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Oberhavel Viel zu tun im Brennpunkt
Lokales Oberhavel Viel zu tun im Brennpunkt
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19:40 14.07.2016
Stephanie Marsch (l.) zeigte den Stadtverordneten, was in Velten-Süd noch zu tun ist. Quelle: Foto: Marco Paetzel
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Velten

Jeden Dienstag macht Stephanie Marsch ihre Tour durch die Straßen von Velten-Süd. Die Bewohner, sagt die Quartiersmanagerin, seien schon viel offener geworden. „Sie sprechen mich an und sagen, was verbessert werden muss.“ Hinten am Abenteuerspielplatz etwa fehlt die Sitzfläche einer Bank, der Basketballplatz ein paar Meter weiter wird so gut wie nie genutzt. Dafür quillt der Fußballplatz regelmäßig über. Und überhaupt liegt den Bewohnern zu viel Hundekot am Wegesrand. Hilfe zur Selbsthilfe, so könnte man die Aufgabe von Stephanie Marsch zusammenfassen. „Ich kann mich hier nicht 24 Stunden lang um alles kümmern, aber ich kann die Leute vernetzen.“ Die Berlinerin will Akteure wie Kitas, Schulen, Wohnungsunternehmen und vor allem die Bürger zusammenbringen, damit es voran geht in Velten-Süd.

Am Mittwoch machte Stephanie Marsch, seit April Quartiersmanagerin, einen Rundgang mit einer handvoll Stadtverordneter, Bürgermeisterin Ines Hübner und Verwaltungssprecherin Ivonne Pelz durch das Wohngebiet. Solche Touren soll es bald auch mit den Bewohnern geben. „Sie sind heute also quasi der Testlauf“, sagte Stephanie Marsch, es goss unerbittlich.

Der Stadtteil mit seinen rund 2800 Einwohnern und 1600 Wohnungen sei besser als sein Ruf. Es gebe kaum noch Leerstand, auch die Kita sei gut ausgelastet – was dafür spreche, dass viele Eltern einen Job gefunden haben. Drogen und Kriminalität seien auch kein größeres Problem als in anderen Stadtteilen. „In den Köpfen ist das aber noch nicht angekommen, wir müssen vielleicht mehr Eigenwerbung betreiben“, so Stephanie Marsch. Dennoch: Noch immer ist etwa ein Drittel der Bewohner ohne Job, Velten-Süd bleibt der Soziale Brennpunkt in der Ofenstadt. Das weiß auch Stephanie Marsch, die schon in Brennpunkten wie Neukölln oder Marzahn gearbeitet hat.

Dabei ist schon viel Geld in den Stadtteil geflossen. Etwa zehn Millionen Euro wurden investiert, seit das Quartier 2001 ins Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen wurde. In den 1990er-Jahren lebten in dem Plattenbau-Viertel vor allem Arbeitslose und sozial Schwache. Heute sind die Neubauten saniert. Es gibt Bürgerhaus, Erlebnisspielplatz mit wiedereröffnetem Tarzan-Schwinger, Boulderwand oder einen Bürgerpark samt Fitnessparcours. Auch der Abenteuerspielplatz entstand 2001 mit Fördermitteln, er zieht heute Jugendliche aus ganz Velten an.

Und die Entwicklung soll weitergehen. Die Arbeit von Quartiersmanagerin Stephanie Marsch – der Vertrag läuft vier Jahre – ist eine von 36 Maßnahmen, die mit Fördergeldern vom Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ umgesetzt werden sollen. Das entschieden die Stadtverordneten im Februar (siehe Kasten). So soll etwa eine „grüne“ Achse samt Skater- und Radweg von der Ernst-Thälmann-Straße bis zum Gleispark entstehen, um den Stadtteil zu integrieren, auch ein Nachnutzungskonzept für die ehemalige Kaufhalle soll gefunden werden. Zudem sollen die Bürger stärker eingebunden werden, etwa bei der Pflege der Freiflächen. „Es wäre mein Traum, dass hier irgendwann im Stadtteil alles von selbst läuft“, so Stephanie Marsch. Dafür will sie den Anschub geben.

Von Marco Paetzel

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