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Viele Menschen fühlen sich in Velten unsicher

Polizei informiert zu Sicherheitspartnerschaften Viele Menschen fühlen sich in Velten unsicher

Die gefühlte Sicherheit ist in Velten gesunken. Das glauben zumindest viele Bürger der Ofenstadt, auch wenn die Zahlen der Polizeistatistik eine andere Sprache sprechen. Der Stadtverband der SPD hat sich deshalb des Themas angenommen und die Polizei zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Sicherheitspartnerschaften eingeladen.

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Sicherheitspartner aus Bärenklau

Quelle: Archiv: Tiesler

Velten. Auch wenn die genauen Zahlen der Polizeistatistik für 2015 noch nicht vorliegen, konnte Mario Bergel, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Oberhavel am Dienstagabend in Velten nicht bestätigen, dass es eine dramatische Zunahme an Einbrüchen in der Ofenstadt geben würde. Tatsächlich, da die Trends bekannt seien, sei eher von sinkenden Zahlen auszugehen. Lediglich im Bereich der Einbrüche in Gewerberäume könne man einen leichten Anstieg verzeichnen.

Bergel war auf Einladung des Ortsvereins der SPD nach Velten gekommen, um über das Thema Sicherheitspartnerschaft zu informieren. Zunächst stellte er klar, dass Sicherheitspartnerschaften, wie sie derzeit in Oberhavel nur noch in Bärenklau – und dort sehr erfolgreich – bestehen würden, keine sogenannten Bürgerwehren seien. Ebenso wenig seien Sicherheitspartnerschaften Kompensation für fehlende Polizei, bekräftigte Stefan Boye, Revierleiter der Polizei in Hennigsdorf. Bergel: „Sicherheitspartner vertreten weder Gemeinde noch Polizei.“ Sie seien weder bewaffnet, noch hätten sie hoheitliche Befugnisse. Geregelt sind die Aufgaben einer Sicherheitspartnerschaft durch den, 1995 vom einstigen Innenminister Alwin Ziel gezeichneten Brandenburger Erlass „Kommunale Kriminalitätsverhütung (KKV)“.

Erwiesen sei, dass sich durch funktionierende Sicherheitspartnerschaften die gefühlte Sicherheit der Bürger in einem Ort erhöhen könne, so Bergel. „Sicherheitspartner geben Bürgern das Gefühl, dass sich jemand kümmert.“ Denn die Aufgaben einer Sicherheitspartnerschaft würden weit über den Bereich der Kriminalität hinausgehen. Sicherheitspartner, die in einer Einwohnerversammlung von den Bürgern gewählt werden, sollen mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen, nach Nachbarn schauen, die Kriminalitätsprävention im Blick haben. Sie seien sozialer Ansprechpartner. Bergel: „Das ist nicht mit Gold aufzuwiegen.“ Es gehe nicht „ums Anschwärzen“, sondern um eine Begegnung mit den Bürgern auf Augenhöhe.

Er verglich Sicherheitspartnerschaften mit einem Netzwerk aus Bürgern, Gemeinde, Polizei, Feuerwehr, Politik und unterstützenden Firmen. Anzustreben sei ein Gleichklang der Interessen von Sicherheitspartnern, Gemeinde und Polizei. „Sicherheitspartner werden polizeilich überprüft, in Workshops geschult, erhalten eine Urkunde und Unterstützung durch die Partner.“

Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner wies jedoch darauf hin, dass „Velten kein Kriminalitätsproblem habe.“ Zudem bezweifelte sie, dass ein derartiges Projekt durch die inhomogene Stadtstruktur Veltens zu stemmen sei. „Für die ganze Stadt ist das sicherlich utopisch, aber wünschenswert“, stimmte ihr Mario Bergel zu. Vorstellbar seien aber Regionen innerhalb der Stadt. „Velten könnte Leuchtturmprojekt werden.“ Nur genügend Helfer würden dafür benötigt werden. Die SPD will das Thema weiter verfolgen.

Von Ulrike Gawande

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