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Viele offene Fragen nach Aus für Winzler-Pläne

Bötzow Viele offene Fragen nach Aus für Winzler-Pläne

Nachdem die Mehrheit der Gemeindevertreter in Oberkrämer gegen den neuen Bebauungs- und den Flächennutzungsplan stimmten, gibt es im Ort viele offene Fragen. Die Situation sei schwierig zu bewerten, sagt der Justiziar der Gemeinde. Welche Schlüsse die Firma Winzler daraus zieht, dazu gibt es keine Auskünfte.

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Viele Diskussionen in Bötzow.

Quelle: Enrico Kugler

Bötzow. Die Situation sei schwierig zu bewerten, sagt Oberkrämers Justiziar Peter Matschke. Vor allem, weil unklar ist, wie genau es jetzt im Gewerbegebiet in Bötzow-West weiter geht.

Denn am Ende kam doch alles ganz anders. Die Gemeindevertreter in Oberkrämer hatten den neuen Flächennutzungs- und den Bebauungsplan Ende Juni mehrheitlich abgelehnt. Im Bauausschuss sah das davor noch ganz anders aus. Er hatte mit ja gestimmt, der Bötzower Ortsbeirat zuvor mit Nein.

Es geht um den Hof der Baustofffirma Winzler. Eine bislang im Plan als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesenes Areal sollte in ein Baugebiet umgewandelt werden – allerdings werden diese Flächen von der Firma längst genutzt. Im Rahmen dieses Verfahrens ist im Ortsteil sehr lange über verschiedene Aspekte diskutiert worden. So spielte der aus Sicht der Anwohner wachsende Lkw-Verkehr durch Bötzow und an der Grundschule vorbei eine große Rolle. Ebenso der Staub und der Lärm, der von der Anlage ausgehe. „Das ist der Dreh- und Angelpunkt“, sagte Wolfgang Geppert (FWO) am Dienstag. Er sitzt im Bötzower Ortsbeirat und auch in der Runde der Gemeindevertreter. So sorge schon das Piepen von rückwärts fahrenden Lkw für Lärm, ebenso der Verladeverkehr.

„Der Staub belästigt die Anwohner“, so Geppert weiter. Auch wenn die Anlage sich nicht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Dorfkern befinde, „die Beschwerden sind da.“ Die Zahl der durch Bötzow fahrenden Laster seien aus Sicht von Wolfgang Geppert „schön gerechnet“, es gebe aus seiner Sicht kein An- und Abfahrtskonzept. Gegen das Unternehmen selbst könne er nichts sagen, der Standort aber sei ungünstig.

Geplant ist in Bötzow-West zum Beispiel ein Zwischenlager für Erdstoffe mit einer jährlichen Durchsatzkapazität von 75 000 Tonnen. Allerdings beinhalte die Zahl schon die genehmigten 60 000 Tonnen Durchsatzkapazität für das Erdenwerk. Unklar ist, was aus den Betriebszeiten für das Gelände wird. Die Gemeinde Oberkrämer hatte sich mit dem Unternehmen auf bestimmte Zeiten geeinigt – die Bötzower hatten darauf gedrungen, dies schriftlich festzuhalten. „Die Firma war bereit, Betriebszeiten einzuschränken, am Sonnabend werden Brecher und Schredder nicht betrieben“, so Peter Matschke. Ob das so bleibe, sei fraglich.

Ebenso unklar ist, was aus einem Wall wird, der vor Staub und Lärm schützen soll, der ohne den neuen B-Plan aber abgetragen werden muss. Ob Bötzow vom Nein für die Pläne Nachteile hat, „mag ich nicht zu beurteilen“, sagt Peter Matschke. Ob die Firma künftig den Sonnabend beispielsweise als richtigen Arbeitstag nutze, sei ebenfalls offen.

Es sind lauter Fragen, die nach der Abstimmung gegen die Pläne auf dem Tisch liegen. Telefonisch wollten sich im Juli weder Geschäftsführung noch Anwälte äußern. Einen daraufhin festgelegten, lange geplanten Gesprächstermin in Germendorf ließen Winzlers am Dienstagvormittag platzen. Man könne im September oder Oktober reden. Oder nächstes Jahr. Die Kommunikation ist mangelhaft – und nicht förderlich für eine Vertrauensbasis bei den Bötzowern.

Von Robert Tiesler

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