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Viel Zustimmung für Maut

Kaum Folgen für Tourismus befürchtet Viel Zustimmung für Maut

In Oberhavel stößt die von der CSU vorgeschlagene Autobahn-Abgabe auf viel Zustimmung. Folgen für den Tourismus werden kaum befürchtet.

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Teuer für Touristen: Ausländische Autofahrer müssten laut den Plänen der CSU die vollen Kosten der Autobahn-Maut tragen, während deutsche Fahrer das Geld über die Kfz-Steuer wieder zurückbekämen.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. In diesen Tagen laufen die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD in Berlin auf Hochtouren. Ein Thema, um das heftig gerungen wird, ist die Pkw-Maut für Autobahnen.

Nach Plänen der CSU könnte etwa eine Vignette 100 Euro pro Jahr kosten. Während deutsche Autofahrer diese Kosten mit der Kfz-Steuer verrechnen könnten, müssten Fahrer aus dem Ausland die Kosten tragen.

Harald Petzold, Bundestagsabgeordneter der Linken für Oberhavel, traut den Plänen nicht, dass die Maut über die Kfz-Steuer wieder hereinkommt. Er lehnt die Maut strikt ab. "Sie trifft vor allem Menschen in ländlichen Räumen, die gezwungen sind, ein Auto zu haben." Ansonsten stößt die Maut im Kreis auf Zustimmung. Uwe Feiler, CDU-Bundestagsabgeordneter für Oberhavel, befürwortet das Vorhaben. Es sei nicht schön, wenn er in Österreich, Frankreich und der Schweiz für die Durchreise bezahlen müsse "und wir im Gegenzug als Transitland keine Maut erheben."

Anne Bernstorff, Geschäftsführerin des Tourismusvereins Oranienburg und Umland, fände es die Maut gerecht. "Im Ausland bezahlt man an jeder Ecke Mautgebühren, unsere Straßen würden dann besser aussehen." Dass die Tourismusbranche darunter leiden würden, glaubt sie nicht. Höchstens im ersten Jahr könnten ein paar Besucher wegbleiben. "Aber wenn der Service und die Attraktivität weiter stimmen, würden sich die Gäste an die Maut gewöhnen."

Auch Carsten Bräuer von der Oranienburger Dekra-Niederlassung hat kein Problem mit einer Maut. Vorausgesetzt, deutsche Autofahrer werden komplett entlastet. "Ausländische Gäste fahren durch Deutschland und belasten die Straßen. Warum sollten sie dann nicht durch eine Maut zum Straßenerhalt beitragen?" Der Dekra-Mann fordert allerdings eine Abgabe für alle Verkehrswege. "Sonst sind die Landstraßen verstopft, wenn man dort die Maut spart." Eine Gefahr für die Tourismus-Branche sieht er nicht. Schließlich funktioniere der Tourismus auch in Ländern, die die Maut schon eingeführt haben.

Horst Eichholz, Chef des Germendorfer Tierparks, befürchtet ebenfalls keine Folgen für den Tourismus. "Der Reiseverkehr würde nicht abnehmen, die Deutschen ja im Ausland auch anstandslos die Maut." Dennoch findet er eine Maut in Höhe von 100 Euro nicht sinnvoll, weil der Verwaltungsaufwand zu hoch sei. "Da bleibt zu wenig für den Ausbau der Straßen."

Thilo Kunze, Sprecher der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg (IHK), hat nichts gegen eine Maut einzuwenden. "Sie darf aber nicht zu einer Mehrbelastung der Wirtschaft und der Bürger führen", sagt Kunze.

Von Jana Einecke und Marco Paetzel

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