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Oberhavel Viele Themen beim MAZ-Stammtisch
Lokales Oberhavel Viele Themen beim MAZ-Stammtisch
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05:15 27.02.2018
Gemütliche Runde beim MAZ-Stammtisch am Mittwoch im Restaurant „Kastanienhof“ in Schildow. Quelle: Enrico Kugler
Schildow

Bei der MAZ-Serie „Zu Hause in . . .“, die sich zwei Wochen den Gemeinden Glienicke und Mühlenbecker Land gewidmet hat, fand Mittwoch der zur Serie gehörige MAZ-Stammtisch im RestaurantKastanienhof“ in Schildow statt.

Eine gemütliche Runde traf sich am Mittwoch beim MAZ-Stammtisch im Restaurant „Kastanienhof“ in Schildow.

Beim Gespräch in lockerer Runde wurde klar, dass die Menschen gerne in ihren Wohnorten leben, auch wenn beide Gemeinden in den letzten Jahren rasant gewachsen sind. „Der Speckgürtel um Berlin wächst, das geht immer weiter“, erklärte Dieter Nitz aus Schildow. „Unser Dorf verberlinert“, sorgt sich Lydia Zudnick, ebenfalls aus Schildow. Sie befürchtet, dass der Zuwachs den Dorfcharakter des heutigen Mühlenbecker Ortsteils zerstören könnte. „Es ist nicht mehr unser altes Schildow, es hat sich viel verändert.“ Aber es sei ja auch Finanzkraft, die die neuen Einwohner bringen, versuchte Mario Müller (CDU), Ortsvorsteher in Schönfließ, die Schildowerin zu beruhigen. Zudem achte man in der Gemeinde sehr darauf, dass die neue Bebauung nur als Lückenbebauung erfolge und nicht nach außen gehe. „Wir sind vom Landschaftsschutzgebiet eingeschlossen.“ Trotzdem könne im Mühlenbecker Land noch viel gebaut werden, so Müller. Eine Potenzialanalyse habe einen Anstieg auf 18 000 Einwohner prognostiziert.

50 000 Einwohner wären im Mühlenbecker Land möglich

Klaus Brietzke (CDU), ehemaliger Schönfließer Ortsbürgermeister, ging noch weiter und sagte, dass bis zu 50 000 Einwohner in der Gemeinde möglich seien, wenn man eine ähnlich dichte Bebauung wie in Glienicke erlaube. „Doch das ist nicht wirklich ein Ziel.“ Man habe sich bewusst nicht in Richtung Glienicke entwickelt. „Aber eine Verdopplung der jetzigen Einwohnerzahl ist möglich, ohne dass es jemand merkt“, so Brietzke. Wichtig sei, dass kein „Ruck“, sondern ein stetes Wachstum erfolge, damit es bei Kitas und Schulen keine Probleme gebe.

Baumschutz im Fokus

Umso nötiger ist es daher auch, das Grün in den Orten im Auge zu behalten. Diese Aufgabe hat sich Barbara Rudnik aus Glienicke auf die Fahnen geschrieben. Sie engagiert sich in der Initiative Baumschutz. „Wir wollen das Bewusstsein der Bürger schärfen.“ Mit Kindern organisiert sie Waldspaziergänge, bringt Nistkästen an und pflanzt Bäume. „Glienicke ist zu 90 Prozent verbaut, daher sind wir für Spaziergänge auf das Mühlenbecker Land angewiesen.“ Besonders im Kindelwald sehe es derzeit nach dem Sturm nicht gut aus. „Viele Äste und Bäume versperren den Weg.“ Es liege ihr am Herzen, zu Rudnik, dass die Schäden beseitigt werden, damit sie mit Schulklassen wieder in den Wald gehen kann.

Ersatz für Schönfließer Friedenseiche

„Es ist gut, dass es Leute gibt, die aufpassen“, lobte Mario Müller. Er bedauerte, dass auch die sogenannte Friedenseiche in Schönfließ wegen Sturmschäden gefällt werden musste. „Sie war hohl. Aus Verkehrsicherungsgründen war es laut eines Baumgutachters nötig, sie zu kappen.“ Doch Müller hatte gute Nachrichten: Ende März soll eine neue Eiche, mit einem Stammdurchmesser von 20 Zentimetern, finanziert von einem Sponsor, gepflanzt werden. „Das ist die ideale Pflanzzeit.“

Pferde werden von einigen Haltern vernachlässigt

Eine rege Diskussion gab es beim MAZ-Stammtisch auch zur Haltung von Pferden, die oft von Privatbesitzern nicht artgerecht gehalten würden, wie Lydia Zudnick beobachtet hat. „Die Tiere stehen im Wasser, die Hufe werden nass. Die Unterstände sind mit Lumpen behangen. Mir tränen die Augen, wenn ich so was sehe.“ Einig war man sich, dass es für viele Halter oft ein finanzielles Problem sei, aber die Zuständigkeit nicht bei den Gemeinden, sondern beim Veterinäramt in Oranienburg liege.

Heidekrautbahn könnte Pendlern nützen

Als positiv bewerteten alle Stammtischteilnehmer die Entwicklung beim Thema Heidekrautbahn, die vor allem für Pendler eine große Entlastung sein könnte. „Seit 1993 sind wir an der Sache dran“, so Brietzke, der Sorge hat, dass man die Planungen mit der Taktverdichtung der S1 und der Nordbahn zusammenführen könnte. „Dann fallen wir hinten runter.“ Uwe Klein (SPD) aus Glienicke regte außerdem an, eine Buslinie von Schildow über Glienicke nach Berlin fahren zu lassen. Diese wäre durch zwei Orte in Brandenburg dann keine Stadtbuslinie mehr und könnte in den Nahverkehrsplan aufgenommen werden. Zudem fehle an der Kirche in Schildow ein Wartehäuschen und am S-Bahnhof Mönchmühle eine bessere Beleuchtung.

Von Ulrike Gawande

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