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Oberhavel Viel zu wenig Busse
Lokales Oberhavel Viel zu wenig Busse
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15:22 18.10.2016
Heidi Petzer benutzt regelmäßig den 805er-Bus. Quelle: Andrea Kathert
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Wensickendorf

Die Wensickendorfer sind nicht gerade verwöhnt, was den öffentlichen Personennahverkehr betrifft. Immerhin haben sie noch eine Bahnstation. Doch wer ins zehn Kilometer entfernte Oranienburg möchte, um Behördengänge, Arztbesuche oder Einkäufe zu erledigen, der setzt sich entweder selbst hinters Lenkrad oder wartet auf den Bus. Die OVG-Linie 805 führt durch den Ort.

Jetzt in den Ferien halten noch weniger Busse als sonst in Wensickendorf. Das bekam am Dienstag auch Heidi Petzer zu spüren. Sie ist Hauswirtschaftskraft in der Kita und musste gestern schon den Bus um 12.35 Uhr nehmen. „Eigentlich fahre ich sonst einen Bus später“, erzählt sie. Doch der fällt in den Ferien weg. Also musste sie flinke Füße machen in der Kita und ihre Mittagspause streichen, damit sie den Nachhauseweg antreten konnte. Außer Heidi Petzer steigt in der Hauptstraße nur noch eine junge Frau zu. „Na wenn der Bus regelmäßiger fahren würde, würden vielleicht auch mehr Leute mitfahren."

Wer nicht gerade zu nachtschlafender Zeit nach Oranienburg muss, der hat am Vormittag drei Chancen. In der Hauptstraße hält der Bus um 8.15 Uhr, 10.35 Uhr und 12.35 Uhr. Fahrgelegenheiten im Zweistunden-Takt. Da muss man schon genau planen, wie ein Oranienburgbesuch aussehen soll. Selbst wer nur zum Einkaufen bis Schmachtenhagen will, kommt nur jeder zwei Stunden dort an, nachmittags noch seltner. Der ­805er-Bus fährt in Oranienburg auch kein Einkaufszentrum an, er endet vor dem Bahnhof. Wer in die City will, muss zu Fuß gehen oder auf die Stadtlinie umsteigen.

Die Rücktouren von Oranienburg nach Wensickendorf gestalten sich genauso. An den Wochenenden ist die Linie noch weiter ausgedünnt.

Ortsvorsteher Heinz Ließke kennt das Problem. Und es trifft vor allem die älteren Menschen, die sich vielleicht nicht mehr hinters Steuer setzen wollen oder können.

„Über ein Drittel unserer Einwohner ist älter als 65“, sagt Ließke.“ Für die wird es immer beschwerlicher, irgendwohin zu kommen.“ Beim öffentlichen Nahverkehr müsste das Angebot verbessert werden, findet der Ortsvorsteher. Und der Landkreis könne auch nicht sagen, wer bestellt, der bezahlt. „Wofür bezahlen wir denn die Kreisumlage?“, fragt er sich.

Es würde ja schließlich nichts bringen, wenn die Senioren mit ihren Einkäufen irgendwo in Oranienburg rumstehen. Der ÖPNV muss attraktiver werden“, findet Ließke. Er will auch nicht nur meckern, sondern hat ganz konkrete Vorschläge. „Man könnte doch die Stadtlinien über alle Ortsteile fahren lassen und den Takt verdichten.“ Haltestellen gebe es schließlich überall. Seiner Meinung nach würden alle Ortsteile mehr Busse gebrauchen können. Und auf diese Weise würden vielleicht auch mehr Menschen auf dem Bauernmarkt in Schmachtenhagen einkaufen, auch die Oranienburger. Aber wenn der Bus nur jede zwei Stunden fährt, funktioniert das natürlich nicht. Ließkes Vorschlag: Die Linie könnte sogar Bauernmarkt-Linie heißen.“ Das wäre auch aus touristischer Sicht ein cleverer Schachzug. Denn zu den Veranstaltungen kommen immer viele Besucher.

Was den Ortsvorsteher auch mächtig ärgert, ist die Tatsache, dass die Wensickendorfer und auch die Leute aus den anderen Ortsteilen das wirklich gute kulturelle Angebot in Oranienburg kaum nutzen können. „Es kann nicht sein, dass kurz nach Acht der letzte Bus zurückfährt.“ Der müsste um 23 Uhr fahren. „Dann könnte man alle Veranstaltungen besuchen.“

Von Andrea Kathert

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