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Oberhavel Verweile doch, Moment des Friedens
Lokales Oberhavel Verweile doch, Moment des Friedens
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11:17 25.03.2018
Auf der Bühne wird gesungen, gespielt und philosophiert. Quelle: Robert Roeske
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Hohen Neuendorf

Als die Mitglieder des Theaterprojekts der Dr.-Hugo-Rosenthal-Oberschule am Freitagabend auf die Bühne treten, geht es um die großen Fragen: Wer bin ich? Was macht mich ängstlich, was glücklich? Wie soll mein Leben in Zukunft aussehen? Titel: „Unterwegs – die anderen und ich“.

Was da in den Studierzimmern ihrer Klassenräume beginnt ist eine Sinnsuche, zu der schon Johann Wolfgang von Goethe seinen Doktor Faust aufbrechen ließ. Und so beleben dieses Welttheater denn auch die selben Charaktere. Faustus (Ben Tilsner) geht den gleichen Deal mit Mephisto (Jannis Jespersen) ein, um sich aufklären, unterstützen und verführen zu lassen. Und der Teufel beißt sich an dem selbstbewussten, zielstrebigen Jungen einmal mehr die Zähne aus.

Ben Tilsner alias Faust (M.) rappt Goethe. Quelle: Robert Roeske

Ende April vergangenen Jahres treffen sich die Darstellerinnen und Darsteller erstmals – ein Teil von der Oberschule, ein Teil geflüchtete Jugendliche aus Afghanistan und Syrien von anderen Schulen. Im Rahmen des Projektes „Nur Mut – Theater und Selbstvertrauen“ gehen sie fortan unter der Leitung von Schauspielerin und Sängerin Ulrike Hanitzsch regelmäßig auf die Bühne. Wöchentlich proben sie, beschäftigen sich gemeinsam intensiv mit sich selbst und mit einander, mit den Mitteln des Theaters und besagten zentralen Lebensfragen, erzählt Ulrike Hanitzsch. Viele der Fragen tun sich unterwegs auf – ausgesprochen oder im Stillen: „Es geht um Begegnungen, um Klarheit, um Fokus und Richtung, um Gesehen- und Gehörtwerden.“

Im Ergebnis entsteht ein selbst verfasstes Theaterstück. „Unterwegs – die anderen und ich“ ist eine gemeinsame Suche nach Wegen und Antworten, nach Freundschaft und Halt, nach dem großen Sinn und der wahren Freiheit. Seine Premiere ist zugleich der vorläufige Abschluss des Theaterprojektes, das im Zuge des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde und dessen weitere Finanzierung noch offen ist. Sicher ist nur: „Alle würden gern weitermachen“, sagt Schulleiterin Katharina Schlumm. Aber ohne die Fördersummen wäre das Projekt auch nicht möglich gewesen, betont sie bei der Begrüßung und dankt allen Unterstützern.

Ute Hanitzsch (M.) dankt ihren Schützlingen für ihre Leistung sowie Schulleiterin Katharina Schlumm, dass sie den Raum zur Verfügung stellte und das Projekt mit aller Kraft unterstützte. Quelle: Helge Treichel

Die jungen Schauspieler seien „über sich hinaus gewachsen“, bilanziert Ulrike Hanitzsch die Premiere im fast voll besetzten Saal. Mehreren Eltern fehlen nach dem Schlussapplaus zunächst die Worte, während Tränen über ihre Gesichter rinnen. Ihre Schützlinge haben viel Persönliches mit eingebracht, wenn sie beispielsweise in kurzen Videosequenzen über ihre Ansichten, Hoffnungen, Wünsche und Träume berichten. Und wenn sie die Faust-Geschichte in die Gegenwart übersetzen, klingt das zum Beispiel so: „Je blöder du bist, desto einfacher ist die Welt für dich gestrickt.“

Wie schon bei Goethe ist es erneut ein Moment der Liebe, den Faust am Ende seiner Sinnsuche als Dauerzustand herbeisehnt. Diesmal jedoch handelt es sich um einen Zustand der Nächstenliebe und des Friedens. Wie aktuell, wie zeitgemäß – und wie erstrebenswert!

Von Helge Treichel

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