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Oberhavel Vier Bomben-Entschärfungen in Oranienburg
Lokales Oberhavel Vier Bomben-Entschärfungen in Oranienburg
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11:26 27.11.2015
Gleich vier Bomben dieser Bauart sind im Oranienburger Ortsteil Lehnitz entdeckt worden. Sie werden am Freitag entschärft. Quelle: dpa-Zentralbild
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Oranienburg

Am Havelufer im Oranienburger Ortsteil Lehnitz sind vier Bomben entdeckt worden. Es sind vier 250-Kilogramm-Bomben amerikanischen Typs mit chemischem Langzeitzünder. Damit sind am Freitag mehrere Entschärfungen erforderlich. Der Sperrkreis mit einem Radius von 1.000 Metern um die Fundstelle wurde am Freitag ab 8:30 Uhr nach außen gesichert. Er ist inzwischen kontrolliert und gegen 10.40 Uhr freigegeben worden. Nun können die Bomben neutralisiert werden.

Schon am Freitag wurde der unmittelbar gefährdete Bereich bereits geräumt. Dazu zählten 43 Grundstücke, auf denen 39 Personen leben. Auch der Oder-Havel-Kanal wurde in diesem Bereich gesperrt.

Der Sperrkreis für die Bombenentschärfung am Freitag. Quelle: Stadt

Auf dem besagten Grundstück waren ursprünglich drei Verdachtspunkte für Bombenblindgänger ausgemacht worden und die Entschärfung war zunächst für den heutigen Donnerstag vorgesehen. Ein Problem mit dem Spundwandkasten verhinderte das. Die Entschärfung wurde einen Tag auf Freitag verschoben. Am Donnerstagmorgen gingen die Sprengmeister zunächst noch von einem Blindgänger aus, wenig später dann die Information: Sie legten vier noch nicht detonierte Bomben frei.

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Vor dem Grundstück Nummer 24 im Havelufer beraten am Donnerstagvormittag die Kampfmittelexperten.

Sprengmeister André Müller hat entschieden, sich am Freitag zunächst den „Doppelpack“ vorzunehmen: In einem der freigelegten Verdachtspunkte liegen zwei Bomben. Anschließend kommen die beiden anderen dran. Im dicht besiedelten Gebiet sollen alle vier Blindgänger entschärft werden. Eine Sprengung komme nur im Notfall in Betracht.

Sperrkreis bis zum späten Freitagabend

Der Sperrkreis mit einem Radius von 1000 Meter um die Fundstelle ist bis 8.30 Uhr zu verlassen, wird dann kontrolliert und an den Feuerwerker zur Entschärfung übergeben. Wann der technische Einsatzleiter des KMBD, André Müller, Entwarnung geben kann und damit der Sperrkreis aufgehoben werden kann, ist aufgrund der Vielzahl der nötigen Entschärfungen schwer einzuschätzen. Wahrscheinlich ist, dass die Anwohner erst am späten Abend oder in der Nacht in ihre Häuser zurückgehen dürfen, heißt es von der Stadt. „Wir empfehlen den betroffenen Anwohnern, am Freitagmorgen vorsichtshalber alles vorzubereiten, was nötig ist, falls es doch die Nacht über dauert“, so Ordnungsamtsleiterin Sylvia Holm. Außerdem appelliert sie an die betroffenen Einwohner, die Häuser rechtzeitig zu verlassen. „So könnten wir gegebenenfalls den Sperrkreis eher an den KMBD übergeben und die Männer könnten eher mit den Entschärfungen beginnen.“ Sirenen künden dann wie immer von der Aufhebung des Sperrkreises.

Bus-Shuttle zum Anlaufpunkt

Im Sperrkreis sind zirka 4300 Personen gemeldet. Eine Anlaufstelle wird in der Mehrzweckhalle in Germendorf angeboten. Ein Bus-Shuttle fährt dorthin. Der Bus startet: 8 Uhr ab Saarlandstraße, 8.02 Uhr ab Wernigerorder Straße, 8.03 Uhr ab Badstraße, 8.05 Uhr ab Rheinstraße/Lippestraße, 8.07 Uhr ab Wupperstraße, 8.12 Uhr ab Lehnitz, Bahnhof, 8.15 Uhr ab Birkenwerderweg/Adlerweg und um 8.35 Uhr kommt er an in der Turnhalle Germendorf an.

Im Sperrkreis liegt auch der S-Bahnhof Lehnitz. Deshalb ist auch der S- und Regionalbahnverkehr von den Sicherheitsvorkehrungen betroffen, eventuell bis in die Abendstunden. Die S1 fährt bis 11.00 Uhr durch, danach werden zwischen Birkenwerder und Oranienburg Busse eingesetzt. Auch bei der Regionalbahn RE Rostock-Berlin fahren von 11.00 Uhr an zwischen Berlin-Gesundbrunnen und Oranienburg Busse. Die RE12 Berlin-Templin fällt zwischen Berlin-Lichtenberg und Oranienburg aus. Die RB 20 Hennigsdorf/Potsdam endet bereits in Birkenwerder statt in Oranienburg.

Diese Grundstücke sind unter anderem betroffen. Quelle: Kathert

Das Bürgertelefon der Stadt ist bereits ab dem heutigen Donnerstag unter 03301/60 09 00 geschaltet. Pflegebedürftige Personen sowie Menschen, die beim Verlassen des Sperrkreises Hilfe brauchen, sollten sich bitte schnell mit dem Ordnungsamt unter 03301/60 06 52 in Verbindung setzen.

Viele Kriegsaltlasten in Oranienburg

Brandenburg gehört bei den Munitions-Altlasten zu den am stärksten belasteten Bundesländern. Vielerorts liegen noch Weltkriegsbomben und Granaten im Boden. Für die Beseitigung hat das Land seit der Wende bereits etwa 350 Millionen Euro ausgegeben. Hinzu kommen die Aufwendungen der Städte und Gemeinden bis hin zu Evakuierungen.

Oranienburg ist besonders belastet durch Kriegsaltlasten. Seit 1990 wurden bereits etwa 190 Bomben gefunden. Schätzungsweise bis zu 300 werden dort noch im Erdreich vermutet. Rund 20 000 Bomben sollen im Zweiten Weltkrieg auf die Stadt abgeworfen worden sein. Die Stadt war unter anderem Standort eines großen Heinkel-Flugzeugwerks, in dem Tausende KZ-Häftlinge arbeiten mussten.

Von MAZonline

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