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Viele ungeklärte Brände in Oberhavel

Brandstiftung vermutet Viele ungeklärte Brände in Oberhavel

Im Kremmener Ortsteil Flatow gehört der Klang der Feuerwehrsirene zum Alltag. Doch auch in anderen Orten häufen sich Vorfälle: Immer wieder brennt es im Landkreis Oberhavel. Von ei­ner Serie spricht allerdings kaum jemand. MAZonline gibt einen Überblick.

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Knapp mit dem Leben davon gekommen ist im Oktober ein junger Berliner bei einem Brand in Freienhagen.
 

Quelle: Julian Stähle

Oberhavel.  Wieder schrecken die Bewohner hoch, wieder sind die Kameraden der Feuerwehr in Alarmstellung. Im Kremmener Ortsteil Flatow gehört der Klang der Feuerwehrsirene zum Alltag. Ob es sich in Flatow um eine Brandserie handelt, dazu kann Kremmens Stadtbrandmeister Gerd Lerche nichts sagen. „Aber es liegt eine Häufung vor.“ Mülltonnen, Dixiklo, Schuppen, Strohballen, Spargelfolie. Alles brennt. Die Vermutung liegt nahe, dass hier jemand zündelt.

Toralf Reinhardt, Pressesprecher der Polizeidirektion Nord, sagt: „Vor dem Hintergrund der Tatbegehungsweisen und der territorialen Lage der Brandorte gehen wir grundsätzlich immer davon aus, dass mehrere Brandstiftungen eventuell auch von ein und demselben Täter gelegt worden sein können.“ Aktuell geht er aber nicht von einer Brandserie aus.

Ungeklärte Brände 2016 im Landkreis Oberhavel

Auch in Freienhagen brennt es häufig. Im Mai gleich drei Stellen, 4000 Quadratmeter Wald. „In den letzten Jahren haben häufig Waldflächen gebrannt, immer in der gleichen Umgebung“, so Tino von Spiczack Brzezinski, stellvertretender Stadtbrandmeister Liebenwaldes.

Sven Marten, stellvertretender Leiter der hauptamtlichen Kräfte in Oranienburg, spricht zwar nicht von einer Brandserie, aber gerade in Sachsenhausen standen verdächtig viele Flächen Wald und Wiesen in Flammen. Acht allein im März und April. Zufall? „Wir können nur spekulieren und polizeiliche Ermittlungen abwarten“, so Marten.

Waldbrände seien dabei eine Herausforderung. Besonders der Wassertransport zur Einsatzstelle. „Da braucht es Manpower.“ Die braucht die Polizei auch. „Bei einer hohen zweistelligen Zahl von vorsätzlichen Brandstiftungen im Landkreis Oberhavel im Jahr 2016 konnten wir etwas mehr als ein Fünftel bislang aufklären. Zu den anderen dauern die Ermittlungen an“, so Toralf Reinhardt.

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69 Waldbrände gab es in diesem Jahr bereits. Insgesamt brannten im Landkreis allein in diesem Jahr über 20 Hektar Fläche. In einem Fall ist eine Person nur knapp mit dem Leben davon gekommen.

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Brandenburgs Waldschutzbeauftragter Raimund Engel ist deutlicher in seiner Aussage. „Oberhavel ist in Brandenburg Spitzenreiter, was Waldbrände angeht.“ 69 gab es dieses Jahr, 60 davon mit Verdacht auf vorsätzliche Brandstiftung.

Indizien: Gerade in den Sommermonaten – bei niedriger Waldbrandstufe – wurden die Brände in den späten Nachmittagsstunden gelegt. „Also nicht bei gefährlich hohem Sonnenstand.“ Insgesamt brannte in Oberhavel 2016 eine Fläche von 20,1 Hektar Wald nieder.

Überwachung: Sechs optische Sensoren gibt es im Kreis, die den Wald nahezu komplett im Auge haben. Sie sorgen dafür, dass oft Schlimmeres von vermeintlichen Brandteufeln verhindert wird.

Von Marco Winkler

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