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Oberhavel Viel Schlamm im Langen Trödel
Lokales Oberhavel Viel Schlamm im Langen Trödel
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02:15 23.04.2017
Die Sohle des Langen Trödel wird derzeit wieder ausgebaggert, um die Fahrrinne zu vertiefen. Quelle: Andrea Kathert
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Liebenwalde

Auch wenn das Aprilwetter uns gerade etwas anderes vermittelt, nicht mehr lange und die Freizeitkapitäne wollen in See stechen. Traditionsgemäß startet die Wassersportsaison Angang Mai.

Am Langen Trödel in Liebenwalde sieht es noch nicht danach aus. Unweit des Stadthafens liegt ein Schubverband und ein Ponton, auf dem ein Bagger steht. Die gewaltige Schaufel gräbt sich immer wieder in den Grund des Kanals ein und befördert einen schlammigen, schwarzen Brei ans Tageslicht, der ziemlich muffelt. Die Männer der Firma Streicher aus Jena baggern die Fahrrinne aus. Wieder einmal, muss man fast sagen. Denn schon im letzten Sommer reichte die Wassertiefe für viele Sportboote nicht aus. Nur 80 Zentimeter Tiefgang durften sie haben. Eigentlich sollten es im Langen Trödel 1,40 Meter sein. Kurz nach der feierlichen Eröffnung des sanierten Abschnitts am 16. Juni 2016 war der Spaß für viele Freizeitkapitäne schon wieder vorbei. Gefährliches Totholz schwamm im Kanal und hatte zu Schäden an Bootsmotoren geführt. Am gefährlichsten sind die so genannten Grundgänger – über Jahrzehnte vollgesaugtes Holz, das weder auf der Kanalsohle liegt, noch an der Oberfläche schwimmt. Es schwebt im Wasser und ist nicht zu sehen. Anfang Juli 2016 hatten zwei Taucherteams der Firma Tai-Tech aus Pasewalk versucht, das Totholz zu bergen. Im Moment ist schon wieder neues aufgetaucht und wird geborgen. Die Fahrrinne wird momentan zwischen Stadthafen und alter Eisenbahnbrücke ausbaggern.

Die jährliche Brückenkontrolle stand jetzt an. Geprüft wurden sämtliche mechanische Bauteile und die Elektrik. Quelle: Andrea Kathert

Immerhin sind schon mal am Dienstag und Mittwoch nach Ostern am Langen Trödel die Brücken fit gemacht worden. Die übliche jährliche Wartung hieß es von den Mitarbeitern der Firma Grädler. Sie kontrollierten sämtliche mechanischen Bauelemente an der Klappbrücke an der Berliner Straße. Die Motoren der gewaltigen Zylinder wurden gecheckt, die Ölstände überprüft. Andere Mitarbeiter kümmerten sich um die Elektrik und testeten am Mittwoch ein Mal, ob sich die Brücke ordnungsgemäß öffnen und schließen lässt.

Die Autofahrer fanden die Sperrung der L 21 nicht so lustig. Besonders wenn sie vor der Absperrung standen. Quelle: Andrea Kathert

Für die Autofahrer auf der L 21 hatte die zweitägige Sperrung der wichtigen Durchfahrtsstraße große Folgen. Sie mussten einen langen Umweg über Oranienburg in Kauf nehmen, falls sie überhaupt von der Sperrung erfahren oder die wenigen Umleitungsschilder wahrgenommen hatten. An der gesperrten Klappbrücke „strandeten“ Auto- und Lkw-Fahrer fast im Minutentakt. Die Mitarbeiter der Wartungsfirma mussten sich einiges anhören. Da sie selbst aber auch ortsfremd waren, konnten sie nicht mal Schleichwege empfehlen. Am Mittwochabend hatte der Spuk jedenfalls ein Ende. Dann zogen die Männer der Firma Grädler weiter, um in Zerpenschleuse die Brücken an der Forststraße und die über die B 109 unter die Lupe zu nehmen.

Wann der Lange Trödel befahrbar ist, konnte auch der stellvertrende Landrat Egmont Hamelow nicht sagen. „Eine seriöse Einschätzung der Einsatzdauer ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht möglich.“ Dennoch bemühten sich die beteiligten Gebietskörperschaften gemeinsam mit dem beauftragten Unternehmen, die Arbeiten so schnell wie möglich abzuschließen.

Die Informationen auf der Internetseite der Stadt Liebenwalde sollten die Freizeitkapitäne also noch mit Vorsicht genießen. Dort sind die Schleusen- und Brückenöffnungszeiten seit dem 17. April dieses Jahres aufgeführt. Aber Sportboote kommen zurzeit nur schlecht oder gar nicht durch den Langen Trödel. Der Schubverband nimmt die gesamte Fahrrinne ein. Und bisher stehen noch die Hinweisschilder, dass nur Boote bis 80 Zentimeter Tiefgang den Trödel befahren können.

In der Marina Liebenwalde vor der Einfahrt zum Langen Trödel hat Horst Helbig seine Saison schon am 15. April eröffnet. „Ich war ganz zufrieden, es waren schon sechs Boote da“, sagt Helbig. „Allerdings wollte noch niemand in den Langen Trödel fahren.“ Von den Ausbaggerarbeiten hat also noch kein Bootsfahrer etwas mitbekommen.

Am 1. Mai geht es in der Marina richtig los. „Dann wird auch der Imbisswagen geöffnet“, stellt Helbig schon mal in Aussicht. Und dann gibt’s bei ihm wieder leckere Fischbrötchen und mehr.

Von Andrea Kathert

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