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Oberhavel Viele Paare auf den Horsten, wenige Junge
Lokales Oberhavel Viele Paare auf den Horsten, wenige Junge
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02:16 13.09.2015
In Falkenthal gibt es laut Paul Sömmer (kleines Bild) zwölf Storchennester. Quelle: FOTO: UWE HALLING
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Auch wenn der Storch für die Menschen als der Kinderbringer gilt – für die Langbeiner selbst trifft das im Oberhavelnorden nicht unbedingt zu. „Grottig“ findet Paul Sömmer von der Naturschutzstation Woblitz, dass 20 Prozent der begonnenen Bruten im Jahr 2015 nicht von Erfolg gekrönt waren. Anders ausgedrückt: Nur 67 Junge flogen in diesem Jahr – in der Region von Zehdenick bis Wolfsruh und Blumenow bis Löwenberg – aus. Diese Zahl ist sehr gering und geht laut Paul Sömmer auf eine sehr hohe Neststerblichkeit zurück. „Die Reproduktionsrate ist besorgniserregend.“ Mit den 117 Störchen, die im vergangenen Jahr zu Buche standen, ist das nicht annähernd vergleichbar. Nach dem Superjahr seien die diesjährigen Zahlen für hiesige Verhältnisse dennoch als durchschnittlich zu bezeichnen. Aber wo in anderen Ländern fünf Junge pro Brutpaar Normalität wären, liegt die Zahl hier weit darunter. In den vergangenen Monaten gab es nur zwei Horste, von denen vier Junge flügge wurden (in besseren Jahren doppelt so viele): in der Zehdenicker Eisenbahnstraße und in Siedlung II (Zehdenick). Das lag vor allem daran, dass in der Siedlung II eine große Menge Fisch zugefüttert wurde und in der Eisenbahnstraße der langjährige „Vater-Storch“ durch hohe Kompetenz bei noch guter Ausstattung des Lebensraumes seinen Beitrag leistet. Außerdem zählten die Storchenexperten – Uwe Rothermund (Falkenthal) und Jörg Schwabe (Wolfsruh) lieferten aus ihren Regionen Zahlen dazu – sechs Nester, aus denen drei Junge hervorgingen, die „flugtauglich“ wurden.

Viele ausgebrütete Störche verendeten. Grund: Nahrungsknappheit. Paul Sömmer schiebt das auf die große Trockenheit auf großflächig armen beziehungsweise radikal entwässerten Böden im ersten Halbjahr. „Das machte den Zugang zum Regenwurm weitgehend unmöglich“, sagt er. Lurche stünden aufgrund der großräumigen Bestandszusammenbrüche ohnehin nicht mehr in der nötigen Menge zur Verfügung. Die Entwicklung von Heuschrecken verzögerten sich durch die kalten Monate Mai und Juni – in der Zeit des größten Bedarfs für Jungstörche mussten sie auf diese bedeutende Nahrungsquelle verzichten. Auch Feldmäuse – wichtig für Eiweiß-Aufnahme – gab es nicht.

Auffällig viele Horste wurden in diesem Jahr von Storchenpaaren beflogen. 46 Paare besetzten die Horste. 41 davon begannen zu brüten. Das liegt unter anderem daran, dass einige Störche noch nicht geschlechtsreif sind. Von den 41 zählten die Vogelexperten 33 erfolgreiche Bruten. Den Altkreis Gransee flögen laut Paul Sömmer überdurchschnittlich viele Störche an. Dennoch seien längst nicht alle Nester besetzt. Die Naturschutzleute versuchen dennoch, dies zu ändern. „Wir gucken, wo wir was verbessern können, arbeiten unkompliziert mit Partnern zusammen.“ In Schönermark (Dorfstraße 46) lautet die Empfehlung, von dem (vermutlich zehn Zentner) schweren Horst auf dem Wohnhausdach etwas abzutragen. Laut Paul Sömmer gebe es für die Granseer keine Hoffnung, dass sich auf den vorgandenen Nestern Störche niederließen. „Die Bedingungen in Gransee hauen nicht hin.“

Oft sind die „Storchenväter“ Retter in der Not. In diesem Jahr gab es den Fall, das in Gutengermendorf ein Junges aus dem Nest fiel. Es wurde in einem Nest in Falkenthal ausgewildert. Mit Erfolg.

Von Stefan Blumberg

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