viek stört auch ein bisschen, dass die spaßigen Showeinlagen und Gefährte langsam etwas weniger werden. Aber was sich die Vereinsmitglieder an traditionellem Spaß auf jeden Fall erhalten haben, ist „unsere beheizbare Mannschaftsbadewanne auf dem Feld.“ Dort amüsieren sich bis zu 16 Vereinsmitglieder nach ihren verrückten Runden auf dem Stoppelfeld. Und auch deshalb wird’s wieder ein Stoppelrennen geben.

Von Andrea Kathert

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